Kafka, Franz - Austria-Forum : Biographien
Kafka, Franz #
* 3. 7. 1883, Prag (Tschechische Republik)
† 3. 6. 1924, Kierling, Klosterneuburg, Niederösterreich
Schriftsteller
Franz Kafka wurde am 3. Juli 1883 in Prag als ältestes von sechs Kindern des jüdischen Kaufmanns Hermann Kafka und seiner Frau Julie, geb. Löwy geboren.
Zwei seiner Brüder sterben früh (Georg und Heinrich), seine drei Schwestern werden später im Konzentrationslager Auschwitz ermordet.
Kafka wurde deutschsprachig erzogen, 1889 bis 1893 besuchte er die Deutsche Knabenschule am Fleischmarkt in Prag, danach das Altstädter Deutsche Gymnasium, das er 1901 mit der Matura abschließt.
Nach einigen Wochen des Chemiestudiums begann er in Prag ein Jus-Studium, promovierte 1906 und absolvierte seine Praktikantenzeit am Landesgericht Prag.
1902 traf er in der "Lese- und Redehalle der Deutschen Studenten", wo verschiedenste literarische Treffen stattfanden, Max Brod, mit dem ihn eine lebenslange Freundschaft verbinden sollte. Zusammen besuchten sie die literarischen Salons von Prag, zu ihrem Freundeskreis zählten unter anderem G. Meyrink, E. Weiß und F. Werfel. Franz Kafka und seine engen Freunde Max Brod und Felix Weltsch waren "Der enge Prager Kreis".
1908 trat Kafka als Aushilfskraft in die Versicherungsanstalt „Assicurazioni Generali“ ein und wechselte dann als Aushilfsbeamter in die „Arbeiter-Unfall-Versicherungs-Anstalt für das Königreich Böhmen in Prag“ , wo er im Laufe der Jahre immer wieder befördert wurde. Trotzdem betrachtete er seine Arbeit jedoch immer als ungeliebten Brotberuf und als Hindernis für seine eigentliche Mission, das Schreiben.
1917 erkrankte er an Tuberkulose, was ihn 1922 zur Aufgabe des Berufes zwang, aber endlich auch den Freiraum für sein Schreiben gab. 1923 begann Kafka intensiv hebräisch zu lernen, er hatte sich vorgenommen, nach Palästina zu reisen.
Kafkas Gesundheitszustand verschlechterte sich zunehmend, am 3. Juni 1924 verstarb er im "Sanatorium Dr. Hoffmann" in Kierling bei Klosterneuburg, wo Dora Diamant und der seit 1921 mit ihm befreundete junge Arzt Robert Klopstock ihn pflegten. Am 11. Juni wird Franz Kafka auf dem jüdischen Friedhof in Prag-Straschnitz zu Grabe getragen.
Bereits in seiner Jugend beschäftigte sich Kafka mit Literatur, von seinen frühen literarischen Versuchen ist allerdings nur ein Bruchteil erhalten geblieben. Aus den Jahren ab 1904 ist vor allem das umfängliche Fragment "Beschreibung eines Kampfes" überliefert, das Kafka dann 1909 durch eine grundlegende Überarbeitung (vergeblich) zu retten versuchte. Den Plan einer weiteren Novelle "Hochzeitsvorbereitungen auf dem Lande" (1907), gab er bereits nach wenigen Seiten auf. Auch der gemeinsam mit Max Brod verfasste Roman "Richard und Samuel" (1911-12) gelangte über das erste Kapitel nicht hinaus.
Zu Lebzeiten nur wenig beachtet, gelang es Kafka wie kaum einem anderen Autor der Epoche, die Bedrohung des einzelnen Menschen in einer zusehends technisierten und anonymen bürokratischen Welt zu gestalten. In schmucklos-präziser Sprache schildert er - in Umkehrung des klassischen Bildungsromans - die Schicksale von "Helden", die sich einer zynischen Umwelt gegenübersehen, an der sie, befangen in komischer Hilflosigkeit und Ohnmacht, trotz großer individueller Anstrengungen tragisch scheitern. Aus dem jüdisch-christlichen Denken die Motive von Schuld und Sühne, Opfer und Erlösung übernehmend, gestaltete Kafka auch in seinen kunstvollen Erzählungen und Parabeln den Einbruch irrationaler Macht in den Alltag ("Die Verwandlung", 1916). Das Adjektiv "kafkaesk" ist als Bezeichnung für derart grotesk-absurde Situationen in alle Kultursprachen der Welt eingegangen.
