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Knoller, Richard#

* 25. 4. 1869, Wien

† 4. 3. 1926, Wien


Techniker


Richard Knoller. Foto, um 1910 © Bildarchiv der Österreichischen Nationalbibliothek
Richard Knoller. Foto, um 1910
© Bildarchiv der ÖNB, für AEIOU

Ing. Richard Knoller entstammte einer Tiroler Malerfamilie. In Wien besuchte er die Elementar- und Mittelschule, 1887-1892 die Maschinenbaufachschule der Technischen Hochschule. Nach der 2. Staatsprüfung erweiterte er seine praktischen Erfahrungen in Maschinenfabriken in Frankreich, England und Schottland. 1894 wieder in Wien, trat er bei der Dampfmaschinen- und Kesselfabrik Th. Schultz & Goebel ein.

1895 veröffentlichte er an der Technischen Hochschule Studien über die Massenwirkung von Dampfmaschinen und das Regulierproblem.


1899 reiste er als österreichischer Regierungsvertreter zum International Commercial Congress nach Philadelphia. Nach seiner Rückkehr aus Amerika gründete Knoller mit L. Goebel eine Automobilfabrik, wo er einen Dampfwagen mit Vierradbremse konstruierte. 1905-1907 kam er in Paris mit der praktischen Luftfahrt in Kontakt, wozu er theoretische Abhandlungen erfasste. 1909 wurde Richard Knoller erster Inhaber des Lehrstuhls für Luftschifffahrt und Automobilwesen an der Wiener Technischen Hochschule.


1913 nahm dort seine Aerodynamische Versuchsanstalt mit dem von ihm erfundenen Windkanal mit freiem Strahl unter atmosphärischem Druck den Betrieb auf. Es war weltweit die dritte Anstalt dieser Art.

Er entwickelte Baumuster für Flugzeuge und konstruierte 1916/17 (gem. mit Prof. Karman) in der Ballonhalle Fischamend eine Prüfanlage für Luftschrauben.


Technische Schöpfungen:

  • Ventilsteuerung für Dampfmaschinen
  • Elektromobil
  • Dampfwagen
  • Umlaufschmierung für Kraftwagen
  • Vierradbremse
  • Doppeldecker mit schräger Verstrebung

Literatur#

  • Österreichisches Biographisches Lexikon

Quellen#

© TMW
  • AEIOU
  • Technisches Museum Wien, Archiv (Personenmappe)


Redaktion: hmw