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Moik, Karl#


* 19. 6. 1938, Linz

† 26. 3. 2015, Salzburg


Moderator, Showmaster


Karl Moik wurde am 19. Juni 1938 in Linz geboren.

Er wuchs in Hallein bei Salzburg in bescheidenen Verhältnissen auf; nach der Schule absolvierte er eine Lehre als Werkzeugmacher. Schon früh interessierte er sich für Musik und er lernte Klavier und Akkordeon.

Karl Moik begann zunächst in seinem erlernten Beruf zu arbeiten, später arbeitete er als Vertreter für Öfen, Kopiergeräten und Fernsehantennen und trat in den 1960er Jahren mit dem Jazz-Trio "Jolly Austrians" auf, mit dem er durch ganz Europa tingelte. In dieser Zeit versuchte er sich auch als Interpret volkstümlicher Lieder. Mit seinen launigen Ansagen als Fußball-Stadionsprecher fiel er einem ORF-Redakteur auf, der ihn ins Studio des Senders vermittelte. So absolvierte Karl Moik 1970/71 in seiner Freizeit eine Sprechausbildung am Salzburger Mozarteum.

1973 machte Moik erstmals nachhaltig auf sich aufmerksam, als er beim ORF in Linz die Rundfunksendung "Volkstümliche Hitparade" durchsetzte und moderierte. Die Sendung entwickelte sich zu einer der beliebtesten Rundfunkreihen aus Oberösterreich – und dies zu einer Zeit, als volkstümliche Musik zwar beim Publikum beliebt war, aber von den Medien sträflich vernachlässigt wurde.


Fernsehgeschichte schrieb Karl Moik mit dem 1980 - gemeinsam mit damaligen ORF-Fernseh-Unterhaltungschef Harry Windisch - konzipierten "Musikantenstadl": die erste Sendung wurde am 5. März 1981 vom ORF gesendet, ab 1983 wurde die Sendung mit der deutschen ARD koproduziert und Karl Moik wurde auch in Deutschland zum Star.

Die Sendung lockte in den 1980er-Jahren über drei Millionen Österreicher und ein Vielfaches an Deutschen vor die Fernsehschirme. Über die eigentliche Volksmusik hinaus widmete sich der "Musikantenstadl" immer mehr ganz allgemein der populären Musik und ließ auch Raum für Operettenmelodien. Moik gastierte mit dem Musikantenstadl mehrfach im Ausland, darunter in Südafrika und China, aber auch in Disney World in Florida. 1989 war Moiks "Stadl" die erste große TV-Show, die nach dem Mauerfall live aus Ostdeutschland übertragen wurde. Neben dem "Stadl" moderierte Karl Moik bis 1999 auch den "Grand Prix der Volksmusik".

Karl Moiks Moderationsstil, der von Gesangseinlagen sowie seinem oft direktem "Schmäh" geprägt war (weil er in einer Sendung 2004 etwa Italiener als "Spaghetti-Fresser" bezeichnet hatte, erntete er heftige Kritik und entschuldigte sich), schien unverzichtbar für den "Stadl". Dennoch wollten ARD und ORF Moik gegen Ende zum Rücktritt bewegen, mit Andy Borg war bereits ein Nachfolger gefunden. Beim "Silvesterstadl" am 31. Dezember 2005 verabschiedete sich Karl Moik nach 25 Jahren und zahlreichen Reisen um die Welt zum letzten Mal von seinem Publikum mit "Servas, pfiat Gott und auf Wiedersehen".

Bereits 2004 hatte er einen Herzinfarkt erlitten, unmittelbar nach der letzten Sendung erlitt er einen leichten Schlaganfall. Karl Moik zog sich mit Familie in sein Haus in Oberalm bei Salzburg zurück. In den darauffolgenden Jahren wurde es still um den Showmaster, dessen Auftritte rar wurden. Gelegentlich trat er als Schauspieler in Erscheinung (u.a. in einem "Tatort").

In den vergangenen Jahren hatte Karl Moik gesundheitliche Probleme: 2014 erlitt er einen lebensbedrohlichen Herzinfarkt und musste mehrmals in die Klinik gebracht werden. Am 26. März 2015 verstarb Karl Moik 76-jährig in Salzburg; er hinterläßt seine Frau und zwei erwachsene Kinder.

Auszeichnungen, Ehrungen (Auswahl)#

  • Goldene Kamera, 1982
  • Hermann-Löns-Medaille, 1988
  • Wiener "Rathausmann", 1988
  • "Bambi", 1990
  • "Edelweiß", 1991
  • Österreichisches Bundesverdienstkreuz, 1996
  • Goldenes Ehrenkreuz des Landes Salzburg,1998
  • "Goldener Schlüssel" der City of Miami (für seine Verdienste um die europäisch-amerikanische Freundschaft), 2000
  • Kabarettpreis "Salzburger Stier", 2000
  • Großes Goldenes Ehrenzeichen der Stadt Linz, 2003
  • Verleihung des Ehrentitels "Professor", 2004
  • Krone der Volksmusik, 2004 und 2007

Werke (Auswahl)#

  • Rundfunk-Moderaor der "Volkstümlichen Hitparade"
  • Moderator des "Grand Prix der Volksmusik"
  • Moderator des "Musikantenstadl" (144 Sendungen)

Filme

  • Tatort (TV-Serie, Folge „Einmal täglich“), 2000
  • Das Musikhotel am Wolfgangsee (TV-Film), 2008
  • Traum ihres Lebens (TV-Film), 2009

Bücher

  • Ich habe nichts geschenkt bekommen (Autobiografie), 1997
  • Karl Moik - Der Topfgucker (Kochbuch), 2000

Quellen#


Redaktion: I. Schinnerl