Werke (Auswahl):
Romanfragmente:
- "Der Prozess" (1925, entstanden 1914/15)
- "Das Schloss" (1926, entstanden 1922)
- "Amerika" (1927, von Kafka unter dem Titel "Der Verschollene" 1911-14 begonnen, Eingangskapitel "Der Heizer" erschien 1913)
- sowie die Herausgabe der "Gesammelten Schriften" (7 Bände, 1935-37, mit Biographie von M. Brod)
Kurzprosa und Erzählungen:
- Die Aeroplane in Brescia, in: Bohemia 82, Nummer 269, 1909
- Betrachtung, 1913
- In der Strafkolonie, 1919
- Ein Landarzt. Kleine Erzählungen, 1919
- Ein Hungerkünstler. Vier Geschichten, 1924
Tagebücher und Briefe:
- Tagebücher 1910-23, herausgegeben von W. Haas, 1951
- Briefe an Milena, herausgegeben von derselben, 1952 (erweiterte Ausgabe, herausgegeben von J. Born und M. Müller, 1983)
- Briefe an Felice und andere Korrespondenz aus der Verlobungszeit, herausgegeben von F. Heller und J. Born, 1967
- Briefe an Ottla und die Familie, herausgegeben von H. Binder und K. Wagenbach, 1974
- Briefe an die Eltern aus den Jahren 1922-24, herausgegeben von J. Cermák und M. Svatos, 1990
- Kritische Ausgabe der Werke, 12 Bände, herausgegeben von J. Born und anderen, 1983-93
- Kritische Ausgabe der Briefe, herausgegeben von H. G. Koch, 1999 ff
- Historisch-kritische Ausgabe sämtlicher Handschriften, Drucke und Typoskripte, herausgegeben von R. Reuß und P. Staengle, 1995 ff
Literatur:
- K. Wagenbach, F. Kafka, 1966
- H. Binder (Hg.), Kafka-Handbuch, 2 Bände, 1979
- W. Schmidt-Dengler (Hg.), Was bleibt von F. Kafka? Positionsbestimmung, 1985
- M. I. Caputo-Mayr und J. M. Herz, Eine kommentierte Bibliographie der Sekundärliteratur, 1987
- K. Wagenbach, F. Kafka. Ein Leben in Bildern, 1989
- T. Anz, F. Kafka, 1989
- F. Kafka, Sonderband "Text und Kritik", 1994
- M. L. Caputo-Mayr, F. Kafka, 2 Bände, 2000 (Band 1: Bibliographie der Primärliteratur 1908-97, Band 2: Bibliographie der Sekundärliteratur 1955-97).
Artikel aus dem Buch "Große Österreicher"#
Franz Kafka 1883-1924
Dichtung nach Dienstschluss: dies könnte als Motto über dem Lebenswerk von Franz Kafka stehen. Dichtung nach Dienstschluss, oder auch: der Beamte als Schriftsteller. Als berühmter Schriftsteller zumal. Franz Kafka war, als er einundvierzigjährig starb, ein bekannter Mann. Dass seine wahre Größe erst nach 1945 erkannt wurde, hängt mit den politischen Ereignissen in Europa, vor allem in seiner engeren Heimat, zusammen. Der Prager Jude wurde, wie so viele andere, zur Unperson.
Dichtung nach Dienstschluss: das »nächtliche Geschreibsel« sei sein einziges Verlangen, hat er gesagt. Kafka war ein Nachtarbeiter, aus Zwang und aus Passion. Seine Werke spielen im Zwielicht des Lebens und der Phantasie, seine Gestalten sind dunkel, man hat nach dem Zweiten Weltkrieg den Begriff »kafkaesk« geprägt und meint damit das zwanghaft Unerklärbare, wie es im »Prozess«, im »Schloss« auftritt. Es sind das alles Nachtstücke, in der Tat. Aber Kafka war auch zwangsläufig ein Nachtarbeiter. »Manöverleben« nannte er seinen Zeitplan, den er genau einhielt: Von acht bis zwei Uhr nachmittag saß er im Büro, von drei Uhr bis etwa halb acht Uhr schlief er, dann folgte ein Spaziergang, schließlich, wie es in Prag damals Sitte war, ein spätes Abendessen, und ab etwa elf Uhr nachts schrieb Franz Kafka bis zwei, drei Uhr früh. Es war des Dienstes ewig gleichgestellte Uhr, die dem Versicherungsbeamten den Arbeitsrhythmus diktierte. Franz Kafka, Doktor der Rechtswissenschaften, Verrechnungsbeamter erst bei der »Assecurazione Generali« in Prag und nachher mehr als anderthalb Jahrzehnte lang bei der Arbeiter-Unfall-Versicherungsanstalt des Königreichs Böhmen, hat zwei Dinge gehasst, das Beamtentum und die Stadt Prag. Die Beamten nannte er die »Auswurfklasse des europäischen Berufsmenschen«. Von der Stadt Prag, seiner Heimatstadt, sagte er, sie lasse ihn nicht los: »Dieses Mütterchen hat Krallen!« Dennoch haben beide, Prag und das Beamtentum, seinem Leben und vor allem seinem Werk ihren Stempel aufgedrückt.
