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Micklitz, Robert#

* 24. 2. 1818, Slezské Pavlovice (Deutsch Paulowitz, Tschechische Republik)

† 24. 10. 1898, Wien


Forstmeister, Ministerialrat


Robert Micklitz
Robert Micklitz
Aus:Wikipedia
Nach dem Besuch des Gymnasiums in Troppau begann er seine Ausbildung: die forstliche Praxis absolvierte er in den schlesischen und preußischen Waldrevieren, die praktische und theoretische erfolgte in Prag.

Von 1838 bis 1840 studierte er an der Forstlehranstalt Mariabrunn bei Wien. Anschließend war er von 1840 bis 1852 war er in verschiedenen forst-praktischen Stellungen (u.a. als Forstamtsschreiber, Revierjäger, Oberförster und Forstmeister) tätig, dann wurde er als zweiter Lehrer der Forstwissenschaft an die neu gegründete Forstlehranstalt in Mährisch Aussee (Úsov) berufen.


1855 ging er als Direktor an die kurz zuvor gegründete Forstschule nach Böhmisch Weißwasser (Bělá pod Bezdězem), ehe er 1859 als Direktor und erster Lehrer nach Mährisch Aussee zurückkehrte und 1869 mit der gesamten Schule nach Eulenberg (Sovinec) übersiedelte.



1872 wurde ihm die Stelle des Oberlandforstmeisters mit dem Rang eines Ministerialrates im Ackerbauministerium angeboten, um die Leitung der Reorganisation der österreichischen Staatsforstverwaltung, die zuvor der Finanzverwaltung unterstand, zu übernehmen.
In dieser Eigenschaft richtete er Forstdirektionen ein, führte das Oberförstersystem ein, sorgte für bessere Ausbildung der Staatsforstbediensteten, eine Hebung ihres Ranges und die volle Gleichstellung der Forstakademiker mit anderen akademischen Berufssparten. Er verfasste umfassende Instruktionenen und Anleitungen, um die Forsteinrichtungen in den Kronländern zu vereinheitlichen; besondere Bedeutung maß er der Aufforstung zu, vor allem auch im Karstgebiet.

Robert Micklitz
Robert Micklitz, Denkmal auf dem Linnéplatz
© P. Diem

Seine schriftstellerische Tätigkeit umfasste neben eigenen Werken auch die Mitarbeit in vielen Fachblättern; er redigierte verschiedene Zeitschriften, wie z.B. den Forst- und Jagdkalender für Österreich (bis 1870), das von ihm 1875 mitgegründete "Centralblatt für das gesamte Forstwesen" (bis 1877) oder auch die Österreichische Monatsschrift für Forstwesen (1882).

Daneben war er auch Mitglied zahlreicher Expertenkommissionen, u.a. Mitglied der Zentralkommission bei der Grundsteuerregulierung, Obmann der Wienflußregulierungssbehörde und Ehrenmitglied verschiedenster Vereine.


Von 1875 bis 1877 war er Dozent an der Hochschule für Bodenkultur in Wien und Leiter der Lehrkanzel für Forstbetriebseinrichtungen und forstliche Haushaltskunde.

Robert Micklitz starb am 24. Oktober 1898 und wurde in einem Familiengrab auf dem Hietzinger Friedhof beigesetzt.

Auszeichnungen, Ehrungen (Auswahl)#

  • Denkmal auf dem Linnéplatz in Wien, unmittelbar vor dem Gebäude der k.k. Hochschule für Bodenkultur,
  • ihm zu Ehren erhielt ein 1881 neuentdeckter Borkenkäfer den Artnamen "Hylurgus Micklitzi"

Werke (Auswahl)#

  • Forstliche Haushaltungskunde: Darstellung des Forstorganismus nach seinen Zwecken und Aufgaben, in seiner Begründung und Wirksamkeit, mit vorzugsweiser Rücksicht auf Österreich, Wien 1859, neu bearbeitet Braumüller 1880
  • Forstschematismus für Mähren Schlesien, 1861
  • Robert & Julius Micklitz: Beleuchtung der Preßler'schen Grundsätze und Regeln des rationellen Waldwirts, unternommen vom praktischen Standpunkte: zugleich Nachweis zum Theil irrig oder unbillig entwickelter, einflussübender Waldwerthe, 1861
  • Die Verordnung für die forstlichen Staatsprüfungen in Österreich, nach dem an der k k Forstakademie zu Mariabrunn neu verfassten Entwurfe dargestellt und kritisch besprochen, 1869

Quellen#

  • Östereichisches Biographisches Lexikon



Redaktion: I. Schinnerl