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Meyer, Hans Horst#

* 17. 3. 1853, Insterburg (Chernyakhovsk, Russische Föderation)

† 6. 10. 1939, Wien


Pharmakologe


Meyer H. H. Uni Arkaden
Büste von G. Hartmann
Universität Wien, Arkadenhof
© Rainer Lenius

Hans Horst Meyer wurde am 17. März 1853 in Insterburg (damals Ostpreußen, heute Russland) geboren.

Er studierte an den Universitäten Königsberg, Leipzig und Berlin, wurde 1877 in Königsberg zum Dr. med. promoviert, habilitierte sich 1881 an der Universität Straßburg für Pharmakologie und war danach Professor an den Universitäten Dorpal und Marburg, wo er auch Direktor des Pharmakologischen Instituts und vertretender Leiter des Physiologischen Instituts war.


1904 wurde er an die Universität Wien berufen, wo er die experimentelle Pharmakologie als selbständiges Fach etablierte.

Seine Untersuchungen über Glukurinsäure, Alkalireserve, Diacetyltannin, Calcium, Schwermetalle, Tatanustoxin, die Wärmeregulation sowie seine Einteilung der Wirkstoffe des vegetativen Nervensystems gehören zu den klassischen Grundlagen der Pharmakologie.

1989 stellte er die Lipoid-Theorie der Narkose auf Grund tierexperimenteller und physikalisch-chemischer Untersuchungen auf, zu der Overton unabhängig von ihm 1901 ebenfalls gelangte.


Hans Horst Meyer starb am 6. Oktober 1939 in Wien.

Im Arkadenhof der Uni Wien steht seine Büste von G. Hartmann.

Auszeichnungen, Ehrungen (Auswahl)#

  • 1905 Mitglied der Akademie der Wissenschaften
  • 1932 Bürger der Stadt Wien
  • Der Hans-Horst-Meyer-Preis wird jährlich von der Österreichischen Pharmakologischen Gesellschaft verliehen, um besondere Leistungen des wissenschaftlichen Nachwuchses in der experimentell-pharmakologischen und toxikologischen sowie der klinisch-pharmakologischen Grundlagenforschung anzuerkennen.

Werke (Auswahl)#

  • Über Stoffwechselprodukte nach Campherfütterung (mit O. Schmiedeberg), in : Zeitschrift für physiologische Chemie, 1879
  • Experimentelle Pharmakologie als Grundlage der Arzneibehandlung, 1910 (mit R. Gottlieb)
  • Autobiographie in: Medizin der Gegenwart in Selbstdarstellungen, Band 2, 1923

Literatur#

  • E. Lesky, Die Wiener Medizinische Schule im 19. Jahrhundert, 1978

Quellen#

  • AEIOU
  • F. Czeike: Historisches Lexikon Wien
  • Österreichisches Biographisches Lexikon
  • 625 Jahre Universität Wien



Redaktion: R. Lenius, I. Schinnerl