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Mussafia, Adolf#

* 15. 2. 1835, Split (Kroatien)

† 7. 6. 1905, Florenz (Italien)


Philologe


Adolf Mussafia. Porträtbüste, Universität Wien, Arkadenhof, © Photoarchiv Dr. H. Schillinger, für AEIOU
Adolf Mussafia. Porträtbüste, Universität Wien, Arkadenhof
© Photoarchiv Dr. H. Schillinger, für AEIOU

Adolf Mussafia wurde am 15. Februar 1835 in Split als Sohn einer dalmatinischen Rabbinerfamilie geboren. Nach der Matura 1851 in seiner Heimatstadt ging er nach Wien, wo er zuerst - von 1852 bis 1854 - Medizin studierte, was sich allerdings als falsche Wahl herausstellte.

So schloss er diese Studien nie ab, da ihn das Studium der Philologie, vornehmlich der "romanischen" und "italienischen" Philologie, wesentlich mehr interessierte.

Er trat zum katholischen Glauben über, betreute ab 1855 Lehramtskandidaten in italienischer Sprache und Literatur an der Universität und erweiterte seine Lehrveranstaltungen auch auf historische Grammatik.


Ab 1857 war er an der Hofbibliothek tätig, 1860 wurde er - ohne ein akademisches Studium vollständig absolviert zu haben - per Erlass des k. u. k. Unterrichtsministerium, zum außerordentlichen Professor der romanischen Philologie an der Universität ernannt. Der völlig unerfahrene Mussafia sollte die Professur zunächst einmal auf drei Jahre ausüben, danach wurde er 1867 zum ordentlichen Professor ernannt. Um auch den formalen Anforderungen zu genügen, wurde Adolf Mussafia 1869 ein Ehrendoktorat verliehen.

1871 wurde er Mitglied der Akademie der Wissenschaft. Er verfasste mehr als 300 wissenschaftliche Arbeiten und gilt als Mitbegründer der Romanistik an der Universität Wien.


Neben der Beschäftigung mit dem praktischen italienischen Sprachunterricht, dem er ein in vielen Auflagen erschienenes (heute als "Neuer Mussafia" noch immer existierendes) Lehrbuch widmete, interessierte er sich für die gesamte Romanistik und befasste sich auch mit der Sprachentwicklung.


Im Arkadenhof der Universität Wien steht seine Büste von Kaspar Zumbusch.

Werke (Auswahl)#

  • Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild, Band Dalmatien, 1892
  • Italienische Sprachlehre in Regeln und Beispielen, 1925
  • Altfranzösische Gedichteaus venezianischen Handschriften, 1864
  • Beiträge zur Kunde der Nord-Italischen Mundarten im 15. Jahrhundert, 1873

Literatur#

  • Bausteine zur Romanischen Philologie, Festgabe, 1905
  • Almanach Wien, 1906
  • 625 Jahre Universität Wien
  • Österreichisches Biographisches Lexikon

Quellen#

  • AEIOU
  • Uni Wien, Institut f. Romanistik
  • Österreicsche Akademie der Wissenschaften



Redaktion: R. Lenius, I. Schinnerl