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Müller, Emil#

* 22. 4. 1861, Landskron (Lanškroun Lanskroun , Tschechische Republik)

† 1. 9. 1927, Wien


Mathematiker, Darstellende Geometrie


Emil Müller
Emil Müller

Emil Müller war Sudetendeutscher, geboren in Landskron in Böhmen.

Er studierte an der Universität und der Technischen Hochschule in Wien und schloss das Studium 1885 mit der Lehramtsprüfung ab. Im Jahr 1885/86 absolvierte er das Probejahr an der Schottenfelder Realschule, dann war er 4 Jahre lang Assistent für Darstellende Geometrie an der TH Wien bei Staudigl und anschließend bis 1892 Supplent am Technologischen Gewerbemuseum in Wien.

1892 erhielt er eine Stelle als Oberlehrer an der neu errichteten Baugewerksschule in Königsberg (heute Kaliningrad), wo er 1898 mit der Dissertation Die Geometrie orientierter Kugeln nach Graßmannschen Methoden promovierte und sich 1899 habilitierte.

1902 wurde er an die Technische Hochschule Wien als Professor und Vorstand der I. Lehrkanzel für Darstellende Geometrie berufen, wo er bis zu seinem Tod 1927 äußerst erfolgreich wirkte.


Er gilt als Begründer der Wiener Schule für Darstellende Geometrie. Er hat die einführenden Vorlesungen für Bauingenieur-, Vermessungswesen- und Architekturstudenten den neuesten technischen Erfordernissen angepasst, das Lehramtsstudium Darstellende Geometrie völlig umgestaltet, seine Lehrbücher fanden weite Verbreitung.


Er war Gründungsmitglieder der Wiener Mathematischen Gesellschaft und viele Jahre hindurch deren Obmann.

Auszeichnungen, Ehrungen (Auswahl)#

  • 1906 korrespondierendes Mitglied der Österreichischen Akademie der Wissenschaften
  • 1912/13 Rektor der Technischen Hochschule Wien
  • 1916 Titel Hofrat verliehen
  • 1916 wirkliches Mitglied der Österreichischen Akademie der Wissenschaften
  • 1918 Mitglied der Kaiserlichen Leopoldinisch-Karolingischen Deutschen Akademie der Naturforscher zu Halle
  • 1925 Ehrendoktorat der Technischen Hochschule in Karlsruhe

Er war viele Jahre hindurch Obmann der Mathematischen Gesellschaft in Wien.

Werke (Auswahl)#

  • vollständiges Verzeichnis in: E. Kruppa, Nachruf auf E. Müller, Monatshefte f. Math. u. Physik 35 (1928), 197 - 218.
  • R.Einhorn, Vertreter der Mathematik und Geometrie an den Wiener Hochschulen 1900-1940, Diss. TU Wien, VWGÖ, 1985, 572-587.
  • Lehrbuch der Darstellenden Geometrie für techn. Hochschulen, Band I, Leipzig u. Berlin, 1908, 1918, 1920.
  • Lehrbuch der Darstellenden Geometrie für techn. Hochschulen, Band II, Leipzig u. Berlin, 1916, 1919, 1923.
  • Vorlesungen über Darstellende Geometrie, Band I: Die linearen Abbildungen, bearbeitet von E. Kruppa, Leipzig u. Wien, 1923.
  • Vorlesungen über Darstellende Geometrie, Band II: Die Zyklographie, aus dem Nachlaß herausgeg. von J. Krames, Leipzig u. Wien, 1929.
  • Vorlesungen über Darstellende Geometrie, Band III: Konstruktive Behandlung der Regelflächen, bearbeitet von J. Krames, Leipzig u. Wien, 1913.

Quellen#

  • E. Kruppa, Nachruf auf E. Müller, Monatshefte f. Math. u. Physik 35 (1928), 197 - 218
  • R.Einhorn, Vertreter der Mathematik und Geometrie an den Wiener Hochschulen 1900-1940, Diss. TU Wien, VWGÖ, 1985, 572-587
  • Th. Schmid, Nachruf auf Emil MÜller, Almanach ÖAW, Wien 78 (1928) 183-188 (Bild)
  • Th. Schmid, Nachruf, ZAMM 8, Heft 1 (1928)
  • E. Kruppa, Nachruf, DMV 41 (1932) 50-58
  • E. Salkowski, Nachruf, Unterr.-Bl.Math. u. Naturwiss. 34 (1928)
  • J. Krames, Österr.Ing.Arch. 2 (1948) 317-318.
  • J. Neurath (Red.), Die Techn. Hochschule in Wien 1815-1915 (1915) 359f.
  • A. Lechner, Die Geschichte der TH in Wien 1815-1940, TH Wien (Hrsg.),155
  • 150 Jahre Techn. Hochschule Wien, Bd. 2, Wien 1965, 134-135
  • Österr. Biograph. Lexikon, Mai-Mus, S. 411
  • Poggendorf 4; 5, S. 883; 6, S. 1796



Redaktion: Christa Binder