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Kronb(o)urg-Roden, Sascha#

* 1893, Wien

† 1985, New York


Malerin


Aquarell von Sascha Kronbourg-Roden, um 1928 Photo P. Diem, Copyright W. Daim
Aquarell von Sascha Kronbourg-Roden um 1928

Sascha Kronburg wurde 1893 in Wien als Tochter eines höheren Beamten und einer russischen Aristokratin geboren - jemand der es wissen sollte, nannte diese eine "russische Prinzessin" - daher der Name "Sascha", wohl für Alexandra. Der Name änderte sich einerseits durch ihre Heirat, andererseits durch ihre Übersiedlung in die USA. Denn dort wurde das "u" von Kronburg anders ausgesprochen, und dies scheint sie bewogen zu haben, ihren Namen zu ändern, sodass man ihn englisch so aussprach, wie in Österreich. Daher Kronbourg statt Kronburg. Ihren früheren Namen behielt sie jedoch auch nach der Heirat bei, war sie doch unter diesem Namen schon bekannt. Sie führte aber auch häufig den Namen ihres Mannes neben ihrem Mädchennamen. Vollständig hieß sie nun in den USA: Sascha Kronb(o)urg-Roden.

Sie begann 1917/18 an der „Graphischen Lehr- und Versuchsanstalt", und danach besuchte sie 1919-21 die „Kunstschule für Frauen und Mädchen" bei Otto Friedrich, der sie sehr förderte. Sie lernte auch bei Karl Sterrer. 1922 erlernte sie bei Alfred Coßmann die Radiertechnik. Maßgeblich wurde sie auch von dem anthroposophischen Maler Richard Teschner beeinflusst. Sie illustrierte eine Reihe von Büchern, wobei die „Siebenheit" wohl das schönste ist, doch ist „Das Hohe Lied" Salomons an subtilem Ausdruck durchaus vergleichbar. Sehr schön ist eine Serie von Radierungen zum Sonnengesang des Franz von Assisi, die auch sehr bekannt wurde.

Sascha Kronburg war das prominenteste Mitglied des „Verbandes bildender Künstlerinnen und Kunsthandwerkerinnen: Frauenkunst", der sehr aktiv war und eine ganze Reihe von Ausstellungen organisierte, wobei sie fast immer eine der Teilnehmerinnen war.

Kronburg war in erster Ehe mit dem Schriftsteller Max von Hayek, in zweiter mit Max Roden verheiratet. Der Kunstkritiker Roden heiratete sie am 11. März 1938, also am Tag des Einmarsches der deutschen Truppen in Österreich. Sie emigrierte mit ihm in die USA und blieb bis zu ihrem Tod in New York. In New York arbeitete sie als Graphikerin und gestaltete für verschiedene Verlage Gelegenheitsgraphik. Sascha Kronburg malte vor allem Aquarelle und illustrierte zahlreiche Bücher - sie war eine exzellente Radiererin bzw. Stecherin.


Aquarell von Sascha Kronburg (mit Klick vergrößern!) © W. Daim
Aquarell

Literatur#

  • Wilfried Daim, Meine Kunstabenteuer, Holzhausen: Wien 1997

Quellen#

  • Wilfried Daim, Meine Kunstabenteuer, Holzhausen: Wien 1997

Redaktion: P. Diem