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Hurdes, Felix#


* 9. 8. 1901, Bruneck (Südtirol)

† 12. 10. 1974, Wien


Rechtsanwalt und Politiker (ÖVP)


Felix Hurdes. Foto, 50er Jahre., © Öst. Inst. f. Zeitgeschichte, Wien - Bildarchiv, für AEIOU
Felix Hurdes. Foto, 50er Jahre.
© Öst. Inst. f. Zeitgeschichte, Wien - Bildarchiv, für AEIOU
Felix Hurdes wurde am 9. August 1901 in Bruneck in Südtirol als Sohn eines Verwaltungsbeamten geboren.

Nach dem Besuch des Gymnasiums in Wien begann er nach Kriegsende 1918 ein Studium der Rechts- und Staatswissenschaften an der Universität Wien, das er 1925 mit der Promotion zum Dr. jur. abschloss.


Gerichts- und Anwaltsausbildung folgten in Wien und Klagenfurt, wo er 1935 eine eigene Kanzlei eröffnete und als Rechtsanwalt und Verteidiger in Strafsachen tätig war.

Hurdes kam aus der katholischen Jugendbewegung und wurde 1935 Gemeinderat in Klagenfurt und Obmann des Kärntner Pressvereins, von 1936 bis 1938 gehörte er der Landesregierung Kärntens an (Department für Erziehung und Wohnungsbau).


1938 - beim Anschluss Österreichs - wurde er verhaftet und in das Konzentrationslager Dachau eingeliefert, aus dem er 1939 wieder entlassen wurde.

Von 1940 bis 1944 war er als Rechtsberater im Baugewerbe tätig, bis er erneut verhaftet wurde und ein weiteres Jahr im Konzentrationslager Mauthausen zubringen musste.


Noch während der letzten Kriegsmonate hielt Hurdes Kontakt zu Leopold Figl, Leopold Kunschak, Lois Weinberger und anderen und war an der Gründung der Österreichischen Volkspartei (ÖVP) beteiligt, deren erster Generalsekretär er von 1945 bis 1951 war und für die er dann der Regierung Figl von 1945 bis 1952 als Bundesminister für Unterricht angehörte.


Von 1945 bis 1966 war er Abgeordneter zum Nationalrat und von 1953 bis 1959 Erster Präsident des Nationalrates.


Dr. Felix Hurdes war einer der Architekten des österreichischen Neubeginns nach 1945; er hat als Generalsekretär, als Unterrichtsminister, als ÖVP-Klubobmann und schließlich als Nationalratspräsident die Partei stark geprägt und betonte stets die historisch-kulturelle Eigenständigkeit Österreichs.


Hurdes engagierte sich als Vizepräsident der Vereinigung der christlich-demokratischen Volksparteien (Nouvelles Equipes Internationales) und war auch Mitglied des Österreichischen Cartellverbandes (ÖCV).


Felix Hurdes starb am 12. Oktober 1974 in Wien und ruht in einem ehrenhalber gewidmeten Grab auf dem Wiener Zentralfriedhof (15E-16-8).

Werke (Auswahl)#

  • Kulturpolitik, 1948
  • Europäischer Solidarismus, 1948
  • Vater unser, 1950

Weiterführendes#

Quellen#



Redaktion: I. Schinnerl