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Jungwirth, Martha#


* 15. 1. 1940, Wien


Malerin


Martha Jungwirth wurde am 15. Jänner 1940 in Wien geboren.

Sie studierte von 1956 bis 1963 an der Hochschule für angewandte Kunst in Wien, wo sie 1967 bis 1977 auch selbst lehrte. Nach ihrem Studium trat sie mit Arbeiten in unterschiedlichen Medien wie Bleistiftzeichnungen, Aquarellen sowie Arbeiten in Öl und Tusche an die Öffentlichkeit und wurde bereits früh mehrfach ausgezeichnet.

Zunächst für ihre Zeichnungen und Aquarelle bekannt, begann sie bald mit Selbstportraits und der Darstellung von Alltagsgegenständen, die in der zeichnerisch virtuosen Umsetzung von elektrischen Haushaltsgeräten (Indesit-Serie) gipfelte.

Als einzige Frau gehört sie der losen Gruppierung von Künstlern an, die 1968 in der legendären Ausstellung "Wirklichkeiten" in der Secession präsentiert wurde (zusammen mit Wolfgang Herzig, Kurt Kocherscheidt, Peter Pongratz, Franz Ringel und Robert Zeppel-Sperl).
Diese neue, gegenständlich orientierte Kunst richtete sich gegen die beiden damals in Wien vorherrschenden Kunstströmungen des Informel und des Phantastischen Realismus. Martha Jungwirth war aber in dieser Gruppe von Künstlern eher eine Ausnahme, da ihr Werk an der Grenze zwischen abstrakter und gegenständlicher Malerei angesiedelt war.

Mit ihren wie Röntgenbilder anmutenden Zeichnungen von Haushaltsgeräten (in den Zyklen "Hausfrauen-Maschinen" oder "Die Schwarze Küche") rückte sie 1977 auf der Documenta VI in Kassel erstmals in den Blickpunkt der internationalen Kunstszene.

Martha Jungwirth setzte den Schwerpunkt in ihrem malerischen Werk auf das Aquarell. Während sie in ihren frühen Werken dem Gegenstand noch stärker verhaftet war, löste sich die Form in den 1980er Jahren immer mehr in Richtung Abstraktion und Emotion auf: die Gegenstandsfarbe wurde zur Gefühlsfarbe.

Von 1969 bis zu dessen Tod 1990 war Martha Jungwirth mit dem Kunsthistoriker und Museumsdirektor Alfred Schmeller verheiratet. Sie lebt und arbeitet heute in Wien und Neumarkt an der Raab (Burgenland).

Auszeichnungen, Ehrungen (Auswahl)#

  • Theodor-Körner-Preis, 1964
  • Joan-Mirò-Preis, 1967
  • Preis des BMUK für Aquarell, 1982
  • Preis der Stadt Wien, 1986
  • Österreichisches Ehrenzeichen für Wissenschaft und Kunst, 2012

Literatur#

  • Wirklichkeiten. Aspekte einer Gruppierung, Ausstellungskatalog, Wien 1988.


--> Historische Bilder zu Martha Jungwirth (IMAGNO)

Quellen#


Redaktion: I. Schinnerl