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Kaufmann, Christine#


* 11. 1. 1945, Gröbming (Steiermark)

Schauspielerin

Christine Kaufmann wurde am 11. Jänner 1945 in Gröbming (Steiermark) als Tochter eines ehemaligen deutschen Offiziers und einer französischen Maskenbildnerin geboren.

Sie wuchs in München auf und machte ihre ersten Schritte ins Showleben - gemanagt von ihrer ehrgeizigen Mutter - mit sieben Jahren im Ballett des Münchner Gärtnerplatz-Theaters.

Bereits 1952 gab sie ihr Leinwanddebüt in Willi Forsts "Im weissen Rössl", weitere Rollen in Filmen wie "Salto mortale", "Der Klosterjäger" und "Der schweigende Engel" folgten. Der Durchbruch gelang Christine Kaufmann bereits 1954 mit der ersten Hauptrolle, mit der sie als 9-Jährige zum populären Kinderstar aufstieg: in Harald Reinls "Rosen-Resli" - eine Adaption der gleichnamigen Novelle von Johanna Spyri - rührte sie die Massen als Waisenkind, das ein neues Zuhause findet.

Auch mit den nachfolgenden Filmen wie "Ein Herz schlägt für Erika", "Wenn die Alpenrosen blüh’n" oder "Die singenden Engel von Tirol" konnte sie weitere große Erfolge feiern. Sie spielte 1958 neben Romy Schneider (in "Mädchen in Uniform"), 1959 war sie an der Seite von Peter Kraus (in "Alle lieben Peter") zu sehen.

Ab Ende der 1950er Jahre wirkte Christine Kaufmann vermehrt in internationalen Produktionen mit: nach Hauptrollen in "Die letzten Tage von Pompeji" und "Ein Thron für Christine" war sie 1961 neben Kirk Douglas einer der Stars in "Stadt ohne Mitleid". Für ihre Darstellung wurde sie 1961 – als 15-Jährige - mit einem Golden Globe als Beste Nachwuchsschauspielerin ausgezeichnet.

Es folgten weitere prominente Rollen in Hollywood-Filmen, u.a. in "Via Mala", "Tunnel 28" oder "Taras Bulba". Bei den Dreharbeiten zu "Taras Bulba" lernte sie Tony Curtis kennen, den sie noch im selben Jahr heiratete. Danach zog sie sich für einige Jahre von der Filmarbeit zurück. Nach 5 Jahren wurde die Ehe geschieden und Christine Kaufmann kehrte mit ihren Töchtern Alexandra und Allegra nach Deutschland zurück, wo sie auch ein Comback auf der Kinoleinwand gelang und sie bald zu einer begehrten Schauspielerin in den Werken des Neuen Deutschen Films wurde.

Sie spielte in Werner-Schroeter-Filmen (u.a. „Der Tod der Maria Malibran" und "Willow Springs") und drehte 1981 mit Rainer Werner Fassbinder "Lola" und "Lili Marleen". Ebenfalls in den 1970er Jahren gab Christine Kaufmann ihr Bühnendebüt am Deutschen Schauspielhaus in Hamburg; sie war in TV-Serien wie "Der Kommissar" und "Derrick" zu sehen, unvergessen auch ihre Rolle "Olga" in der Erfolgsserie "Monaco Franze".

Neben ihrer Schauspieltätigkeit war Christine Kaufmann ab den 1980er Jahren auch als Autorin tätig – sie veröffentlichte neben literarischen Texten auch mehrere Schönheits- und Liebesratgeber. Seit Ende der 1990er Jahre vertreibt sie auch eine eigene Kosmetiklinie.

Christine Kaufmann lebt in München und Hamburg; sie spielt auch heute noch Theater, schreibt an einem Buch und pflegt das Familienleben mit ihren beiden Töchtern, vier Enkeln und einem Urenkel.

Auszeichnungen, Ehrungen (Auswahl)#

  • Golden Globe Award als Beste Nachwuchsdarstellerin, 1961
  • Silberner Bravo Otto, 1962