Er ist gereist, gewiss, aber er ist immer wieder in die Stadt an der Moldau zurückgekehrt. Und er war Beamter, Versicherungsbeamter, bis zur Frühpension. Er hat, wie heute noch fast jeder österreichische Jurist, sein Gerichtsjahr absolviert. Und er war - ungleich Grillparzer - im Grunde seines Herzens kein grantiger, kein unwilliger Beamter. Unter anderem hat man ihm in der Arbeiter-Unfall-Versicherungsanstalt in Prag auch die Werbung für die Unfallverhütung übertragen. Franz Kafka, der große Dichter, hat in dieser Funktion Flugblätter und Werbeschriften verfasst, darunter eine, die die Einführung von Sicherheitswellen bei Holzhobelmaschinen propagieren sollte: »Durch die angeführten Vorrichtungen ist einerseits die überwiegende Möglichkeit beseitigt, mit den Fingern in die Spalte der Vierkantwelle zu geraten, andererseits aber ist selbst für den Fall, dass die Finger in die Spalte kommen, bewirkt, dass nur ganz unbedeutende Verletzungen sich ereignen können, Risswunden, die nicht einmal Unterbrechungen der Arbeit zur Folge haben.« Auch das ist Franz j Kafka...
Er hat sich, kraft seines Amtes, auch mit der Lage der arbeitenden Bevölkerung zu befassen gehabt. Er wäre spätestens in dieser Funktion Sozialdemokrat geworden. Aber er ist es eigentlich schon früher gewesen. Er hat an den Versammlungen des Sozialrevolutionären »Klub Mladých« teilgenommen, er interessierte sich sehr für Politik, wurde auch einmal, als die Polizei eine nichtgenehmigte Veranstaltung auflöste, verhaftet und hatte die Wahl: ein Gulden Strafe oder 24 Stunden Polizeiarrest. Kafka war Beamter, er musste am nächsten Morgen pünktlich zum Dienst erscheinen. Also zahlte er den Gulden. Das soziale Engagement war nicht nur Interesse, es war auch Protesthandlung. Aus wohlhabendem Hause stammend -Vater Hermann war offiziell »Händler mit Kurzwaren, Modeartikeln, Galanteriewaren, Sonnenschirmen, Regenschirmen, Spazierstöcken, Baumwolle«, hatte aber de facto ein gutgehendes Geschäft -, war Franz, der Deutschprager, eine Art von Grenzgänger. »Als einziger«, schreibt Klaus Wagenbach in seiner Kafka-Monographie, »sprach und schrieb er fast fehlerlos tschechisch, als einziger wuchs er mitten in der Altstadt auf, an der Grenze zum damals noch als architektonische Einheit bestehenden Ghettobezirk. Niemals hat Kafka die enge Bindung zum tschechischen Volk verloren, niemals diese Atmosphäre seiner Jugend vergessen.« Und er hat fast sein ganzes schriftstellerisches Leben im Umkreis dieser Stätte verbracht. Mit dem Vater verband ihn nicht Liebe, bestenfalls Achtung, Hermann Kafka konnte für die schriftstellerische Tätigkeit seines Sohnes nie das entsprechende Verständnis aufbringen. »Leg's auf das Nachtkastel«, sagte er, vom Kartenspiel aufblickend, wenn ihm Franz einen neuerschienenen Band überreichen wollte. Schon im Gymnasium hat Kafka zu schreiben begonnen. Seine Frühwerke sind freilich nicht erhalten; auch die bei seinem Tod nichtveröffentlichten Spätwerke wären vernichtet worden, hätte man das Testament des Schriftstellers befolgt. Aber Max Brod, Kafkas Freund und Weggenosse, hielt sich nicht daran: er bearbeitete und publizierte den Nachlass und schenkte der Welt so jenes Bild Franz Kafkas, das sie heute besitzt. Bei Max Brod hat Kafka auch Felice Bauer kennengelernt, mit der er zweimal verlobt war: eine jener Frauengestalten, die an seinem Wegesrand standen, die ihn auch ein Stück Wegs begleiteten, ohne dass er zu einer festen Bindung bereit gewesen wäre - nicht mit Felice, nicht mit Julie Wohryzek, mit Grete Bloch, nicht mit seiner langjährigen Briefpartnerin und Freundin Milena Jesenska. Einem Brief an Felices Vater freilich verdanken wir eine der faszinierendsten Selbstdarstellungen des Dichters: »Ich lebe in meiner Familie, unter den besten und liebevollsten Menschen, fremder als ein Fremder. Mit meiner Mutter habe ich in den letzten Jahren durchschnittlich nicht zwanzig Worte täglich gesprochen, mit meinem Vater kaum jemals mehr als Grußworte gewechselt. Mit meinen verheirateten Schwestern und den Schwägern spreche ich gar nicht, ohne etwa mit ihnen böse zu sein. Der Grund dessen ist einfach der, daß ich mit ihnen nicht das allergeringste zu sprechen habe. Alles, was nicht Literatur ist, langweilt mich, und ich hasse es, denn es stört mich oder hält mich auf, wenn auch nur vermeintlich. Für Familienleben fehlt mir dabei jeder Sinn außer der des Beobachters im besten Fall. Verwandtengefühl habe ich keines, in Besuchen sehe ich förmlich gegen mich gerichtete Bosheit. Eine Ehe könnte mich nicht verändern, ebenso wie mich mein Posten nicht verändern kann.«
Ein kontraproduktives Schreiben, wenn man um die Hand eines Mädchens anhalten möchte, ist man versucht zu sagen. Auch in der Sprache kunstvoll, nicht nur in den Gefühlswendungen sonderbar. »Hinter Tetschen-Bodenbach wird kein Mensch Kafka verstehen«, schrieb Franz Werfel. Vielleicht stimmt es. Vielleicht ist dieser große Dichter, der in ein Sanatorium in Kierling an Tuberkulose zugrunde ging, wirklich erst nach dem Zweiten Weltkrieg verstanden worden, als Sartre, doch auch die Surrealisten auf ihn zurückgriffen, ihn als Vorkünder betrachteten.
