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Paur, Ignaz #

* 22. 7. 1778, Tattendorf, Niederösterreich

† 6. 9. 1842, Lichtenwörth bei Wiener Neustadt (Niederösterreich)


Müller, Erfinder


Ignaz Paur war ein Mühlenbesitzer in Vöslau, später in Schönau und ab 1810 in Leobersdorf, wo er 1811 eine Grießputzmachine konstruierte.


Bis dahin war der Typus der römischen Wassermühle (mola) und die traditionelle Herstellung von Mehl im Wesentlichen jahrhundertelang unverändert geblieben.

Diese erfolgte in drei Schritten: Reinigung des Getreides - Vermahlung im Flachmahlverfahren (mit der holzartigen Schale) - Sichten des Mahlgutes (Trennung von Mehl, Schalen- und Kleieteilen).


Um 1800 kam mit der "Wiener Hochmüllerei" ein neues Verfahren auf, bei dem das Getreide in mehreren Arbeitsgängen mit immer mehr angreifenden Steinen bearbeitet wurde. Man unterschied nun Schrot (grob gemahlen), Grieß, Dunst (feiner Grieß) und Mehl (sehr fein gemahlen). Das Sichten des Mahlgutes war nach jedem Vorgang notwendig und geschah händisch mit Sieben.


Hier setzte die Erfindung des niederösterreichischen Müllers Ignaz Paur ein, der um 1810 die neue "Wiener Hoch- und Grießmüllerei" entwickelte. In seiner Grießputzmaschine wurde der Grieß mit Hilfe von Windströmen von den leichteren Schalen- und teilen getrennt. Das System gestattete u.a. die effiziente Vermahlung "harter" Weizensorten aus dem Banat und ermöglichte die Erzeugung sehr feiner Grieße, die ausschließlich Bestandteile des inneren stärkereichen Teils des Getreidekorns hatten.

Diese sogenannten Auszuggrieße lieferten vermahlen die hochwertigen Auszugmehle, die nach und nach zu einem begehrte Exportartikel wurden und aus denen man das sogenannte Kaisergebäck erzeugte.

Paurs Erfindung der Grießputzmaschine war die Voraussetzung für die industrielle Produktion von Mehl.

Quellen#



Redaktion: H. M. Wolf