unbekannter Gast

Lüthi, Kurt#

* 31. 10. 1923, Rohrbach (Kanton Bern, Schweiz)

† 11. 6. 2010, Wien


Reformierter Theologe


Kurth Lüthi
Kurt Lüthi
© courage-beratung.at

Kurt Lüthi wurde am 31. Oktober 1923 in Rohrbach, im Kanton Bern in der Schweiz, geboren.

Er studierte in Bern und Basel Evangelische Theologie. Stark beeinflusst haben ihn Karl Barth, Martin Buber und Dietrich Bonhoeffer.

Nach Abschluss seines Studiums 1949 war Kurt Lüthi 15 Jahre lang Pfarrer der evangelisch-reformierten Kirche des Kantons Bern, zunächst in Beatenberg und später in Biel.

Bei Cullmann promovierte Lüthi 1955 in Basel mit einer Dissertation zum Thema: "Judas Iskarioth in der Geschichte der Auslegung von der Reformation bis in die Gegenwart"; 1959 habilitierte er sich mit der Arbeit "Gott und das Böse", die später auch als Buch erschien.


Von 1959 bis 1964 war er neben seinem Pfarramt auch als Privatdozent an der Universität Bern tätig.

1964 wurde er als Professor für Systematische Theologie (Helvetisches Bekenntnis) an die Evangelisch-Theologische Fakultät der Universität Wien berufen, wo er bis zu seiner Emeritierung im Jahr 1990 lehrte.

In den Jahren 1966/67, 1971/72 und von 1979 bis 1981 war Lüthi Dekan der Fakultät.

1972 heiratete er die Wiener Künstlerin Linda Christanell.


Bereits im Studium hatte sich Lüthi neben der Theologie für Philosophie, Kunst und Germanistik, für Fragen der politischen Ethik und für den christlich-jüdischen Dialog interessiert.

Ab seiner Berufung nach Wien gehörte Lüthi in Österreich zu den prägenden Persönlichkeiten im ökumenischen Dialog, im Gespräch zwischen Theologie und Kunst, im christlich-marxistischen sowie im christlich-jüdischen Dialog.

Er engagierte sich auch im Gespräch zwischen Theologie und Psychoanalyse und unterstützte die Anliegen der Feministischen Theologie.

Lüthi gehörte über Jahrzehnte verschiedenen Gremien der Evangelischen Kirche in Österreich an, darunter der Synode der Evangelischen Kirche H.B. und der Generalsynode der Evangelischen Kirche A. und H.B. Er war Ehrenmitglied der Stiftung Pro Oriente und Träger der Ehrenmedaille der Bundeshauptstadt Wien in Gold.

Kurt Lüthi starb am 11. Juni 2010 im Alter von 86 Jahren.

Werke (Auswahl)#

  • Christliche Sexualität. Traditionen, Optionen, Alternativen, Wien 2001
  • Die neue Welt der Schriftsteller. Theologische Argumente für die Literatur der Gegenwart, Stuttgart 1968
  • Feminismus und Romantik. Sprache, Gesellschaft, Symbole, Religion, Wien - Köln - Graz 1985
  • Gemeinsam mit K.N. Micskey: Theologie im Dialog mit Freud und seiner Wirkungsgeschichte, Wien - Köln - Weimar 1991
  • Gottes neue Eva. Wandlungen des Weiblichen, Stuttgart 1978
  • Mut zum fraglichen Sein. Wege eines Theologen zu zeitgenössischer Kunst und Literatur, Wien 1996
  • Theologie als Dialog mit der Welt von heute, Freiburg im Breisgau 1971

Quellen#


Redaktion: P. Diem