Kafka ist in Prag begraben, in der Stadt, die ihn nicht losließ. Er ist dennoch ein Sohn des anderen, des großen Österreich. So wie Josef K., der im »Prozeß« nicht weiß, wie ihm geschieht. So wie der Landmesser K. im »Schloß«, der gerufen wird und doch nie bis zum Herrn vordringen kann.
Essay#
Kafkas Köpfe #
Anlässlich der Veröffentlichung eines Bildbandes über Kafka erschien am 10. Juli 2008 ein Artikel in dem Wochenjournal Die Furche, den wir hier mit freundlicher Genehmigung des Verlages wiedergeben dürfen.
von
Oliver Ruf
In einem seiner kleinen, im Oktavheft H überlieferten Texte heißt es: "Alles fügte sich ihm zum Bau. Fremde Arbeiter brachten die Marmorsteine zubehauen und zueinandergehörig. Nach den abmessenden Bewegungen seiner Finger hoben sich die Steine und verschoben sich. Kein Bau entstand jemals so leicht wie dieser Tempel oder vielmehr dieser Tempel entstand nach wahrer Tempelart." Ein Tempel ist Kafkas Werk inzwischen für die einen, ein mithin nahtlos verfugter "Bau" für die anderen, den zu betreten manch einem (ganz so wie dem Mann vom Lande in der berühmten "Türhüterlegende") nicht möglich ist, obwohl doch dessen Tür die ganze Zeit offensteht. Kafka wurde und wird zum Gegenstand immer höher bauender Auslegungen. Es überrascht nicht, dass der Berg an Publikationen mit dem diesjährigen Jubiläum – Kafka wurde vor 125 Jahren geboren – weiter angewachsen ist. Unter den neuen Büchern sind nützliche Einstiege in das Kafka’sche "Universum", famos verfasste literarische Essays und gleichsam ikonografische Zeugnisse dieses großen Mysteriums der Weltliteratur.
Lebensraum im Bild#
Die beeindruckendsten Bilder bietet Hartmut Binders opulente Bildbiografie, die erstmals umfassend alle Lebensphasen Kafkas mit über 1200 fast ausschließlich historischen und großenteils unveröffentlichten Fotografien dokumentiert, die ausführlich und einsichtig erläutert werden. Gezeigt werden alle Prager Wohnungen Kafkas und seiner Verwandten, die Domizile seiner wichtigsten Freunde sowie die Schulen, Hochschuleinrichtungen, Synagogen, Kirchen, Kaffeehäuser, Hotels, Theater, Kabaretts, Vortragssäle, Salons, Ausstellungen, Badeanstalten und Parks, kurz: alle Orte, die Kafka je zu besuchen pflegte. Fotografisch nachvollzogen werden außerdem seine fast täglich unternommenen Stadtspaziergänge, seine Ausflüge in die Umgebung Prags, seine Dienst- und Urlaubsreisen sowie seine Kuraufenthalte in den Jahren der Krankheit – und das alles kleinschrittig, in Bildsequenzen, die nach Motiv, Zeitstellung und Perspektive möglichst genau auf Tagebücher und Briefstellen rekurrieren, in denen von den genannten Unternehmungen die Rede ist. Dass dabei zahlreiche bisher unidentifizierte Örtlichkeiten und Monumente zum Vorschein kommen, ist erstaunlich. Dass hierbei auch jene Menschen, mit denen Kafka Kontakt hatte, in Bild und Beschreibung Konturen gewinnen, ist ein zweiter Gewinn dieses bemerkenswerten Buches. Mit ihm gelingt es Hartmut Binder, die enge Verzahnung von Kafkas literarischem Werk, seinen Tagebüchern und Briefen mit seinem tatsächlichen Lebensraum authentisch aufzuzeigen. Damit bietet Binder ein geradezu ideales Pendant zu Klaus Wagenbachs großer Standard-Bild-Monografie, die jetzt als überarbeitete und erweiterte Ausgabe erschienen ist und die den Blick auch auf Kafkas Berufsutensilien und Alltagsgegenstände lenkt, etwa auf die Schreibfeder, die Büroschreibmaschine oder die "Ohropax"- Box – "unentbehrlich gegen den Lärm der Welt".
