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Gelbard, Rudolf#

* 04. 12. 1930, Wien


Dokumentarist und Volksbildner


Rudolf Gelbard bei der Verleihung des Rudolf Gelbard Preises für Aufklärung gegen Faschismus und Antisemitismus
Rudi Gelbard

Prof. Rudolf Gelbard wurde als Kind mit seinen jüdischen Eltern 1942 in das KZ Theresienstadt deportiert. Nach der Rückkehr nach Wien im Mai 1945 setzte sich Rudolf Gelbard stets mit zeitgeschichtlichen Themen - insbesondere mit der Geschichte der Shoah und des Nationalsozialismus, dem Nahostkonflikt und den totalitären Systemen des 20. Jahrhunderts - auseinander. 1975 bis zu seiner Pensionierung Ende 1990 war er als Dokumentarist für Zeitgeschichte und Mitglied der Ombudsmann-Redaktion beim Kurier tätig. Seither ist er, der auch dem Bund sozialdemokratischer Freiheitskämpfer und Opfer des Faschismus angehört, unermüdlich als Vortragender und Zeitzeuge in Schulen, im Rahmen von Lehrveranstaltungen und Symposien etc. aktiv. Er ist Vorstandsmitglied des Dokumentationsarchivs des österreichischen Widerstands (DÖW).


Für seine Verdienste und seine aufklärerische Vortragstätigkeit wurde Gelbard mit dem Berufstitel Professor und weiteren Auszeichnungen, darunter die Joseph-Samuel-Bloch-Medaille, geehrt.


Seit 2008 wird vom Republikanischen Club - Neues Österreich der "Rudolf Gelbard Preis für Aufklärung gegen Faschismus und Antisemitismus" vergeben. Gelbard selbst war der erste Preisträger dieser Auszeichnung.

Literatur#

  • Der Mann auf dem Balkon. Rudolf Gelbard. KZ-Überlebender - Zeitzeuge - Homo Politicus. Dokumentarfilm von Kurt Brazda (2008; ORF/3sat)
  • Walter Kohl: Die dunklen Seiten des Planeten: Rudi Gelbard, der Kämpfer, Buchverlag Franz Steinmaßl, Grünbach 2008


Redaktion: P. Diem