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Habeck, Fritz #

Pseudonym: Glenn Gordon


* 8. 9. 1916, Neulengbach

† 16. 2. 1997, Baden bei Wien

Erzähler, Dramatiker, Jugendbuchautor, Übersetzer, Jurist


Habeck, Fritz
Fritz Habeck. Foto.
© Otto Breicha, Wien.

Fritz Habeck wurde am 8. September 1916 in Neulengbach, Niederösterreich, geboren.


Habeck besuchte die Volksschule in Neulengbach, nach der Übersiedlung nach Mödling besuchte er das Realgymnasium Mödling. Nach der Matura 1935 vollendete bereits seinen ersten Roman und begann ein Jus-Studium.


Von 1936 bis 1937 arbeitete er an einem Roman über den französischen Vaganten und Balladendichter François Villon, der 1941 unter dem Titel "Der Scholar vom linken Galgen" erschien.


Im Zweiten Weltkrieg nahm er 1939 am Polenfeldzug teil und wurde 1940 zum Leutnant befördert, er überlebte 1942 die Schlacht von Stalingrad und geriet 1944 bei der Invasion der Normandie in amerikanische Kriegsgefangenschaft. Habeck selbst vermerkte:
"Ich bin ein Schriftsteller des Krieges, denn dort habe ich die wesentlichsten Erfahrungen gemacht. Ich habe nie so intensiv gelebt wie im Krieg, weil dort der Tod so nah war, jeder Augenblick konnte der letzte sein. Das prägt einen, Ausnahme- und Grenzsituationen, Soldatenleben, das alles hat mich fasziniert. Ich war immer Soldat, aber ich war nie ein Nazi."


1946 kam Habeck aus der Kriegsgefangenschaft in Amerika nach Österreich zurück, heiratete und arbeitete als freier Journalist, u. a. beim Wiener Kurier und der Arbeiterzeitung. Er war Regieassistent beim Theater in der Josefstadt und wurde 1947 Dramaturg und stellvertretender Direktor der Renaissancebühne. Aufgrund der Theaterkrise 1948 nahm er sein Jus-Studium wieder auf und promovierte 1950.


Von 1950 bis 1951 arbeitete er im Winter in Tirol als Hoteldirektor. In den Jahren von 1950 bis 1952 führte er einen regen Briefwechsel mit Ernest Hemingway. Nach seiner Scheidung von seiner ersten Frau Charlotte Krzandalsky heiratete er 1951 Gerda Vilsmeier. Er arbeitete als freier Schriftsteller, war Generalsekretär des Österreichischen Schriftstellerverbandes, war von 1968 bis 1977 Leiter der Literaturabteilung des Senders Wien und von 1978 bis 1980 Präsident des Österreichischen P.E.N.-Clubs.


Fritz Habeck wurde Ende der 50er Jahre vor allem durch seine Kriminalgeschichten bekannt (die er unter dem Pseudonym Glenn Gordon verfasste), er verfasste jedoch auch historische und zeitkritische Romane sowie Jugendbücher; durch die gelungene Verbindung von "Story" und Reflexion wurde er oft auch als "österreichischer Hemingway" bezeichnet. Dennoch war Habeck kein richtiger Erfolgsautor, denn die Verbindung von Kunst und Kommerz gelang ihm nie ganz. In seinem Werk und Leben manifestieren sich alle ungelösten Widersprüche der österreichischen Nachkriegszeit.


Später schrieb er vor allem Jugendbücher, gemeinsam mit Erich Maria Remarque schrieb er das Drehbuch "Der letzte Akt", das 1954 von G. W. Pabst verfilmt wurde. G Habeck erhielt u. a. den Großen Österreichischen Staatspreis, den Adalbert-Stifter-Preis und den Manès Sperber-Preis, 1969 wurde ihm der Professoren-Titel verliehen.


Fritz Habeck alias Glenn Gordon starb am 16. Februar 1997 in Baden bei Wien.

Auszeichnungen, Ehrungen (Auswahl)#

  • Goethe-Stipendium, 1949
  • Preis der Stadt Wien, 1960 und 1961
  • Großer Österreichischer Staatspreis, 1963
  • Kinderbuchpreis der Stadt Wien, 1963
  • Anton-Wildgans-Preis, 1964
  • Adalbert Stifter-Preis, 1973
  • Literaturpreis der Stadt Wien, 1982
  • Ehrenkreuz für Kunst und Wissenschaft 1. Klasse

Werke (Auswahl)#

Romane:
  • Das Boot kommt nach Mitternacht, 1951
  • Das zerbrochene Dreieck, 1953
  • Der Ritt auf dem Tiger, 1958
  • Der Piber, 1965
  • Der schwarze Mantel meines Vaters, 1976
  • Wind von Südost, 1979
  • Der Gobelin, 1982
  • Der General und die Distel, 1985
  • Was soll´s, ´s ist Fasching, 1991.

Jugendbücher:

  • Der Kampf um die Barbacane, 1960
  • Der einäugige Reiter, 1963
  • Taten und Abenteuer des Dr. Faustus, 1970

Dramen:

  • Zwei und zwei ist vier, 1948
  • Baisers mit Schlag, 1950
  • Marschall Ney, 1952.

Literatur#

  • A. Weber (Hg.), Dear Fritz. Aufsätze und Gespräche über F. Habeck, 1998


Hörprobe#


Österreichische Mediathek Hörprobe


Der Piber.
Autorenlesung; Ausschnitt. Wien, 7.9.1965

Vorlesen

Quellen#


Redaktion: I. Schinnerl