Keine leere Landschaft#
Warum das Stimmengewirr der Welt dennoch so nachhaltig und "ungeheuerlich" den Weg in Kafkas Kopf gefunden hat (unweigerlich denkt man an Gregor Samsas phantastische Verwandlung in ein ungeheueres Ungeziefer), erklärt Louis Begley in seinem neuen, versierten biografischen Versuch. Begley, 1933 als Sohn polnischer Juden im ukrainischen Stryj geboren, dessen eigenes dichterisches Debüt "Lügen in Zeiten des Krieges" als wichtigstes Dokument der literarischen Erinnerung an den Holocaust gilt, hat die wichtigsten Schwierigkeiten, die sich im Umgang mit Kafkas Leben und Werk ergeben, souverän geschultert. In dem Bewusstsein, dass Kafkas Romane und Erzählungen streng ahistorisch seien, wird demonstriert, dass dieser "doch nicht in einer Landschaft" schrieb, "die so leer und öde war wie die winterlichen Felder, durch die der glücklose Landvermesser K. auf seinem Weg zu Graf Weswests Schloss stapft". Vielmehr wird – aus der subjektiven Sicht eines Autors, der als Jude selbst dem Holocaust entging – ersichtlich, wie fest verankert Kafka in Prag und in der deutschsprachigen jüdischen Mittelschicht war. Zitiert wird denn auch an einer Stelle Willy Haas, der erste Herausgeber von Kafkas Briefen an Milena Jesenská und Mitglied des Prager Literaturenzirkels, in dem auch Kafka verkehrte, der schreibt: "Kafka hat gewiss alles gesagt, was wir auf der Zunge hatten und niemals sagten, niemals sagen konnten... Ich kann mir nicht vorstellen, wie irgendein Mensch ihn überhaupt verstehen kann, der nicht in Prag und nicht um 1890 und 1880 geboren ist … Kafka scheint mir ein … österreichisches, jüdisches, Prager Geheimnis zu sein, zu dem nur wir den Schlüssel haben." Wenn auch die Haas’sche Behauptung Begley zu Recht reichlich übertrieben erscheint, nimmt er sie gleichwohl zum Anlass, Böhmen, Prag und Kafkas Familie als Ausgangspunkt seiner Überlegungen heranzuziehen, um auf diese Weise (gerade auch für neue Leser) einen Zugang zu Kafkas literarischem Labyrinth anzubieten, gewissermaßen nicht vor der Tür zu Kafkas OEuvre zu verharren, sondern leichten Schrittes den Eintritt zu wagen, obwohl dies letztendlich doch unmöglich sein mag. "The Impossibility of Being Kafka" lautet der Titel eines Essays der amerikanischen Erzählerin Cynthia Ozick – "Die Unmöglichkeit, Kafka zu sein". Reiner Stach, der in der Vergangenheit nicht nur "Kafkas erotischen Mythos" untersucht hat, sondern auch für die gefeierte Ausstellung über "Kafkas Braut" verantwortlich zeichnete, nimmt zu Beginn seiner gerade publizierten, neuen Biografie nicht zufällig Bezug auf Ozicks programmatische Überschrift, die – so Stach – "verblüfft" und "einleuchtet", weil sie "unterschwellig jenes vertraute Porträt eines neurotischen, hypochondrischen, skrupulösen, in jeder Beziehung schwierigen und empfindlichen Menschen heraufbeschwört, der ewig um sich selbst kreist und dem schlechthin alles zum Problem wird."
Einsam, aber nie eintönig#
Ein solches Bild, das Kafka zum "paradigmatischen Fall einer weltfremden, sich selbst verzehrenden Innerlichkeit" gemacht hat, zeichnet Stach in seinem stilistisch vortrefflich geschriebenen Buch, in dem er den biografischen Zugang zu Kafka gegenüber den Geisteswissenschaften aufs Deutlichste verteidigt und gleichzeitig demonstriert, wie ein solcher bestmöglich funktionieren kann. "Man muss sich klarmachen", heißt es bei Stach, dass "privates und öffentliches Unglück" bei Kafka „nicht nur zeitlich zusammentrafen, sondern dass sie auch in dieselbe Kerbe, dieselbe Wunde schlugen. Denn beides waren Katastrophen, die kostbare menschliche Verbindungen kappten und ihn in einem Augenblick der Hoffnung auf sich selbst zurückwarfen: Katastrophen der Einsamkeit." Vielleicht ist das die schönste Erkenntnis zum diesjährigen Jubiläum: Dass es in Kafkas Kopf-"Bauten" zwar einsam, aber niemals eintönig ist, was im Besonderen auch das von Peter Höfle neu herausgegebene Lese- und Einführungsbuch zum Thema belegt. Enthalten sind darin (leichtverständlich eingeleitet, wiederum biografisch verortet und nach Lebensstationen geordnet) Kafkas bedeutendste Texte, darunter auch jener, in dem zu lesen ist: „Alles fügte sich ihm zum Bau … Nur dass auf jedem Stein … unbeholfenes Gekritzel sinnloser Kinderhände oder vielmehr Eintragungen barbarischer Gebirgsbewohner zum Ärger oder zur Schändung oder zu völliger Zerstörung mit offenbar großartig scharfen Instrumenten für eine den Tempel überdauernde Ewigkeit eingeritzt waren.“ In dieser Ewigkeit – so ließe sich zusammenfassen – ist Kafka heute situiert.
