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Ferk, Janko #

* 11. 12. 1958, Unterburg, Kärnten


Schriftsteller


Janko Ferk
Janko Ferk. Foto, 1998.
© Heidi Heide, Wien

Janko Ferk wurde am 11. Dezember 1958 in Unterburg, Gemeinde St. Kanzian am Klopeiner See, in Kärnten geboren.

Nach seinem Studium der Rechtswissenschaften in Wien wurde er Richter am Landesgericht Klagenfurt und ist außerdem Lehrbeauftragter des Instituts für Philosophie der Universität Klagenfurt und Mitglied des Beirats für literarische Übersetzer im Bundeskanzleramt.

Er schreibt Lyrik und Prosa auf Slowenisch und Deutsch, macht auch Übersetzungen aus dem Slowenischen ins Deutsche sowie aus dem Deutschen ins Slowenische in zahlreichen Zeitungen, Zeitschriften, Anthologien und im Rundfunk.

Ebenso ist er als Herausgeber mehrerer Anthologien zur slowenischen und deutschsprachigen Literatur Kärntens tätig.
Janko Ferk lebt in Klagenfurt, Kärnten.

Auszeichnungen, Preise (Auswahl)#

  • 1979 Großer österreichischer Jugendpreis
  • 1980 Arbeitsstipendium für Literatur der Kärntner Landesregierung
  • 1981 und 1989 Buchprämie des Bundesministeriums für Unterricht und Kunst
  • 1982 Nachwuchsstipendium für Literatur des Bundesministeriums für Unterricht und Kunst
  • 1986 Förderungspreis des Landes Kärnten für Literatur
  • 1986 Übersetzerprämie des Bundesministeriums für Unterricht und Kunst
  • 1988 und 1993 Förderungspreis für Literatur des Theodor-Körner-Stiftungsfonds zur Förderung von Wissenschaft und Kunst
  • 1989 Übersetzerstipendium des Bundesministeriums für Unterricht, Kunst und Sport
  • 1993 Jahresstipendium des Jubiläumsfonds der Literar-Mechana
  • 1994 Anerkennungspreis des Literaturwettbewerbs der Fa. Bene Büromöbel Wien für Kurzprosa
  • 1999/2000 Projektstipendium für Literatur des BKA
  • 2002 Literaturpreis des P. E. N.- Clubs Liechtenstein


Werke (Auswahl):

Bücher:

  • hladni ogenj / kühles feuer. Lyrik und Prosa. Klagenfurt: Slowenisches Informationszentrum, 1978
  • samoumevnost nesmisla / das selbstverständliche des sinnlosen. Lyrik und Prosa. Klagenfurt: Slowenisches Informationszentrum, 1979
  • Der verurteilte Kläger. Roman. Wien, Hamburg: Zsolnay, 1981
  • smrt. crni cikel / tod. schwarzer zyklus. Gedichte. Ill.: Karl Vouk. Klagenfurt / Celovec: Hermagoras, 1982
  • Napisi na zid zemlje 1975-1984 / Aufschriften auf die Wand der Welt 1975-1984. Pesmi / Gedichte. Ill.: Valentin Oman. Nachw.: Pavle Zidar. Maribor / Klagenfurt: Obzorja / Mohorjeva, 1986
  • Scritte sui muri del mondo / Aufschriften auf die Wände der Welt. Gedichte. Deutsch / Slowenisch / Friulanisch / Italienisch. Übers. a. d. Italien., Vorw.: Hans Kitzmüller. Übers. a. d. Friulan.: Allesandro D'Osualdo. Cormons / Klagenfurt / Celovec: Braitan / Hermagoras, 1987
  • Vergraben im Sand der Zeit. Zakopan v Peskuv Casa. Buried in the Sands of Time. Gedichte / Pesmi / Poems. Übers. ins Engl., Hrsg.: Herbert Kuhner. Wien: Edition Atelier, 1989
  • Vsebina pescenih ur; Leksikon. Namesto sklepne besede. (Mit Peter Kersche). Nachw.: Peter Kersche. Klagenfurt / Celovec: Hermagoras, 1989
  • Am Rand der Stille. Gedichte. Vorw.: Janko Ferk (Gespräch mit Neva Slibar). Wien: Edition Atelier, 1991
  • Sedim ob robu dezevne kaplje. Pesmi 1985-90 (Am Rand des Regentropfens. Gedichte 1985-90). Ljubljana: Drzavna zalozba Slovenije, 1991
  • Die Geographie des Menschen. (Mit Michael Maier). Wien: Edition Ateilier, 1993
  • Mittelbare Botschaften. Aufsätze. Klagenfurt: Hermagoras, 1995
  • Landnahme und Fluchtnahme. Geschichten. Wien: Edition Atelier, 1997
  • Recht ist ein "Prozeß". Über Kafkas Rechtsphilosophie. Wien: Manz, 1999
  • Psalmen und Zyklen. Psalmi in Cikli. Gedichte. Pesmi. Wien: Edition Atelier, 2001
  • Gutgeheißenes und Quergeschriebenes. Aufsätze. Klagenfurt, Wien: Hermagoras, 2003
  • Kafka und andere verdammt gute Schriftsteller. Klagenfurt, Ljubljana, Wien: Hermagoras, 2005.

