unbekannter Gast

Kraner, Cissy (Gisela)#

* 13. 1. 1918, Wien

† 1. 2. 2012, Baden


Kabarettistin, Chansonette


Geboren wurde sie als Gisela Kraner am 13. Jänner 1918 in Wien.

Von 1934 bis 1936 studierte sie hier Gesang, Schauspiel und Tanz am Konservatorium und erhielt ihr erstes Engagement bei der Kleinkunstbühne "ABC"

Im Juni 1938, wenige Monate nach dem Anschluss Österreichs an das nationalsozialistische Deutschland, wurde Kraner für ein Gastspiel der Revuebühne "Femina" in Bogotá engagiert. Während des Gastspiels lernte sie den Kabarettisten Hugo Wiener kennen.

Sie wurde zwar zum "Reichsarbeitsdienst" nach Hause beordert, blieb aber nach Ende des Gastspiels, in dem sie Triumphe feierte, in Südamerika und ging zusammen mit ihrem späteren Ehemann Hugo Wiener nach Caracas, Venezuela.

Cissy Kraner schlug sich als Stenotypistin und Verkäuferin durch, eröffnete einen Zigarettenladen und trat gemeinsam mit ihrem Partner als Sängerin in "Wiener Abenden" auf. 1943 heirateten Cissy Kraner und Hugo Wiener und eröffneten im selben Jahr eine kleine Bar. Dort sang Kraner Chansons ihres Ehemannes, der sie auch am Klavier begleitete, in fünf Sprachen.

Nach dem Zweiten Weltkrieg kehrte das Paar 1948 nach Österreich zurück. Von 1950 bis 1965 war das Wiener Kabarett "Simpl" Cissy Kraners Stammbühne, wo ihre berühmtesten Chansons (unter anderem "Der Nowak lässt mich nicht verkommen", "Ich wünsch' mir zum Geburtstag einen Vorderzahn") uraufgeführt wurden. Ihr Ehemann, begleitete sie am Klavier.

Engagements und Tourneen führten Kraner nach Hamburg, Bremen, Düsseldorf, München, Stuttgart, Berlin und Köln sowie nach Israel und in die Schweiz. Daneben trat die Kabarettistin im deutschsprachigen Fernsehen auf, wirkte in mehreren Filmen mit und spielte etliche Schallplatten ein.

Mit ihrem Mann gab sie weiter Konzerte und trat im "Würfel" auf; von 1971 bis 1974 war sie wieder im Simpl engagiert.


Nach Hugo Wieners Tod 1993 wurde Cissy Kraner bei ihren Chansons von Herbert Prikopa begleitet, mit dem sie auch ihr letztes Programm "Salut für H. Wiener" 1994 aufführte.


2008 hatte sich die Künstlerin von der Bühne gänzlich zurückgezogen, sie pendelte zwischen dem Künstlerheim in Baden, ihrem Kloster-Kurhotel in Marienkron - und immer wieder auch ihrer alten Wiener Wohnung.

Ehrengrab Zentralfriedhof, © Walter Pachl 2013
Ehrengrab Zentralfriedhof
© Walter Pachl 2013

Am 1. Februar 2012 starb Cissy Kraner in Baden.

Werke (Auswahl)#

  • Aber der Hugo ließ mich nicht verkommen. Lieder und Erinnerungen, aufgezeichnet von G. Markus, 1994
CDs
  • Kraner, Cissy, Die Welt der Cissy Kraner. Am Flügel: Hugo Wiener. Preiser, 1988
  • Das ist eine köstliche Zeit. Neuere Chansons von Hugo Wiener. Preiser.
  • Aber der Novak ... Turicaphon, Zürich 1996

DVD

  • Cissy Kraner / Hugo Wiener / Peter Lodynski, Eine Kabarett-Koalition. Eine Aufzeichnung aus dem Kabarett Simpl, 1988

Weiterführendes#

Quellen#



Redaktion: I. Schinnerl