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Hassinger, Hugo#

* 8. 11. 1877, Wien

† 13. 3. 1952, Wien


Geograph


Hugo Hassinger wurde am 8. November 1877 als Sohn eines Bankbeamten in Wien geboren.

Hassinger wurde während seines Wiener Studiums von A. Penck für das Fach gewonnen, innerhalb dessen er sich später zu einem der bedeutendsten deutschen Kulturgeographen entwickelte.

Nach seiner Promotion 1902 und der Lehramtsprüfung 1903 ging er zunächst in den Schuldienst. 1915 konnte er sich in Wien habilitieren (über "Die Mährische Pforte und ihre benachbarten Landschaften"), 1918 wurde er als ordentlicher Professor nach Basel, 1927 nach Freiburg im Breisgau berufen. 1931 kehrte er nach Wien zurück, wo er bis 1950 lehrte und sich dem neuen Felde der Stadtgeographie zuwandte.

Unter dem Eindruck der fortschreitenden Zerstörung des alten Stadtbildes entstand der "Kunsthistorische Atlas von Wien" (1916).

Er war Mitbegründer und Obmann der Kommission für Raumforschung und Wiederaufbau der Akademie der Wissenschaften und Präsident (1937-51), dann Ehrenpräsident der Österreichischen Geographischen Gesellschaft.

Er war Mitherausgeber von Fachzeitschriften; widmete sich der Geomorphologie, später der politischen und der Humangeographie. Er ist als Pionier der Raumplanung und einer der bedeutendsten Humangeographen im deutschen Sprachraum anzusehen.


Seine allzu kurze Auseinandersetzung mit dem österreichischen Menschen im Handbuch Die Tschechoslowakei (1925) bleibt eine der aufschlussreichsten Textstelle über die österreichische Eigenart. Diese zu Unrecht vergessenen Seiten wurden von Alphons Lhotsky in seiner Rede von 1967 wieder entdeckt.

Im Jahr 1910 hat sich Hassinger außerdem durch die Gründung des Faches "Kunstgeografie" ausgezeichnet. Lebenslang hat er sich für die Diffusion des Sozialkapitals interessiert, und er darf als ein Vorläufer für den Begriff "Sozialkapital" gelten. (William M. Johnston, Der Österreichische Mensch, Wien, 2009)

Werke (Auswahl)#

  • Geomorphologische Studien aus dem inneralpinen Wiener Becken, 1905
  • Kunsthistorischer Atlas der Stadt Wien, 1916
  • Die Tschechoslowakei. Ein geographisches, politisches und wirtschaftliches Handbuch (Wien und München: Rikola 1925), vor allem Kapitel II.3 "Die mitteleuropäische politische Organisation und der österreichische Mensch", S 30-41.
  • Geographische Grundlagen der Geschichte, 1931
  • Die Geographie des Menschen (Anthropogeographie), 1937
  • Burgenland-Atlas, 1941 (mit F. Bodo); Boden und Lage Wiens, 1946
  • Österreichs Wesen und Schicksal, verwurzelt in seiner geographischen Lage, 1948
  • Österreichs Anteil an der Erforschung der Erde, 1949
  • Atlas von Niederösterreich, 1951ff. (mit E. Arnberger)

Quellen#

  • AEIOU
  • Neue Deutsche Biographie


Redaktion: P. Diem, I. Schinnerl