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Loehr, Moriz (Ritter von)#

* 7. 10. 1810, Berlin

† 28. 10. 1874, Wien


Architekt


Der Berliner Moriz Loehr bildete sich in Wien zum Techniker und in Berlin zum Architetken aus. Seine praktische Tätigkeit begann 1835-1838 bei der Wien-Gloggnitzer Eisenbahn. Als erster Architekt leitete er den Entwurf und die Ausführung sämtlicher Hochbauten, der Betriebsanlagen und vieler Brücken. Als 1842 die österreichische Staatsverwaltung den Eisenbahnbau übernahm, entsandte sie Loehr mit Ghega zum Studium der Eisenbahnanlagen in die USA. Nach der Rückkehr leitete Moriz Loehr die Ausführung der Hochbauten und Betriebanlagen der Südbahn. Als technischer Chef der lombardisch-venetianischen Eisenbahn, wurde er nach Venedig versetzt. 1849 war er in Wien als Referent für sämtliche Hochbauten des österreichischen Eisenbahnnetzes zuständig. 1850-1856 wirkte Loehr neben Ghega beim Bau der Semmeringbahn und der Karstbahn mit. Gleichzeitig baute Loehr die staatliche Papierfabrik in Schlöglmühl bei Gloggnitz, einen großen Teil des Bahnhofes in Triest und war auf fast allen Strecken des staatlichen Eisenbahnnetzes tätig.


Als die Staatsverwaltung 1856 den größten Teil ihrer Eisenbahnen veräußerte, trat Loehr als Inspektor und Vorstand des Baubüros in den Dienst der Kaiserin Elisabeth Westbahn und plante den Westbahnhof. 1857 wurde er Sektionsrat und Vorstand des Hochbaudepartements. Als erster Ingenieur, der zum Hofrat ernannt wurde, blieb er bis an sein Lebensende in dieser Stellung. Es war die zeit der Anlage der Wiener Ringstraße, deren Hochbauten in seine Kompetenz fielen. Seine Grundrisslösung für die beiden Hofmuseen wurde der späteren Ausschreibung zu Grunde gelegt. Moriz Loehr wurde 1868 geadelt und erhielt zahlreiche Auszeichnungen für das 40-jähriges Wirken in seiner Wahlheimat Österreich.Er publizierte u. a. in Försters Allgemeiner Bauzeitung und schrieb über eine Broschüre "Übergangskurven der Schienen bei Eisenbahnweichen".

Quelle#


© TMW
  • Technisches Museum Wien, Archiv (Personenmappe)


Redaktion: hmw