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Nobile, Peter von - Biographien

Nobile, Peter von#

* 11. 10. 1774, Tesserete bei Campestro (Schweiz, Kanton Tessin)

† 7. 11. 1854, Wien


Nobile, von Peter
Peter von Nobile, Medaillon von V. Pilz.
© Bildarchiv der ÖNB, Wien, für AEIOU

Peter von Nobile wurde am 11. Oktober 1774 als Pietro Nobile als Sohn eines Bauunternehmers in Campestro in der Schweiz geboren.

Aus geschäftlichen Gründen übersiedelte die Familie nach Triest, wo Pietro die Schule besuchte und gleichzeitig als Lehrling an den Baustellen seines Vaters arbeitete.

1796/1797 besuchte er die Schifffahrtsakademie, von 1801 bis 1805 studierte er in Rom und an der Akademie der Bildenden Künste in Wien Architektur.


Ab 1807 war er als Ingenieur und von 1810 bis 1817 als leitender Ingenieur des städtischen Bauwesens in Triest tätig, wo er verschiedene öffentliche und private Gebäude projektierte. Darüber hinaus überwachte er in Triest, Pula (heute Kroatien) und Aquileia (Friaul) archäologische Grabungen und Konservierungsarbeiten von römischen Altertümern.


1818 wurde er vom Kaiser zum K.K. Hofbaumeister und Direktor der Architekturabteilung an die Akademie der bildenden Künste nach Wien berufen.

Unter seiner Leitung entstanden 1821 das Burgtor und von 1820 bis 1823 der Theseustempel. Die Kirche S. Antonio Nuovo (1823-1848) in Triest gilt als Hauptwerk des bedeutenden klassizistischen Architekten.
Nobile starb nach längerer Krankheit in einem für die damalige Zeit sehr hohen Alter. Seine Grabstätte befindet sich auf dem Wiener Zentralfriedhof, wohin sie nach einer Überstellung vom Sankt Marxer Friedhof verlegt wurde.



War zu Beginn seiner Karriere Nobiles Stil von der Antike und der lokalen oberitalienischen Baukunst geprägt, wurde er jedoch als der führende Architekt des Wiener Spätklassizismus berühmt.

Er wurde selbst zum Lehrer fast aller Wiener Architekten der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts – viele seiner Schüler wurden später selbst berühmt, als sie die Ringstraßengebäude bauten.


--> Historische Bilder zu Peter von Nobile (IMAGNO)


Werke (Auswahl):

  • Casa/ Palazzo Constanzi (Italien, Triest, 1817)
  • Theseustempel im Volkgarten (Wien, 1819-22)
Theseustempel in Wien.
Theseustempel in Wien.
Foto: Gryffindor. Aus: Wikicommons unter CC
  • Cortisches Kaffeehaus (Wien, 1820-22)
  • Äußeres Burgtor am Heldenplatz (Wien, 1821-24)
  • Theater (Schauspielhaus) und Redoutensäle (Graz, 1825)
  • Kirche San Antonio Nuovo (Italien, Triest, 1826/27, 1849)
  • Sarg für Kaiser Franz (Wien, 1835)
  • Umgestaltung des Palais Metternich (Wien, 1835)
  • Auch das Landesgericht in Wien (1831-39) dürfte nach Nobiles Plänen erbaut worden sein
  • 1836/37 gestaltete er den zwei Stockwerke hohen Festsaal der Technischen Hochschule in Wien.

Publikation

  • Progetti di varii monumenti architettonici immaginati per celebrare il trionfo degli Augusti Alleati, la pace, la concordia de'popoli, e la rinascente felicità di Europa nell'anno 1814: inventati e disegnati (1814), Tipografia Governiale, Trieste, 14 S.


Auszeichnungen, Ehrungen (Auswahl):

  • K.K. Oberingenieur (um 1815)
  • K.K. Hofbaumeister (1818)


Literatur:

  • I. Köchert, P. Nobile, Dissertation, Wien 1951
  • Wiens Architektur im 19. Jahrhundert (1970), R. Wagner*Rieger, Österreichischer Bundesverlag für Unterricht, Wissenschaft und Kunst , Wien, 308 S.
  • R. Fabiani, L´architetto P. Nobile. Arte in Friuli, arte a Trieste, 1980.
  • G. Pavan, Pietro Nobile architetto (1776_1854) (1998), Ist. Giuliano di Storia, 446 S.


Quellen:

  • AEIOU
  • archINFORM
  • Hist. Lexikon der Schweiz
  • Das große Buch der Österreicher – 4500 Personendarstellungen in Wort und Bild (1987), Verlag Kremayr & Scheriau, Wien, 615 S.
  • Personenlexikon Österreich (2002), (Hrsg.) E. Bruckmüller, Wien, 575 S.
  • Österreichisches Biographisches Lexikon
  • Allgemeine Deutsche Biographie
  • Neue Deutsche Biographie
  • archINFORM



Redaktion: N. Miljković