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Pöttler, Viktor#


* 21. 12. 1924, Langegg

† 7. 8. 2013, Graz


Volkskundler
Gründer des Österreichischen Freilichtmuseums in Stübing


Viktor Herbert Pöttler wurde am 21. Dezember 1924 in Langegg bei Leutschach geboren.

Er absolvierte die Lehrerbildungsanstalt und studierte nach dem Krieg an der Universität Graz Germanistik, Philosophie und Geschichte, wo er 1948 "summa cum laude" zum Doktor der Philosophie promovierte. Er interessierte sich sehr für die bäuerliche Hausforschung; prägend für ihn war die Begegnung mit Viktor von Geramb, dem großen Mentor der Volkskunde.

Nach dem Studium war er als Volontär am steirischen Volkskundemuseum und später fast zehn Jahre lang als Referent für die bäuerlichen Fortbildungsschulen des Landes Steiermark tätig.

1961 erhielt er den Auftrag zum Aufbau eines Österreichischen Freilichtmuseums, das schließlich 1962 durch die Bundesregierung begründet wurde. Im Frühjahr 1963 erfolgte die erste Verlegung eines historischen Bauernhauses, des Rauchstubenhauses "Sallegger Moar", in das Österreichische Freilichtmuseum Stübing. 1970 eröffnete Bundespräsident Jonas die Anlage mit den ersten 32 Objekten; seit damals wird die große Schausiedlung, die in ihrer Siedlungsgeografie Österreich im Kleinen entspricht, ständig erweitert und ergänzt.

Für Viktor Pöttler wurde Stübing zur Lebensaufgabe: er leitete das Museum von 1961 bis zu seiner Pensionierung 2004 und war immer überzeugt, dass man aus dem "guten Alten" etwas Zeitmäßiges, Modernes kreieren kann.

Darüber hinaus erfüllte ihn seine Lehrtätigkeit an der Karl-Franzens-Universität Graz am Institut für Ethnologie, die es ihm ermöglichte, sein Wissen und seine Leidenschaft für die bäuerliche Volksarchitektur an die nächsten Generationen weiterzugeben. Er nahm auch etliche öffentliche Aufgaben wahr, so war er u. a. Vorsitzender der Ortsbildkommission für Steiermark und Vizepräsident des Vereins "Heimatschutz in Steiermark".

Wirkl.-Hofrat Hon.-Prof. Dr. tech. h.c. Dr. phil. Viktor Herbert Pöttler starb am 7. August 2013 in Graz.

Auszeichnungen, Ehrungen (Auswahl)#

  • Goldenes Ehrenzeichen der Republik Österreich, 1971
  • Kulturpreis der Stadt Kapfenberg, 1974
  • Michael Haberlandt-Medaille für Verdienste um die Wissenschaft der Volkskunde, 1975
  • Ehrendoktorat der technischen Wissenschaft durch die Technische Universität Graz, 1977
  • Hanns Koren - Kulturpreis des Landes Steiermark, 1981
  • Hans Kudlich-Preis, 1982
  • Prof. Ernst Winkler-Preis des Bundesministeriums für Land-und Forstwirtschaft,1986
  • Honorarprofessor für Volkskunde an der Karl-Franzens Universität Graz, 1986;
  • Großes goldenes Ehrenzeichen des Landes Steiermark, 1988
  • Erzherzog Johann Forschungspreis des Landes Steiermark, 1989/90;
  • Österreichisches Ehrenkreuz für Wissenschaft und Kunst 1. Klasse, 1992;
  • Großes goldenes Ehrenzeichen des Landes Steiermark mit dem Stern, 1994;
  • Geramb Dankzeichen, 1994
  • Josef-Krainer Preis 1998

Werke (Auswahl)#

  • Führer durch das Österreichische Freilichtmuseum, 1978
  • Alte Volksarchitektur, 1984
  • Österreichisches Freilichtmuseum, 1985
  • Erlebte Baukultur. Museum unter freiem Himmel, eine Idee setzt sich durch, 1989
  • Gebaute Urväter-Weisheit, 2005

Quellen#



Redaktion: I. Schinnerl