unbekannter Gast

Gapp, Jakob#

* 26. 7. 1897, Wattens (Tirol)

† 13. 8. 1943, Berlin-Plötzensee (Deutschland), enthauptet


Marianist und Priester


Jakob Gapp
Jakob Gapp

Jakob Gapp wurde 1897 in Wattens als jüngstes von sieben Kindern einer Fabrikarbeiterfamilie geboren.


Er absolvierte das Franziskaner-Gymnasium in Hall in Tirol, aus dem auch andere Persönlichkeiten des kirchlichen NS-Widerstandes hervorgingen, unter anderen Franz Reinisch.

Nach der Matura meldete er sich 1915 freiwillig zum Kriegseinsatz im 1. Weltkrieg, 1918 geriet er in italienische Gefangenschaft und kehrte 1919 (nach 9 Monaten Gefangenschaft) nach Wattens zurück. 1920 trat er in das Noviziat der Marianisten in Oberösterreich ein und legte 1921 die ersten Gelübde ab. Danach war er bis 1925 in Graz als Erzieher und Sakristan tätig.


In Privatstudien bereitete er sich auf den Eintritt ins Priesterseminar vor, legte 1925 in Antony bei Paris die ewigen Gelübde ab und wurde 1930 in Fribourg in der Schweiz zum Priester geweiht.

Nach Österreich zurückgekehrt, wirkte er bis 1938 als Erzieher, Religionsprofessor und Spiritual in den Schulen der Marianisten im Freistadt (Oberösterreich), Lanzenkirchen (Niederösterreich) und Graz. Schon früh erkannte er, dass der aufkeimende Nationalsozialismus mit dem Christentum unvereinbar war. Als Religionslehrer in Graz äußerte er sich wiederholt negativ über Hitler, sodass ihm Unterrichtsverbot erteilt wurde.

Später untersagte ihm wegen kritischer Äußerungen im Religionsunterricht in Reutte in Tirol ein Schuldirektor 1938 das Unterrichten und schaltete die Gestapo ein. Pater Gapp floh ins Ausland und war - nach kurzem Aufenthalt im Stammhaus der Marianisten in Bordeaux in Frankreich - ab Mai 1939 an mehreren spanischen Ordensschulen tätig.

Seine Nazi-kritischen Predigten aus dieser Zeit erregten auch in Berlin Aufmerksamkeit. Er wurde zu einem Grenzübertritt ins deutsch besetzte Frankreich überredet, dort verhaftet und nach Berlin überstellt.


Am 2. Juli 1943 wurde er als Volksverräter vom Volksgerichtshof zum Tod verurteilt, dann enthauptet und an unbekanntem Ort beigesetzt.


Am 24. November 1996 wurde Jakob Gapp wurde 1996 gemeinsam mit Otto Neururer von Papst Johannes Paul II. selig gesprochen.

Literatur#

  • H. Mader, Gapp J., in: K. von Vogelsang-Institut (Hg.), Gelitten für Österreich, 1988
  • J. Levit (Hg.), P. J. Gapp SM, Dokumentation, 2 Bände, 1995

Quellen#



Redaktion: P. Diem, I. Schinnerl