Literatur:
- KAFKAS WELT Eine Lebensgeschichte in Bildern Von Hartmut Binder Rowohlt Verlag, Reinbek bei Hamburg 2008. 688 S., geb., € 70,–
- FRANZ KAFKA Bilder aus seinem Leben Von Klaus Wagenbach. Wagenbach Verlag, Berlin 2008. Überarb. und erw. Ausgabe. 256 S., geb. € 40,10
- DIE UNGEHEUERE WELT, DIE ICH IM KOPF HABE Über Franz Kafka. Von Louis Begley. Aus dem Engl. von Christa Krüger. Deutsche Verlags-Anstalt, München 2008. 336 S., geb., € 20,60
- KAFKA – Die Jahre der Erkenntnis Von Reiner Stach S. Fischer Verlag, Frankfurt am Main 2008. 732 S., geb., € 30,80
- EINFACH KAFKA Hg. von Peter Höfle Suhrkamp Verlag, Frankfurt 2008 350 S., brosch., € 7,20
Essay#
Das Schreiben als Teufelsdienst#
Franz Kafka, von Brotberuf Versicherungsjurist, konnte die Widersprüche zwischen innerer und äußerer Wahrheit nur in der Literatur auflösen#
Von der Wiener Zeitung (Samstag, 22. August 2009) freundlicherweise zur Verfügung gestellt.
Von
Otto A. Böhmer
Der Dichter Franz Kafka war ein Mensch, der kein Genügen finden konnte: nicht an sich selbst, nicht an der Welt, aber, was schwerer wog, auch nicht an den normalen Erkenntnisvorgängen, die eine Realität voraussetzen und ein Wissen, das sich an eben dieser Realität bedient und abarbeitet. In einer seiner frühen Erzählungen, "Beschreibung eines Kampfes", hat er erstmals anzudeuten versucht, wie sich ihm das Gegebene gerade dann zu entziehen beginnt, wenn scheinbar alles in Ordnung ist: "Ich hoffe von Ihnen zu erfahren, wie es sich mit den Dingen eigentlich verhält, die um mich wie ein Schneefall versinken, während vor andern schon ein kleines Schnapsglas auf dem Tisch fest wie ein Denkmal steht ... Sie glauben nicht daran, dass es andern Leuten so geht? Wirklich nicht."
Für Kafka versanken "die Dinge" tatsächlich "wie ein Schneefall", während den anderen, der erdrückenden Mehrheit, zu der er, bevorzugt, seinen gefühlsgroben Vater zu rechnen hatte, "schon ein kleines Schnapsglas auf dem Tisch fest wie ein Denkmal" stand. Für den Dichter indes stand gar nichts fest; allenfalls, dass er sich selbst nicht entfliehen konnte – was keine tröstliche Aussicht war: „Mein Weg ist gar nicht gut und ich muss – soviel Übersicht habe ich – wie ein Hund zugrunde gehn. Auch ich würde mir gern ausweichen, aber da das nicht möglich ist, freue ich mich nur noch darüber, dass ich kein Mitleid mit mir habe und so egoistisch also endlich geworden bin.“
Zur Hinnahme seiner selbst sieht sich Kafka veranlasst, als er zu begreifen beginnt, dass ihm kein gewöhnlicher Umgang mit der Wirklichkeit und ihren Menschen vergönnt sein sollte. Er weiß auch, dass es ihm nicht vergönnt sein wird, eine Ordnung der Dinge herzustellen, an der er selbst Beruhigung findet.