Übersetzungen:

  • Koroska slovenska poezija. Carinthian Slovenian Poetry. Übers.: Janko Ferk. Klagenfurt / Columbus: Hermagoras / Slavica Publishers, 1984
  • Aleksij Pregarc: jedra - nuclei - kerne - jezgra - magvakl - les noyaux - nuclei. Gedichte. Übers.: Janko Ferk, Anna Ferk-Gasser. Triest: graphart, 1987
  • Zarko Petan: Viele Herren von heute waren gestern noch Genossen. Gedichte. Übers. a. d. Slowen.: Janko Ferk. Graz, Wien, Köln: Styria, 1990
  • Valentin Oman: Spomeniki ali Zadrzevanje minljivosti. Erinnerungszeichen oder Die Verzögerung der Vergänglichkeit. Übers. a. d. Slowen.: Janko Ferk: Klagenfurt / Celovec: Hermagoras, 1991
  • Zarko Petan: Die Welt in einem Satz. Gedichte und Aphorismen. Übers. a. d. Slowen.: Janko Ferk. Graz, Wien, Kön: Styria, 1994
  • Niko Grafenauer: Eingewebte Spur. Vtkana sled. Gedichte / Pesmi. Übers. a. d. Slowen.; Nachw.: Janko Ferk. Wien: Edition Atelier, 2003


Werkbeispiele#

aus Janko Ferk - Am Rande der Stille – Gedichte; Edition Atelier


Mit freundlicher Genehmigung des Verlags


Erinnerungen

Ferk - Am Rande der Stille
Ferk - Am Rande der Stille
im traum
sah ich
wiesen
felder und äcker
menschen
weizen
blumen und gras
den großvater
beim mähen
und die großmutter
mit der jause
und dem krug

als ich
aufwachte
ging ich
auf das feld
zwischen den furchen
fand ich
einen rostigen löffel
und die erinnerung
an den großvater


der paragraph
ist die grenze
des hierseins

Ferk Psalmen und Gedichte
Ferk - Psalmen und Gedichte
bist du staatenlos
begräbt man dich
im niemandsland

bist du herrenlos
ohne sänger
und ohne bestatter

noch am tag
vor dem tod
entscheiden sie sich

gegen die freiheit


freiheitsliebender
in dir brennt es

du bist einer der schöpfer
denen du das feuer
gestohlen hast
um es uns zu bringen

deshalb waren
der fels und die schnabelschläge
jeden tag
deine strafe

und jede nacht
hast du sie überwunden

schließlich rettete dich
der mann der zwölf taten

dein bett
schneebedeckt
dein gesicht
dunkel
und kühl

dein glied
gut nicht einmal
für eine tote frucht

deine uhr
zerschlagen

du hast
alle zäune
niedergerissen

die liebe
ist schwarz


Jetzt schreibe ich


auf dem langen weg
durch die kalte stadt
schreibe ich
von den häuserzeilen
ab

chöre in einem anderen licht
buchstabiere ich
das umfassende verstehen
der lieder

und bin doch nur
auf die stimme
des einzelsängers
aus
auf meinem widerklang


ich mag es

ich mag es
es

dein
kurzes
scharfes ja

das eigentlich
nein
heißt


einem stein

einem stein
werde ich
von meiner einsamkeit
erzählen
er wird mir
sein herz
zeigen
und mich
einladen
sein bruder
ein stein
zu werden
er wird mir
moos
versprechen
und ewiges leben


ich müßte


ich müßte
zur zeit marco polos
in venedig
geboren worden sein
vielleicht
wäre dann ich
an seiner stelle
nach china aufgebrochen
der sinn dieses lebens
zum tee
beim kaiser von china

(Die Gedichte stammen aus Janko Ferk: "Am Rande der Stille", Edition Atelier, Wiener Journal Zeitschriftenverlag 1991, mit freundlicher Genehmigung des Verlags)

Weiterführendes#

Quellen#

AEIOU
Literaturhaus
Edition Atelier

Redaktion: I. Schinnerl