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Grünfeld, Ernst#

eigentlich Ernest Franz Grünfeld


* 21. 11. 1893, Wien

† 3. 4. 1962, Wien


Schach-Großmeister


Ernst (eigentlich Ernest Franz) Grünfeld wurde am 21. November 1893 in Wien-Josefstadt geboren.

Die katholischen Eltern (Vater aus Schlesien, Mutter war Sudetin) lebten mit ihren Kindern in drückender Geldnot. Im Alter von 4 Jahren verletzte er sich am Knie – die Entzündung griff auf den Knochen über, und das Bein musste amputiert werden.


Nach einer kurzen Schulbildung folgte eine Kaufmannslehre. Nachdem Ernst Grünfeld 1910 in einem Wiener Schachcafé den ersten Teil des legendären Spiels zwischen dem deutschen Weltmeister Emanuel Lasker und seinem österreichischen Herausforderer Carl Schlechter miterlebt hatte, begann er Schach zu lernen, um sobald wie möglich als Berufsspieler davon zu leben.


Unmittelbar nach dem Ersten Weltkrieg begannen seine ersten Auftritte bei lokalen Turnieren in Wien. Starke Turniere wurden damals organisiert, neue Namen führten die bekannte Wiener Schachschule weiter, unter Ihnen Ernst Grünfeld.

Ab 1920, als er das gut besetzte Wiener Turnier für sich entscheiden konnte, folgte der rasante internationale Aufstieg - bald zählte er zu den weltbesten Spielern. Hätte es damals bereits eine Weltrangliste gegeben, wäre Ernst Grünfeld wahrscheinlich unter den 10 weltbesten Schachspielern gewesen.


Er war ein bedeutender Eröffnungstheoretiker - sein genialer Wurf war die Verteidigung, die seinen Namen verewigt: "Grünfeld-Indisch".



Ab 1933 wurde Ernst Grünfeld zu keinem bedeutenden Turnier in ganz Europa mehr eingeladen – obwohl er kein Jude war, hielt man ihn auf Grund seines Namens dafür - es war das Ende seiner internationalen Karriere.


Seine Partie-Kommentare, von denen er ab 1933 zu leben versuchte, waren derart abstrakt, dass sie nur von einer bulgarischen Zeitschrift veröffentlicht wurden (und die konnte ihn nur mit Naturalien bezahlen!)

Von Grünfelds Turnierpartien sind 458 erhalten.

Weiterführendes#

Quellen#


Redaktion: I. Schinnerl