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Fendrich, Rainhard#


* 27. 2. 1955, Wien


Schauspieler und Popsänger

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Rainhard Fendrich 2011
© Tony Schönhofer

Rainhard Fendrich wurde am 27. Februar 1955 in Wien geboren.

Seine Schulzeit verbrachte er in einem katholisches Knabeninternat; nach der Matura begann er (u.a.) ein Jus-Studium. Mit verschiedenen Aushilfsjobs finanzierte er sich ein Schauspielstudium und Gesangsunterricht.

Ab 1978 spielte er erste Nebenrollen im Theater an der Wien, 1980 erhielt er einen Jahresvertrag am Wiener Schauspielhaus.

1980 begann er, daneben Lieder zu schreiben und hatte mit seinem Debütalbum "Ich wollte nie einer von denen sein" auf Anhieb Erfolg. Seinen musikalischen Durchbruch hatte er 1981, als er mit seinem witzig-ironischen Lied "Strada del Sole" seinen ersten großen Hit landete.


Damit konnte er seine erste Goldene Schallplatte erreichen, der andere folgten. Über eine Million verkaufter Tonträger bis Mitte der 1980er Jahre sprechen für sich. Es folgten so bekannte Titel wie "Oben ohne" oder "Es lebe der Sport"; ab 1981 unternahm Rainhard Fendrich zahlreiche Tourneen durch Österreich, Deutschland und die Schweiz.

Weitere Höhepunkte waren das Album "Wien bei Nacht", von dem mehr als 100.000 Stück verkauft wurden und das Fendrich den österreichischen Schallplattenpreis als besten Komponisten eintrug. "Kein schöner Land" erhielt 1986 den "Pop Amadeus" als bestes Gesamtwerk des Jahres. Weitere Höhepunkte der Erfolgsgeschichte Fendrichs sind das mit Platin ausgezeichnete Album "I am from Austria" und Doppel-Platin für das Album "Von Zeit zu Zeit".


Auch wenn seine musikalische Produktion in den 1990ern mit sechs veröffentlichten Alben nicht nachließ, begann sich Rainhard Fendrich in dieser Zeit verstärkt abseits des Musikbusiness zu engagieren. So war er erfolgreicher TV-Moderater von "Herzblatt" (1993-1997) oder "Nix is fix" und war auch im neuen Jahrtausend am Bildschirm präsent - u.a. bei der "Millionenshow" (damals noch unter dem Titel "Alles ist möglich - Die 10-Millionen-Show").

2008 moderierte er die Musikquiz-Sendung "Sing and Win" auf ATV und spielte den Oberkellner Leopold im "Weißen Rößl" bei den Seefestspielen in Mörbisch.

Auf der Musicalbühne war er bei "Chicago" zu sehen, bevor 2002 sein eigener Musicalerstling "Wake Up" (gemeinsam mit Harold Faltermeyer geschrieben) uraufgeführt wurde.
(2016 wollen die Vereinigten Bühnen Wien im Ronacher unter dem Titel "I am from Austria" in Zusammenarbeit mit Fendrich eine Romantikkomödie herausbringen. )

Erfolgreicher als die bisherigen Musicalversuche lief das Projekt "Austria 3": seine gemeinsamen Auftritte mit Wolfgang Ambros und Georg Danzer ab 1997. Drei Alben und gefeierte Auftritte waren das Ergebnis der Kooperation der drei Austropop-Größen. Nach dem Tod von Georg Danzer trat Rainhard Fendrich wieder als Solist auf und veröffentlichte 2015 nach längerer Pause wieder ein neues Album ("Auf den zweiten Blick").


Sein Privatleben verlief manchmal recht turbulent: nach der medial ausgeschlachteten Trennung und Scheidung von Andrea Fendrich 2004 (mit der er 2 Söhne hat), folgte drei Jahre später das Geständnis, jahrelang Kokain konsumiert zu haben. (Er absolvierte freiwillig einen Entzug und beteiligt sich seither an Anti-Drogen-Kampagnen.)
Rainhard Fendrich ist seit 2010 in zweiter Ehe mit Ina Nadine Wagler verheiratet und wurde 2011 zum dritten Mal Vater.


Rainhard Fendrich erhielt im Lauf seiner Karriere zahlreiche Gold- und Platin-Auszeichnungen, mehrere "Amadeus Awards", den "World Music Award", einen "Romy" als bester Showmaster und den Preis der deutschen Schallplattenkritik; darüberhinaus wurde er 1993 auf einer Briefmarke verewigt.


--> Austro-Pop, 1. Wert (Briefmarken)
--> Historische Bilder zu Rainhard Fendrich (IMAGNO)

Werke (Auswahl)#

Studioalben
  • Ich wollte nie einer von denen sein, 1981
  • Und alles is ganz anders word'n, 1981
  • Zwischen eins und vier, 1982
  • Auf und davon, 1983
  • Wien bei Nacht, 1985
  • Kein schöner Land, 1986
  • Voller Mond, 1988
  • Von Zeit zu Zeit, 1989
  • Nix is fix, 1991
  • Brüder, 1993
  • Blond, 1997
  • Männersache, 2001
  • aufLeben, 2004
  • hier+jetzt, 2006
  • Meine Zeit, 2010
  • Besser wird's nicht, 2013
  • Auf den zweiten Blick, 2015

Singles

  • Zweierbeziehung, 1981
  • Strada del Sole, 1981
  • Schickeria, 1982
  • Razzia, 1982
  • Oben ohne, 1982
  • Feine Damen, 1982
  • Es lebe der Sport, 1983
  • Erobict, sierobict, 1983
  • Weus'd a Herz hast wia a Bergwerk, 1983
  • Ich bin ein Negerant, Madam, 1984
  • 's Naserl, 1984
  • Haben Sie Wien schon bei Nacht geseh'n, 1985
  • Heimatlied, 1985
  • Vü schöner is des G'fühl, 1985
  • Tränen trocknen schnell, 1987
  • Malibu, 1986
  • Zwischen eins und vier, 1986
  • Der Wind, 1988
  • Macho Macho, 1988
  • Tango Korrupti , 1988
  • Es ist ein Alptraum ohne Stammbaum, 1989
  • I Am from Austria, 1990
  • Der Geburtstag, 1990
  • Von Zeit zu Zeit, 1990
  • Wie Tag und Nacht, 1991
  • Tutti Frutti Mutti, 1991
  • Der Himmel würfelt leider nicht, 1992
  • Midlife Crisis, 1993
  • Südafrika, 1993
  • Brüder, 1994
  • Angelina, 1994
  • Little Drummer Boy, 1997
  • Blond, 1997
  • Entsetzlich hetero, 2001
  • Ich glaube (mit Udo Jürgens), 2002
  • Engel, 2004
  • Nimm mir einfach nur die Angst (mit Ina Nadine Wagler), 2006
  • Wir sind Europa, 2007
  • Bussi, Bussi, 2010

Livealben, Best-of-Alben, DVDs

Buch

  • R. Fendrich. Texte, Bilder, Geschichten, 1995

Quellen#


Redaktion: I. Schinnerl