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Dietl, Hans#


* 16. 01. 1915, Schlanders/Südtirol Schlanders

† 16. 08. 1977, Schlanders/Südtirol


Südtiroler Poltiker


Hans Dietl
Foto: Umschlagbild des Buches von H.K. Peterlini
Hans Dietl wurde am 16. Jänner 1915 in Göflan (Gemeinde Schlanders) im Vinschgau geboren. Er war ein Südtiroler Politiker, der zu Beginn seiner politischen Laufbahn bei der Südtiroler Volkspartei (SVP), später beim Wahlverband der Unabhängigen und zum Schluss bei der Sozialdemokratischen Partei Südtirols aktiv war.

Nach der Grundschule besuchte er das Gymnasium in Meran, das Johanneum in Dorf Tirol und das Bischöfliche Lyzeum in Trient. Nach der Matura studierte er Jus in Padua, in Mailand und später, bedingt durch die Option für das Deutsche Reich, in Innsbruck. Im Jahr 1941 wurde er in den Kriegsdient eingezogen und an die Ostfront versetzt. Im Mai 1944 kam er als Schwerverwundeter zurück und war bis zum Kriegsende in der Behördenstelle der Operationszone Alpenvorland in Trient tätig.

Direkt nach dem Kriegsende trat Dietl der SVP bei und stand ihr in Göflan als Ortsobmann vor. 1952 wurde der 37-jährige Vinschger in den Regionalrat gewählt und in die Regionalregierung berufen, in der er das Ressort der Land- und Forstwirtschaft bekleidete. Aus Protest gegen den Präsidenten der Region trat Dietl aus seinem Amt zurück. Von 1956 bis 1959 stand Dietl dem Südtiroler Bauernbund als Obmann vor. Neben Alfons Benedikter und dem späteren Langzeitlandeshauptmann Silvius Magnago gehörte er zu den führenden Köpfen der Südtiroler Volkspartei. Zudem unterhielt er Kontakte mit dem Befreiungsausschuss Südtirol (BAS), der mit ersten Sprengstoffanschlägen auf sich aufmerksam machte.

1963, Dietl zählte 48 Jahre, legte er sein Mandat als Regionalrat zurück und kandidierte für die römische Abgeordnetenkammer, der er bis 1972 angehörte. Später geriet er in Konflikt mit der Partei und lehnte das seiner Ansicht nach unzulängliche Südtirol-Paket ab. Da er 1971 im Abgeordnetenhaus gegen die verfassungsrechtliche Verankerung des Pakets stimmte, wurde er aus der Edelweiß-Liste (SVP)ausgeschlossen. Im Folgejahr kandidierte er für den Wahlverband der Unabhängigen, jedoch ohne Erfolg.

Erfolgreicher war er, als sich die Soziale Fortschrittspartei spaltete und hieraus die Sozialdemokratische Partei Südtirols entstand, mit der er bei der Wahl zum Südtiroler Landtag 1973 zwei Sitze erreichte. Allerdings konnte er nicht mehr Großes bewirken. Hans Dietl starb nach langer, schwerer Krankheit im Alter von nur 62 Jahren im Schlanderser Krankenhaus.

Literatur#

  • Dietl, Hans: Realtà sudtirolese, Bolzano-Bozen. (1-8) 1960, (1-13) 1961.
  • Pallaver, Günther: Aufbruch zum Pluralismus, in: Gottfried Solderer (Hg.): Das 20. Jahrhundert in Südtirol, Band 4, Bozen 2002.
  • Peterlini, Hans Karl: Hans Dietl. Biografie eines Südtiroler Vordenkers und Rebellen, Bozen 2007.



Redaktion: A. Raffeiner