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Krenauer, Matthäus #

auch: Krennauer


* 1704

† 1. 8. 1777, Leoben


Bildhauer


Matthäus Krenauer übernahm durch Verehelichung mit der Witwe Joseph Claudius Zellers 1730 auch dessen Werkstatt.


Mit ihm erreichte die Leobner Bildhauerwerkstätte ihren zweiten Höhepunkt. Es ist bezeichnend, dass er sozusagen über Balthasar Prandtstätters (Judenburger Schule) Kopf hinweg Plastiken lieferte, der Judenburger aber nachweisbar niemals ins Leobner Revier vorstieß.

Werke (Auswahl)#

Er schuf laut Kohlbach (Bildhauer, 375378) in 48 Meisterjahren zahlreiche Arbeiten:
  • 1730 die Kanzel für die einstmalige Pfarrkirche Göss (jetzt in der Pfarrkirche Leoben-Waasen)
  • 1733 die Orgelzierate für die gleiche Kirche
  • 1735 den Kreuzaltar für die Pfarrkirche Trofaiach
  • 1737 vier Engel für die Waasenkirche
  • 1744 den Hochaltar für die Filialkirche Pichl in Tragöß
  • 1747 Bildrahmen für die Kirche Maria-Freienstein
  • 1748 den Hochaltar für die Alexiuskirche in St. Kathrein a. d. Laming
  • 1750 vier Statuen für die Pfarrkirche Kalwang
  • 1751 eine Golgothagruppe für die Pfarrkirche Pürgg
  • 1752 den Dolorosa-Altar für die Servitenkirche in Frohnleiten
  • 1753 den Kreuzaltar und den Frauenaltar für die Pfarrkirche Niklasdorf
  • 1754 für dort den Tabernakel, 1758 den Hochaltar und die Seitenaltäre St. Florian und St. Sebastian für die damalige Filialkirche im Markt Vordernberg
  • 1762 eine Arbeit für die damalige Leobner Stadtpfarrkirche St. Jakob
  • 1765 die Kanzel für die bereits gen. Marktkirche in Vordernberg, im gleichen Jahr Orgelzierat und eine Muttergottes für die Katharinenkirche in Frohnleiten, Engel und Leuchter für die Pfarrkirche Göss
  • 1769 den Hochaltar für die Filialkirche St. Jakob in Breitenau
  • 1770 die Statuen St. Johannes Nep. und St. Johannes von Kent für die Kirche St. Georgen ob Murau sowie den heiligen Johannes Bapt. auf dem Taufstein in Niklasdorf
  • 1772 den Hochaltar der Jakobikirche in Leoben

Kohlbach weist ihm alle drei "Riesenaltäre" an der Langhausfront der Pfarrkirche Trofaiach auf Grund von Stilvergleichen zu, ferner den Johannes des Jakobikreuzes und den Kruzifixus hinter dem Torbogen des Jakobifriedhofes in Leoben, auch die Statuen St. Katharina und St. Barbara, die erst im 19. Jahrhundert in die Stiftskirche Göss gekommen sind (andere schreiben sie Franz X. K. zu).

Quellen#

  • List, 2, 445-446
  • Dehio, Steiermark, 187, 304 [Hier Zuschreibung des Hochaltars in der Ägidiuskirche in Murau, 1774]
  • Inge Woisetschläger in Stift Göss. Geschichte und Kunst", 102, 103
    (Hier Hinweis darauf, dass der Schalldeckel der Gösser Kanzel Krenauers zeitweilig in der Pfarrkirche Groß-Stübing Verwendung gefunden hat; betreffend die Zierate des Gösser Orgelgehäuses: "Blatt- und Bandvoluten bilden die Schleierbretter an dem dreiteiligen Prospekt, über dem niederen Mittelteil erhebt sich das mit Blattwerk gerahmte Wappen der Äbtissin Maria Berchtold. Zwei Engel halten eine Krone darüber. Alles in allem eine gute reine Barockarbeit")



Redaktion: A. Geiger