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Hermann, Franz Benedikt#

* 1755, Mariahof (Steiermark)

† 1818, St. Petersburg


Forscher
Erforscher der Geologie des Ural und Sibiriens


Hermann, Franz Benedikt
Hermann, Franz Benedikt
© Archiv Senft

Der bedeutende Montanist und Naturwissenschafter war nach Rußland eingeladen worden, dort die geologischen und bergbaulichen Verhältnisse zu studieren. In vielen Publikationen gab er fundierte Nachrichten über den Reichtum des Riesenreiches an Bodenschätzen, aber auch über die soziologischen und wirtschaftlichen Verhältnisse in Rußland an der Wende zum 19. Jahrhundert.

Nach dem Besuch der Stadtschule in Murau, in dessen Nähe (in St. Ägyd) der Vater eine kleine Landwirtschaft besaß, kam der begabte Bauernsohn an das Gymnasium in Friesach, das er aber nicht abschließen konnte. Wegen seiner besonderen bergbaulichen Interessen ging er nach Aussee und studierte dort "Salzwerkskunde". Anschließend wurde er Beamter der Fürstlich Schwarzenbergischen Rentämter in Murau und später in Graz, wo er nebenbei an der Universität studierte.

Bei seinen Güterbesuchen lernte er viele Eisen- und Stahlhütten kennen und erwarb sich dadurch bedeutende mineralogische und metallurgische Kenntnisse. 1776 wurde er an das Schwarzenbergische Rentamt nach Wien berufen, wo er wieder an der Universität Chemie, Physik und Naturgeschichte studierte.

Anschließend bereiste er mehrere europäische Länder und hielt schon 1781 Vorlesungen an der Universität Wien über Technologie. 1783 folgte er einem Ruf der russischen Regierung nach St. Petersburg, um im Auftrag der Kaiserin Katharina II. ein Stahlwerk im Ural einzurichten. Dreißig Jahre lang widmete sich Hermann sodann der mineralogischen und geologischen Erforschung des Ural und weiter Teile Sibiriens. Als Oberbergrat der Zarin verwaltete er schließlich die Bergwerke Sibiriens und errichtete auch ein großes Stahlwerk in Jekaterinburg.

Sibirien: Am Ufer des Baikalsees
Sibirien: Am Ufer des Baikalsees
© PIX Bildagentur, Wien (Foto Steenmans)
Er bereiste große Teile Rußlands bis in den westlichen Altai und lieferte wiederholt geographische Berichte nach Wien. Seine zahlreichen Bücher sind fast alle in deutscher Sprache erschienen.

Literatur#

  • Hermann, Beiträge zur Physik, Ökonomie, Mineralogie und zur Statistik der russischen und angrenzenden Länder, Berlin 1786
  • Statistische Schilderung von Rußland (Bevölkerung, Lan­desbeschaffinheit, Bergbau, Handel), Leipzig 1790

Quellen#

  • H.&W. Senft, Aufbruch ins Unbekannte, Stocker Verlag, Graz, 1999
  • Österreichisches Biographisches Lexikon


Redaktion: Hilde und Willi Senft