Wünsche an das Leben#
Gelingen kann ihm dies nur im schwebenden Leichtsinn des Traums, der sich an keine Zeiten und an keine Dienstvorschriften halten muss. In einer Tagebuchaufzeichnung heißt es: „Ich saß einmal vor vielen Jahren, gewiss traurig genug, auf der Lehne des Laurenziberges. Ich prüfte die Wünsche, die ich für das Leben hatte. Als wichtigster oder als reizvollster ergab sich der Wunsch, eine Ansicht des Lebens zu gewinnen (und – das war allerdings notwendig verbunden – schriftlich die anderen von ihr überzeugen zu können), in der das Leben zwar sein natürliches schweres Steigen und Fallen bewahre, aber gleichzeitig mit nicht minderer Deutlichkeit als ein Nichts, als ein Traum, als ein Schweben erkannt werde. Vielleicht ein schöner Wunsch, wenn ich ihn richtig gewünscht hätte. Etwa als Wunsch, einen Tisch mit peinlich ordentlicher Handwerksmäßigkeit zusammenzuhämmern und dabei gleichzeitig nichts zu tun, und zwar nicht so, dass man sagen könnte: ‚Ihm ist Hämmern ein Nichts’, sondern ‚Ihm ist das Hämmern ein wirkliches Hämmern und gleichzeitig auch ein Nichts’, wodurch ja das Hämmern noch kühner, noch entschlossener, noch wirklicher und, wenn du willst, noch irrsinniger geworden wäre. Aber er konnte gar nicht so wünschen, denn sein Wunsch war kein Wunsch, es war nur eine Verteidigung, eine Verbürgerlichung des Nichts, ein Hauch von Munterkeit, dem er dem Nichts geben wollte, in das er zwar damals kaum die ersten bewussten Schritte tat, das er aber schon als sein Element fühlte. Es war damals eine Art Abschied, den er von der Scheinwelt der Jugend nahm, sie hatte ihn übrigens niemals unmittelbar getäuscht, sondern nur durch die Reden aller Autoritäten ringsherum täuschen lassen ..."
Kafka erkennt, dass die Wahrheit, die ihm zugemutet wird, in einer Literatur liegt, deren Ansprüche beträchtlich, fast maßlos sind, obwohl ihre Strenge sich vor allem gegen den Urheber richtet. Er muss Schriftsteller sein, ohne Wenn und Aber. Als sich ihm diese Gewissheit stellt, der er mit keinen Ausflüchten mehr kommen kann, hat er, paradox genug, die Integration in sein Berufsleben bereits vollzogen. Nach dem Studium der Rechte, der Promotion, einem Praktikum in einer Prager Rechtsanwaltskanzlei arbeitet er seit dem August 1908 in der "Arbeiter-Unfall-Versicherungs-Anstalt für das Königreich Böhmen", der er, bis zu seiner vorzeitigen Pensionierung im Sommer 1922, schweren Herzens die Treue hält.
Kafkas Welt ist kein wüstes Land, das in unzugängliches Privateigentum überführt wurde, sondern ein zerlegtes, entfremdetes Dasein, wie es sich erst dem durchdringenden Blick darbietet, der an Ausschmückung, an Überwucherung und funktioneller Verfügbarkeit nicht mehr interessiert sein darf.
Die weltabgewandte Seite des Menschen ist verwundbar, und einem Dichter wie Kafka, der sich kein dickes Fell zulegen konnte, muss sie noch viel verwundbarer vorkommen: "Wenn man so ein Leben überblickt, das sich ohne Lücke wieder und wieder höher türmt, so hoch, dass man es kaum mit seinen Fernrohren erreicht, da kann das Gewissen nicht zur Ruhe kommen. Aber es tut gut, wenn das Gewissen breite Wunden bekommt, denn dadurch wird es empfindlicher für jeden Biss. Ich glaube, man sollte überhaupt nur Bücher lesen, die einen beißen und stechen. Wenn das Buch, das wir lesen, uns nicht mit einem Faustschlag auf den Schädel weckt, wozu lesen wir dann das Buch? Damit es uns glücklich macht? Mein Gott, glücklich wären wir eben auch, wenn wir keine Bücher hätten, und solche Bücher, die uns glücklich machen, könnten wir zur Not selber schreiben. Wir brauchen aber die Bücher, die auf uns wirken wie ein Unglück, das uns sehr schmerzt, wie der Tod eines, den wir lieber hatten als uns, wie wenn wir in Wälder verstoßen würden, von allen Menschen weg, wie ein Selbstmord, ein Buch muss die Axt sein für das gefrorene Meer in uns."
Befremdliche Welt#
Tatsächlich schrieb sich Kafka die Bücher, die er brauchte, „zur Not“ selbst. Die Ängste, die er beschrieb, das absurde oder verzweifelte Ungenügen an der Benennung einer Welt, die ihr Auseinanderfallen in subjektive und objektive Momente niemals verleugnen kann (auch wenn das gewöhnliche Standesbewusstsein Einheitlichkeit und Übereinstimmen suggeriert), entwirft das Bild bleibender Unvertrautheit, die nicht im Privaten aufgeht, sondern der Existenzordnung als solcher die Sicherheit abgräbt. Von Kafka selbst erfährt man darin eigentlich nichts; der Autor bleibt ein Geheimnisträger. Ein Mitschüler Kafkas erinnert sich: "Er war immer rein und ordentlich, unauffällig und solid, aber niemals elegant gekleidet...
