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Haslauer, Wilfried sen.#


* 29. 11. 1926, Salzburg

† 23. 10. 1992, Salzburg


Jurist und Politiker (ÖVP)

Wilfried Haslauer wurde am 29. November 1926 in Salzburg geboren, wo er auch aufwuchs und die Schule besuchte.

Nach Ablegung der Kriegsmatura 1944 diente er bis zum Zusammenbruch 1945 in der deutschen Wehrmacht. Nach Kriegsende trat er in den Dienst der Stadtgemeinde Salzburg, begann gleichzeitig als Werkstudent an der Universität Innsbruck mit dem Studium der Rechts- und Staatswissenschaften und promovierte schon nach dreieinhalb Jahren zum Dr. jur. (Schon in der Anfangszeit des Studiums wurde er Mitglied der traditionsreichen Studentenverbindung Alpinia Innsbruck.)

Beim Stadtmagistrat Salzburg war Wilfried Haslauer zunächst in der Magistratsdirektion und später als Amtsleiter in der Bezirksverwaltungsbehörde tätig. 1951 wechselte er in die Kammer der gewerblichen Wirtschaft, wo er 1953 Leiter der wirtschaftspolitischen Abteilung wurde und 1960 mit 33 Jahren zum jüngsten Kammeramtsdirektor Österreichs bestellt wurde.

1961 wurde er für die ÖVP in den Salzburger Landtag gewählt. Von 1967 bis 1969 war Wilfried Haslauer Vizebürgermeister der Stadt Salzburg, von 1973 bis 1977 Landeshauptmann-Stellvertreter und schließlich von 1977 bis 1989 Landeshauptmann von Salzburg.

Wilfried Haslauer wirkte als Föderalist über die Grenzen Salzburgs hinaus und setzte sich für ein modernes Landesbewusstsein ein. Darüber hinaus war es ihm immer wichtig, die klein- und mittelbetrieblichen Struktur in der Salzburger Wirtschaft schützen und zu fördern.

(In besonderer Erinnerung geblieben ist er auch durch eine Verordnung, die er 1984 erlassen hatte: da der 8. Dezember in diesem Jahr auf einen Samstag fiel, wurde per Verordnung bestimmten Einzelhandelsbetrieben die Gewerbeausübung von 10 Uhr bis 17 Uhr gestattet - um zu verhindern, dass die Salzburger am Feiertag zum Einkaufen nach Bayern fahren. Für diese Verordnung, die er entgegen der Weisung des Sozialministers erlassen hatte, wurde er 1985 wegen "geringfügiger Rechtsverletzung" vom Verfassungsgerichtshof schuldig gesprochen.)

Nachdem seine Partei bei den Wahlen die absolute Mehrheit verloren hatte, trat Wilfried Haslauer 1989 zurück und zog sich in das Privatleben zurück. Wilfried Haslauer war verheiratet und hatte zwei Söhne. (Sein Sohn Wilfried Haslauer jun. hat seit 2013 ebenfalls das Amt des Landeshauptmanns von Salzburg inne.)

Wilfried Haslauer sen. starb nach kurzer schwerer Krankheit am 23. Oktober 1992.

Auszeichnungen, Ehrungen (Auswahl)#

  • Großes Silbernes Ehrenzeichen am Bande für Verdienste um die Republik Österreich, 1981
  • Großkreuz des Ordens des Infanten Dom Henrique, 1984
  • Großes Goldenes Ehrenzeichen am Bande für Verdienste um die Republik Österreich, 1987
  • Bayerischer Verdienstorden
  • Großes Bundesverdienstkreuz mit Stern und Schulterband
  • der "Dr.-Wilfried-Haslauer-Platz" in der Salzburger Altstadt ist nach ihm benannt

Weiterführendes#

Literatur#

  • E. Holfeld-Weitlof (Hg.), W. Haslauer, Paßt auf mein Salzburg auf!, 1993

Quellen#

Redaktion: I. Schinnerl