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Lichtenberger, Elisabeth#


* 17. 2. 1925, Wien


Geographin

Elisabeth Lichtenberger
Elisabeth Lichtenberger. Foto, 1993
© Inst. f. Stadt- und Regionalforschung der ÖAW
Foto J. Lichtenberger, für AEIOU

Elisabeth Lichtenberger wurde am 17. Februar 1925 in Wien geboren.

Sie studierte Geografie, Geologie, Biologie, Kunstgeschichte und Geschichte an der Universität Wien, und arbeitete bereits vor ihrer Promotion 1949 (in den Fächern Geografie und Geologie) als Assistentin am Institut für Geografie. 1965 habilitierte sie sich für das Gesamtgebiet der Geografie mit einer Analyse der Geschäftsstraßen Wiens.

Ab 1968 war sie als Gastprofessorin in den USA, Kanada und Deutschland tätig, ehe sie 1972 zur ordentlichen Professorin an der Universität Wien berufen wurde.

Drei Jahre später wandelte sie ihren Lehrstuhl in Geografie, Raumforschung und Raumordnung um und etablierte den gleichnamigen Studienzweig an der Universität Wien. 1988 gründete sie das Institut für Stadt- und Regionalforschung an der Österreichischen Akademie der Wissenschaften (ÖAW), deren wirkliches Mitglied sie ein Jahr zuvor geworden war.


Im Laufe ihres langen Forscherlebens befasste sich Elisabeth Lichtenberger, die 1995 emeritierte, mit einem breiten Spektrum an Themen, etwa mit Österreich und Europa, dem Hochgebirge und der Stadt, der Zuwanderung und dem Leben in zwei Gesellschaften sowie der stadtregionalen Entwicklung in Wien und in den USA. Mit der umfassenden und parzellenscharfen Stadtkartierung von Wien und der darauf aufbauenden Analyse legte sie die Grundlagen der "Wiener Schule der geografischen Stadtforschung".


Elisabeth Lichtenberger wurde als erste Frau in Österreich auf ein Ordinariat für Geografie berufen und als erste Frau mit der Verleihung des Ehrenzeichens für Wissenschaft und Kunst 1999 in die Kurie für Wissenschaft aufgenommen.

Elisabeth Lichtenberger verfasste 23 Monografien und über 230 Aufsätze, ist Mitglied u.a. in der Academia Europaea, der British Academy, der Akademie für Raumforschung und Landesplanung und der ÖAW.

Emer.o.Prof. Mag.rer.nat. Dr.phil. DDr.h.c. Elisabeth Lichtenberger feiert 2015 ihren 90. Geburtstag.

Auszeichnungen, Ehrungen (Auswahl)#

  • Kardinal-Innitzer-Preis, 1965
  • Dr. Theodor-Körner-Preis, 1968
  • Universitätspreis der Wiener Wirtschaft, 1985
  • Ehrenmedaille der Bundeshauptstadt Wien in Gold, 1985
  • Ehrenmitglied der Frankfurter Geographischen Gesellschaft, 1986
  • Ehrenmitglied der Ungarischen Geographischen Gesellschaft, 1987
  • Hermann-Haack-Medaille der Geographischen Gesellschaft der DDR, 1989
  • Ehrendoktorat D.Lit. h.c. der University of Chicago, 1994
  • Ehrenmitglied der Societa Geografica Italiana, 1994
  • Hauer-Medaille der Österreichischen Geographischen Gesellschaft, 1996
  • Ehrenmitglied der Royal Geographical Society, 1996
  • Österreichisches Ehrenzeichen für Wissenschaft und Kunst, 1999
  • Großer Kardinal-Innitzer-Preis, 2000
  • Ehrendoktorat Dr. h.c. der Universität Leipzig, 2001

Mitgliedschaften (Auswahl):

  • Korr. Mitglied der Österreichischen Akademie der Wissenschaften, 1976
  • Korr. Mitglied der Akademie für Raumforschung, Hannover
  • Wirkliches Mitglied der Österreichischen Akademie der Wissenschaften, 1987
  • Member Academia Europaea, London, 1991
  • Corr. Fellow of the British Academy, 1997

Werke (Auswahl)#

  • Wien. Bauliche Gestalt und Entwicklung seit Mitte des 19. Jahrhunderts (mit H. Bobek), 1966
  • Wirtschaftsfunktion und Sozialstruktur der Wiener Ringstraße, 1970
  • The Eastern Alps 1975
  • Die Wiener Altstadt. Von der mittelalterlichen Bürgerstadt zur City, 1977
  • Stadtgeographischer Führer Wien, 1978
  • Gastarbeiter - Leben in zwei Gesellschaften. 1984
  • Stadtgeographie 1 - Begriffe, Konzepte, Modelle, Prozesse, 1986
  • Stadtentwicklung und dynamische Faktorialökologie (Gem. m. H. Fassmann u. D. Mühlgassner), 1987
  • Stadtverfall und Stadterneuerung, 1990
  • Die Zukunft von Ostmitteleuropa. Vom Plan zum Markt, 1991
  • Wien - Prag. Metropolenforschung, 1993
  • Vienna. Bridge Between Cultures, 1993
  • Geografia dello spazio urbano, 1993
  • Stadtverfall und Stadterneuerung in Budapest (Gem. m. Z. Czefalvay u. M. Paal), 1994
  • Gelebte Interdisziplinarität, 1995
  • Märkte in Bewegung (Gem. m. H. Fassmann), 1995
  • Wissenschaftliche Länderkunde Österreich, 1997
  • Austria. Society and Regions, 2000
  • Die Stadt. Von der Polis zur Metropolis, 2002
  • Europa. Geographie . Geschichte . Wirtschaft . Politik, 2005

Quellen#


Redaktion: I. Schinnerl