Wir hatten ihn alle sehr gern und schätzten ihn, aber niemals konnten wir mit ihm ganz intim werden, immer umgab ihn irgendwie eine gläserne Wand. Mit seinem stillen, liebenswürdigen Lächeln öffnete er sich die Welt, aber er verschloss sich vor ihr ... Was mir im Gedächtnis haftengeblieben ist, ist das Bild eines schlanken, hochgewachsenen, jungenhaften Menschen, der so still aussah, der gut war und liebenswürdig, der freimütig jedes Andere anerkannte und doch immer irgendwie entfernt und fremd blieb."
Kafka hat das Befremdliche registriert, ohne es zur Belastungsprobe für andere werden zu lassen; im gesellschaftlichen Verkehr ist er hilfsbereit und zuvorkommend.
Auch sein Arbeitgeber, die Versicherungsanstalt, kann mit ihm nur zufrieden sein; er erfüllt die ihm übertragenen Aufgaben nach bestem Wissen und Gewissen. Sein eigentliches Leben beginnt erst in der Nacht. Dann beginnt er zu schreiben, was ihm nie leichtfällt; der Schriftsteller, wie Kafka ihn sieht, führt einen aussichtslosen, aber überlebensnotwendigen Kampf, der gelegentlich unerhörte Wahrheiten aufblitzen lässt, ansonsten jedoch eine Veranstaltung von geringem Unterhaltungswert bleibt.
Kafka schreibt um sein Leben, und er wird dafür mit lebenslanger Erschütterung bedacht, von der die anderen kaum etwas mitbekommen. In einem Brief an seinen Freund Max Brod heißt es: "Das Schreiben erhält mich, aber ist es nicht richtiger zu sagen, dass es diese Art Leben erhält? Damit meine ich natürlich nicht, dass mein Leben besser ist, wenn ich nicht schreibe. Vielmehr ist es dann viel schlimmer und ganz unerträglich und muss mit dem Irrsinn enden...
Aber wie ist es mit dem Schriftstellersein selbst? Das Schreiben ist ein süßer wunderbarer Lohn, aber wofür? In der Nacht war es mir mit der Deutlichkeit kindlichen Anschauungsunterrichts klar, dass es der Teufelsdienst ist. Dieses Hinabgehen zu den dunklen Mächten, diese Entfesselung von Natur aus gebundener Geister, fragwürdige Umarmungen und was alles noch unten vor sich gehen mag, von dem man oben nichts mehr weiß, wenn man im Sonnenlicht Geschichten schreibt. Vielleicht gibt es auch anderes Schreiben, ich kenne nur dieses..."
Kafkas Inspiration musste von Anfang an ohne Erleuchtung und den Glanz der Gewissheit auskommen; sie wird vielmehr im Negativen festgemacht, in der fehlenden Deckungsgleichheit zwischen Begriff und Gegenstand, zwischen innerer und äußerer Wahrheit. Der einzige Ort, an dem der Schriftsteller die Übereinstimmung entzweiter Momente herbeizwingen kann, ist der Schreibtisch; ihn erklärt Kafka zu seinem Refugium: „Das Dasein eines Schriftstellers ist ... vom Schreibtisch abhängig, er darf sich eigentlich, wenn er dem Irrsinn entgehen will, niemals vom Schreibtisch entfernen, mit den Zähnen muss er sich festhalten."
Keine Heimat, kein Trost#
Kafka hat seinen Schreibtisch verteidigt, auch wenn weit und breit keine Angreifer in Sicht waren.
Dabei ist ihm manches entgangen, was den leichter Gestimmten erwähnenswert erschien; er hat allerdings auch sehr viel mehr gesehen als sie, ohne dass er dafür die Welt draußen abklappern musste.
Letztlich ändert allerdings ein kleines Stück Heimat nichts daran, dass der Mensch, ist er denn so wie Kafka geraten, im Großen und Ganzen gar keine Heimat finden kann: Für ihn ist kein Ort, nirgends. "Er fühlt sich auf dieser Erde gefangen, ihm ist eng, die Trauer, die Schwäche, die Krankheiten, die Wahnvorstellungen der Gefangenen brechen bei ihm aus, kein Trost kann ihn trösten, weil es eben nur Trost ist, zarter kopfschmerzender Trost gegenüber der großen Tatsache des Gefangenseins. Fragt man ihn aber, was er eigentlich haben will, kann er nicht antworten, denn er hat – das ist einer seiner stärksten Beweise – keine Vorstellung von Freiheit."
Otto A. Böhmer, geboren 1949, lebt als Schriftsteller in der Nähe von Frankfurt am Main.
Zuletzt sind von ihm erschienen:
"Joseph von Eichendorff. Sein Leben erzählt von Otto A. Böhmer" (Diogenes Verlag) und der Roman "Wenn die Eintracht spielt" (Weidle Verlag).
Quellen:
- AEIOU
- Literaturhaus
- http://www.kafka-gesellschaft.de/
- http://www.kafka.org/
- Die FURCHE
- Wiener Zeitung
- Das große Buch der Österreicher, ed. W. Kleindel & H. Veigl, Verlag Kremayr & Scheriau (1987), Wien, 615 S.



