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Missong, Alfred jun.#

* 14. 1. 1934, Wien


Botschafter i. R.


Alfred Missong jun.
Alfred Missong jun.

Alfred Missong wurde am 14. Jänner 1934 als Sohn des Schriftstellers Dr. Alfred Missong und der Juliane, geb. Riepl, in Wien geboren.

Er besuchte die Volks- und Mittelschule in Wien, wo er 1952 am humanistischen Gymnasium Wien 18, Klostergasse, maturierte.

Anschließend absolvierte er rechts- und staatswissenschaftliche Studien in Bern und Wien.


Nach der Matura und bis zum Eintritt in den Österreichischen Diplomatischen Dienst 1958 war Missong für schweizerische und schwedische Zeitungen als Österreich- und Osteuropakorrespondent tätig. Längerer Studienaufenthalte in England, Frankreich, Spanien, Italien und Jugoslawien ermöglichten ihm intensive Sprachstudien, die ihm für seine Diplomatenkarriere sehr nützlich waren.


Im Österreichischen Außenministerium durchlief Missong die verschiedensten Abteilungen - Rechtsabteilung, Politische Abteilung, Protokoll - bis er 1960 nicht zuletzt wegen seiner Kenntnisse der serbokroatischen Sprache - an die Botschaft Belgrad versetzt wurde.

Nach einer kurzen Station in Wien folgte die Versetzung als Österreichischer Presseattaché nach Moskau und 1968 als Botschaftsrat nach London. Als erfahrener Beobachter der sowjetischen Politik konnte Missong den Ballhausplatz sehr frühzeitig auf die drohende Gefahr eines sowjetischen Einmarschs in die CSSR aufmerksam machen.


In London vertrat Missong bis zu seiner Rückberufung in die Zentrale als ständiger Delegierter Österreich bei den dort angesiedelten internationalen Rohstofforganisationen wie Internationaler Kaffeerat, Zinnrat, Gummirat, etc. sowie beim Satellitenrat ESA.


1974 erfolgte seine Ernennung zum Leiter der Presse- und Informationsabteilung und zum Pressesprecher des Außenministeriums. Diese Funktion hatte er bis Ende 1976 inne, als er als Botschafter nach Mexiko und 1982 nach Caracas ging. Nach zehnjähriger Tätigkeit in diesen lateinamerikanischen Ländern erfolgte 1986 die Berufung zum Direktor der Diplomatischen Akademie in Wien.


Zusammen mit dem Dekan der Georgetown University Washington leitete Missong die jährlichen Treffen der Chefs der wichtigsten Internationalen Politischen Institute der Welt. Als Konsulent vieler Diplomatischer Akademien und ähnlicher Institute konnte Missong in zahlreichen Ländern enge wissenschaftliche Beziehungen zu Wien knüpfen.

Als Botschafter in Lissabon von 1993 bis 2000 beendete Missong seine Tätigkeit als Angehöriger des Österreichischen Diplomatischen Dienstes, um im Jänner 2000 in Moskau seine Tätigkeit als Leiter der “Unterstützungsgruppe der OSZE für Tschetschenien” aufzunehmen. Obwohl es der OSZE bekanntlich nicht gelang, den Konflikt in Tschetschenien friedlich zu lösen, konnte Missong doch eine beachtliche internationale humanitäre Hilfe für die leidgeprüfte Bevölkerung organisieren.


Nach Beendigung seiner Arbeit für Tschetschenien widmete sich Missong der Ausbildung von Studenten in Zentralasien und im Südkaukasus zu Diplomaten und internationalen Beamten.


Redaktion: P. Diem