Werke (Auswahl)#

Filme
  • Im weißen Rößl, 1952
  • Staatsanwältin Corda, 1953
  • Salto Mortale, 1953
  • Der Klosterjäger, 1953
  • Rosen-Resli, 1954
  • Der schweigende Engel, 1954
  • Wenn die Alpenrosen blüh’n, 1955
  • Ein Herz schlägt für Erika, 1956
  • Die Stimme der Sehnsucht, 1956
  • Die Winzerin von Langenlois (Und so was will erwachsen sein), 1957
  • Witwer mit fünf Töchtern, 1957
  • Mädchen in Uniform, 1958
  • Die singenden Engel von Tirol, 1958
  • Der veruntreute Himmel, 1958
  • Alle lieben Peter, 1959
  • Vacanze d’inverno, 1959
  • Die letzten Tage von Pompeji (Gli ultimi giorni di Pompei), 1959
  • Primo amore, 1959
  • Ein Thron für Christine (Un trono para Cristy), 1960
  • Labbra rosse, 1960
  • Der letzte Fußgänger, 1960
  • Stadt ohne Mitleid, 1961
  • Via Mala, 1961
  • Sie nannten ihn Rocca (Un nommé La Rocca) , 1961
  • Toller Hecht auf krummer Tour, 1961
  • Konstantin der Große (Constantino il grande) , 1961
  • Degenduell, 1961
  • Taras Bulba, 1961
  • 90 Minuten nach Mitternacht, 1962
  • Tunnel 28, 1962
  • Monsieur Cognac (Wild And Wonderful) , 1962
  • Komm, süßer Tod (oder Die Liebesvögel), 1969
  • Das Bastardzeichen (TV-Film), 1970
  • Wie ein Blitz (TV-Serie, 3 Teile), 1970
  • Mord in der Rue Morgue, 1971
  • Der Kommissar (TV-Serie, Folge „Traum eines Wahnsinnigen“), 1972
  • Der Tod der Maria Malibran, 1972
  • Chaplins Hut (TV-Film), 1973
  • Immobilien (TV-Film), 1973
  • Willow Springs, 1973
  • Welt am Draht (TV-Film), 1973
  • Die Fälle des Herrn Konstantin (TV-Serie, Folge "Der gußeiserne Buddha", Folge "Bankdirektor Alba"), 1974
  • Lockruf des Goldes (TV-Serie, Teil 4 „Vierauge“), 1975
  • Auf Biegen oder Brechen, 1976
  • Ab morgen sind wir reich und ehrlich, 1976
  • Goldflocken, 1976
  • Derrick (TV-Serie, Folge „Hals in der Schlinge“) , 1977
  • Orgie des Todes (Enigma rosso) , 1978
  • Der ganz normale Wahnsinn (TV-Serie) , 1979
  • Tag der Idioten, 1981
  • Lili Marleen, 1981
  • Lola, 1981
  • Egon Schiele – Exzesse, 1981
  • Monaco Franze (TV-Serie) , 1982
  • Die Ausgesperrten (TV-Film), 1982
  • Die wilden Fünfziger, 1983
  • Der Exzess, 1984
  • Out of Rosenheim, 1988
  • Es ist nicht leicht ein Gott zu sein, 1989
  • Der Geschichtenerzähler, 1989
  • Wenn das die Nachbarn wüßten (TV-Serie), 1990
  • Das Double, 1993
  • Die Knickerbocker-Bande: Das sprechende Grab, 1994
  • Weihnachten mit Willy Wuff – Eine Mama für Lieschen (TV-Film) , 1995
  • Caipiranha – Vorsicht Bissiger Nachbar, 1998
  • Die Schläfer, 1998
  • Haider lebt – 1. April 2021, 2002
  • Liebesvogel, 2006
  • Die Märchenstunde (TV-Serie): Aschenputtel – Für eine Hand voll Tauben, 2007
  • Im Namen des Gesetzes (TV-Serie), 2008
  • Liebesticket nach Hause (TV-Film), 2009
  • Fahr zur Hölle, 2011
  • Tiere bis unters Dach – Die Millionenkatze, 2013
  • Stille (TV-Film), 2013
  • Tom Sawyer & Huckleberry Finn, 2014

Publikationen

  • Körperharmonie, 1985
  • Normal müßte man sein (Autobiographie), 1989
  • Lebenslust – Die Pflege der erwachsenen Schönheit, 1990
  • Frauenblicke, 1992
  • Liebesgefecht – Erotische Geschichten, 1995
  • Meine Schönheitsgeheimnisse, 1997
  • Zeitlos schön, 1998
  • Wellness care, 2000
  • Der Himmel über Tanger, 2001
  • Beauty guide, 2002
  • Christine Kaufmann und ich, 2005
  • Liebestöter auf vier Pfoten, 2006
  • Verführung zur Lebenslust – Zen und Sinnlichkeit, 2007
  • In Schönheit altern – Eros, Weisheit und Humor, 2010
  • Scheinweltfieber, 2013
  • Lebenslust - So kann ich mich jederzeit neu erfinden, 2014

Quellen#


Redaktion: I. Schinnerl