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Hollomey, Werner#


* 3. 4. 1929, Schladming


Architekt

Werner Hollomey wurde am 3. April 1929 in Schladming geboren.

Er besuchte zunächst die Schule in Bischofshofen, dann ein Gymnasium in Graz, wo er 1947 maturierte. Danach absolvierte Werner Hollomey an der Technischen Hochschule Graz ein Studium der Architektur bei den Professoren Friedrich Zotter, Karl Hoffmann und Karl Raimund Lorenz, das er 1952 mit dem Diplom abschloss.

Seine berufliche Tätigkeit begann er 1952 mit einem Praktikum in Salzburg und bei Architekt Max Fellerer in Wien; 1953 machte er sich selbständig und war in seinem eigenen Architekturbüro – mit teilweise projektbezogenen Partnern – tätig.

Daneben arbeitete er in dieser Zeit als Hochschulassistent an der Technischen Hochschule Graz am Institut für Baukunst. Von 1974 bis zu seiner Emeritierung 1997 war Werner Hollomey ordentlicher Universitätsprofessor für Hochbau und Entwerfen an der Technischen Universität Graz, wo er 1977/78, 1987/88 und 1988/89 außerdem als Dekan der Fakultät für Architektur und 1979 bis 1981 als Rektor der TU Graz wirkte.

Als Architekt bearbeitete Werner Hollomey mehr als 100 Projekte, den Großteil in Partnerschaft mit der WERKGRUPPE GRA [1] (1959-1986) und von 1992 bis 2002 mit seinem Sohn Ralf Hollomey.

Er realisierte viele öffentliche und private Objekte (u.a. Wohnbauten, Krankenhäuser, Schulen, Sakralbauten), war aber auch als Orts- und Landesplaner, Gutachter und Juror in nationalen und internationalen Wettbewerbsverfahren tätig.

Neben seiner Arbeit als Architekt war Werner Hollomey aber auch ein zeichnender Reisender: mit dem Auge des Architekten und der Beobachtungsgabe des Zeichners schuf er ein beeindruckendes Portfolio von Reiseskizzenbüchern.
(An der Fakultät für Architektur der TU Graz wird jährlich der Hollomey Reisepreis vergeben – an Studierende, die sich im Rahmen ihres Diplomprojekts thematisch mit Mobilität, fremden Ländern und Reisen beschäftigen.)

Darüber hinaus war Werner Hollomey u.a. Gründungsmitglied des "Forum Stadtpark" in Graz, Präsident der Urania Steiermark (1983-1987), Bauberater der evangelischen Kirche Steiermark (1996-2003) und ist seit 1998 Sachverständiger in der Liturgiekommission der römisch-katholischen Kirche Steiermark.

Em.Univ.-Prof. Dipl.-Ing. Architekt Werner Hollomey ist seit 1955 mit seiner Frau Gundl verheiratet; sie haben 3 erwachsene Kinder.


[1](Die Werkgruppe Graz mit ihren Mitgliedern Eugen Gross, Friedrich Groß-Rannsbach, Hermann Pichler, Werner Hollomey spielte in der steirischen Nachkriegsarchitektur eine große Rolle und war wichtige Vorreiterin der "Grazer Schule". Sie verwirklichte Projekte, die bis heute architektonische Meilensteine und Wegbereiter sind: herausragendes Projekt jener Zeit ist die Grazer Terrassenhaussiedlung St. Peter (1965-1978); auch das Studentenwohnheim Hafnerriegel (1961-1964) oder das Studentenheim mit Mensa Leechgasse (1963) sind Zeugnisse von Innovationen, die die Architektur in Österreich wieder zum Thema machten. Die Mitglieder der Gruppe waren aber auch große Freunde der Lyrik und verlegten auch Gedichtbände.)

Werke (Auswahl)#

Ausstellungen
  • Graz, Forum Stadtpark, Werkgruppe Graz, "Kristallisationen", 1967
  • "Graphische Reisetagebücher", Grazer Stadtmuseum, 2004
  • Zahlreiche Ausstellungsbeteiligungen (Forum Stadtpark, Zentralvereinigung der Architekten, Architekturforum Wien ua.)

Vorträge

  • Das Verhältnis des Architekten zum technischen Aspekt des Bauens, 1973
  • Über die Neubewertung der Technik (Antrittsvorlesung), 1974
  • Ist Technologienkontrolle identisch mit Kontrolle des Technikers ? (Inaugurationsrede), 1979
Publikationen
  • Ikonen-Fenster zur Ewigkeit, 1978
  • Über den Wert utopischen Denkens, 1979
  • Nachdenken über Politik, in 'Zweifel an der Wissenschaft', Verlag Styria, Graz, 1985
  • Orte - ihre Bilder und Inhalte, Steirische Ortsbildtage 1991-1992, Verlag Techn. Universität Graz, 1992
  • Gedanken zum Frieden, 1994
  • Die bäuerliche Wohnkultur der Berber, Zusammenhänge zwischen Lebensraum, Kulturfeld und Wohnform, Schriftenreihe Stmk. Landesmuseum Joanneum, 1994

Gezeichnete Reisetagebücher

  • Mykonos, 1979
  • Griechenland ohne Säulen, 1980
  • Graz - eine Stadtbeschreibung, 1981, 1991, 2001
  • Indianer des Südwestens - Anasazi, Hopi, Pueblo, Navajo, 1984
  • Marokko - Königsstädte, Großer Süden, Berber, 1988
  • Algerien - Naturraum, Lebensraum, Kulturraum, 1988
  • Irish Stew, Irland - Impressionen, 1988
  • Bäume, 1998
  • Der Mensch und seine Häuser, 1999
  • Griechische Inseln, 2000
  • Gebete im Wind - Himalaya-Staaten, 2000
  • Istrien, 2001
  • Orte und Wege, 2003
  • Inseln im Atlantik, 2004
  • Maghreb, 2005
  • Reihe Minimix (Reiseskizzen)
    • Algerien, Andalusien, Bäume, Bhutan, Bodrum, Burma, Cabo Verde, Chios, Deutschland/Neue Bundesländer, Elba, Graz, Irland, Island, Istrien, Japan, Karpathos, La Palma, La Gomera, Madeira, Marokko, Oman, Paros, Pyrenäen, Rhodos, Dahara-Tassili n`Ajjer, Schiffe, Tunesien, USA-Ghost Towns, Holzarchitektur

Quellen#


Redaktion: I. Schinnerl