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Luppis von Rammer, Giovanni Biagio #

* 28. 1. 1813, Fiume (Rijeka, Kroatien)

† 11. 1. 1875, Torriggia (Italien)


Marine-Offizier


Giovanni Biagio Luppis von Rammer wurde am 28. Jänner 1813 in Fiume geboren.

Nach dem Besuch des Gymnasiums absolvierte er die Marine-Akademie in Venedig und trat 1838 als provisorischer Marinekorpskadett in die österreichische Kriegsmarine ein.

Hier nahm er an verschiedenen Marine-Einsätzen im Mittelmeer und im Schwarzen Meer teil (darunter die Blockade von Venedig und die Aktionen gegen Ancona 1848/49 auf der Fregatte "Bellona") und wurde 1857 zum Fregattenkapitän befördert.


1859 kommandierte er die Fregatte "Venus" in den dalmatischen Küstengewässern.


Ab 1860 war er als Präses der Holzübernahmekommandantur und als Ausrüstungsdirektor des Seearsenals in Triest tätig.

Bereits vorher befasste er sich mit der Konstruktion eines unbemannten, mit Sprengstoff beladenen Bootes, das zur Zerstörung feindlicher Schiffe dienen sollte. Das erste Modell eins solchen Bootes (salvacosta) fertigte er schon auf der "Bellona", weiter folgten. Das 1860 vorgeführte Modell "6m" konnte er Kaiser Franz Joseph erfolgreich vorführen, die Marine-Kommission allerdings wurde davon nicht überzeugt. Um eine bessere Lösungen für die Steuerung dieses Bootes zu finden, arbeitete er ab 1864 mit dem britischen Maschinenbau-Ingenieur Robert Whitehead (Direktor des 'Stabilmento Tecnico Fiumano') zusammen.

Aus dieser Zusammenarbeit entstand der Prototyp des sogenannten "Minenschiffes": mit 3,35 m Länge und mit 35,5 cm Durchmesser wog es 136 kg, wovon 8 kg auf den Sprengstoff entfielen.

Whitehead beanspruchte die Erfindungsrechte und handelte sogar mit Luppis einen neuen Vertrag aus, der ihm alle Rechte zusprach.

Nun wurden die Ingenieure des 'Stabilmento Tecnico Fiumano' von der Marine mit der Produktion beauftragt. Aus dem 'Stabilmento Tecnico Fiumano' entstand 1873 die Torpedofabrik 'Whitehead und Co.', die erste Torpedofabrik der Welt.

Giovanni Biagio Luppis war mit Elisa, Baronin von Zotty verheiratet und wurde - in Würdigung seiner Leistungen - 1869 zum Baron ernannt ("von Rammer").


Quellen:



Redaktion: H.M. Wolf, I. Schinnerl