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Haenke, Thaddäus #

Tadeáš Haenke, Tadeo Haenke


* 6. 12. 1761, Kreibitz (Chřibská, Tschechische Republik)

† 14. 11. 1816, Cochabamba (Bolivien)


Universalgelehrter, Forschungsreisender


Thaddäus Henke
Thaddäus Henke
© Bildarchiv der ÖNB, Wien

Nach dem Studium an der Karlsuniversität Prag bildete sich Haenke in Wien in Medizin, Chemie, Astronomie und Botanik weiter und war in Kontakt mit den bedeutendsten Forschern seiner Zeit.

1786 durchforschte er das Riesengebirge botanisch, bereiste dann die Alpenländer Oesterreichs und sollte 1789 im Auftrage der spanischen Regierung an der "Malaspina"-Expedition (1789-1794) als Botaniker teilnehmen und in den Pazifik reisen. Wegen der schwierigen Anreise versäumte er das Schiff für die geplante Weltumseglung und traf erst 1790 auf abenteuerliche Weise in Chile zu den anderen Expeditionsteilnehmern.

Der Arzt, Botaniker, Zoologe, Chemiker, Astronom und Geograph sammelte auf dieser Reise mehrere tausend Pflanzen, Insekten und präparierte Tiere, machte Studien zur Völkerkunde und Volksmusik, untersuchte Vulkane, Thermalquellen, Flüsse und Bergwerke.

Als erster Europäer bestieg er die Gipfel der Anden. Seine Beschreibung von Peru, Chile und Bolivien war der erste umfassende Versuch einer Länder- und Staatenkunde, 10 Jahre vor Alexander von Humboldt.

1793 verließ er die Expedition und bereiste bis 1820 Südamerika. Weiterhin arbeitete er im Auftrag spanischer Ministerien auch als Kartograph und Pharmazeut (er entwickelte die erste wirksame Pockenschutzimpfung Südamerikas und stellte Medikamente her), Bergwerksexperte und Erfinder.

Thaddäus Haenke erkannte die Salpetervorkommen in Chile und entwickelte Verfahren zu deren Nutzung. Als Botaniker beschrieb erstmals die größte Seerose der Welt, die Victoria regia und eine peruanische Riesenbromelie.

Der Universalgelehrte starb unter ungeklärten Umständen im Alter von 54 Jahren in seiner Wahlheimat Bolivien. Ein Großteil seiner Sammlungen und wissenschaftlichen Werke ging in Madrid oder auf dem Weg dorthin verloren oder wurde viel später gefunden. (Wichtige Arbeiten wurden erst im 20. Jahrhundert publiziert!)

Die Insel "Haenke Island " wurde 1792 von Alessandro Malaspina nach Thaddäus Haenke benannt.

Quellen#

  • Österreichische Naturforscher und Techniker. Hg. Österreichische Akademie der Wissenschaften. Wien 1950
  • Österreichisches Biographisches Lexikon
  • Uni Wien


Redaktion: Helga Maria Wolf