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Haselsteiner, Hans Peter#


* 1. 2. 1944, Wörgl (Tirol)


Industrieller, Bauunternehmer
Politiker (LIF) a.D.
Kunstmäzen


Hans Peter Haselsteiner wurde am 1. Februar 1944 als Sohn einer Lehrerin in Wörgl in Tirol geboren.

Nach der Matura 1963 leistete er seinen Präsenzdienst und begann 1964 an der Hochschule für Welthandel (heute Wirtschaftsuniversität) in Wien ein Studium der Handelswissenschaften, das er 1970 mit der Promotion abschloss.

Nach einer Praxis bei einem Wirtschafts- und Steuerprüfer in Wien kam er 1972 in die Firma "Isola & Lerchbaumer" des Bauunternehmers Lerchbaumer in Spittal an der Drau in Kärnten. Er heiratete Ulrike Lerchbaumer - seine Studienfreundin und Tochter des Hauses - und übernahm nach dem plötzlichen Tod des Schwiegervaters mit knapp 30 Jahren die Leitung der Baufirma mit gut tausend Beschäftigten.

1972 war Hans Peter Haselsteiner in die Firma eingetreten, ab 1974 war er Vorstandschef in der jeweiligen Konzernobergesellschaft. 1975 folgte die Umfirmierung in "Ilbau GesmbH. & Co. KG.", 1977 stieg die die Firma mit Übernahme der "Soravia" zum Marktführer in Österreich auf. Aus diesem Unternehmen entstand im Lauf der Jahre durch Zukäufe und Fusionen schlussendlich der STRABAG-SE-Konzern. (Die heutige STRABAG-Gruppe entstand einerseits aus der ILBAU aus Spittal an der Drau und andererseits aus der namensgebenden STRABAG aus Deutschland.)
Hans Peter Haselsteiner baute die STRABAG zu einem der größten europäischen Baukonzerne aus. 2013 übergab er die Funktion als Vorstandsvorsitzender an seinen langjährigen Stellvertreter; er steht dem Führungsgremium jedoch noch bis Ende 2015 als "Generalbevollmächtigter" beratend zur Seite.

Hans Peter Haselsteiner war auch in einigen anderen Unternehmen tätig: er war Aufsichtsratsmitglied der 2008 gegründeten RAIL Holding AG, die 2011 mit der WESTbahn GmbH einen Schienenpersonenverkehr in Konkurrenz zu den ÖBB startete, beteiligte sich am börsennotierten Immobilienentwickler conwert und stieg 2013 in das Immobilienimperium Signa des Tiroler Investors Rene Benko ein.

Neben der Baubranche interessierte er sich auch für Politik: von 1994 bis 1998 war er Abgeordneter zum Nationalrat für das Liberale Forum (LIF) und auch Finanzsprecher und stellvertretender Klubobmann der Partei; 2008 war er vorübergehend Berater der SPÖ Kärnten für die Bereiche "Arbeit, Einkommen, Wirtschaft und Tourismus"; 2013 unterstützte er die Neos.

Neben seinem Sinn fürs Geschäft und dem Interesse für die Politik zeigt der bekennende Freimaurer auch großes soziales Engagement: er ermöglichte u.a. den Ausbau eines Obdachlosenhaus; seine Privatstiftung finanzierte teilweise die Sozialzentren von Pater Georg Sporschill in Moldawien; 2008 rettete er das Flüchtlingsprojekt von Ute Bock in Wien vor dem Konkurs.

Darüber hinaus engagiert er sich stark für die Kunst: bereits Anfang der 1990er Jahre gründete er das Kunstforum, das mittlerweile über 2500 Werke zeitgenössicher Malerei und Grafik umfasst; 2004 entstand die öffentlich zugängliche Privatsammlung Gironcoli-Kristall und 2014 kaufte er die Essl-Sammlung. Er ist Hauptsponsor und Festspielpräsident in Erl und war lange Zeit Präsident der Komödienspiele Porcia in Spittal.

Dr. Hans Peter Haselsteiner, der zu den reichsten Männern des Landes zählt, ist verheiratet und hat vier Söhne.

Auszeichnungen, Ehrungen (Auswahl)#

  • Ehrenbürger der Stadt Spittal an der Drau
  • Ehrenzeichen des Landes Tirol, 2012

Quellen#


Redaktion: I. Schinnerl