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Politzer, Adam#

* 1. 10. 1835, Albertirsa/Ungarn

† 10. 8. 1920, Wien


Ohrenarzt


Adam Politzer Uni Arkaden
Büste von József Kampfl
Universität Wien, Arkadenhof
© Rainer Lenius

Adam Politzer, wurde am 1. September 1835 in Albertirsa, einem kleinen Ort südlich von Budapest geboren. Sein Großvater war ein angesehener Chirurg, Leibarzt des Grafen Palffy, sein Vater Lehrer.

Er studierte Medizin an den Universitäten Pest und Wien, ging nach seiner Promotion 1860 nach London und Würzburg und spezialisierte sich auf die Ohrenheilkunde. 1861 habilitierte er sich für dieses Fach an der Universität Wien, 1863 wurde er zum Armen-Ohrenarzt der Stadt Wien für die Versorgungshäuser ernannt.

Zusammen mit J. Gruber - ebenfalls ein Pionier auf dem Gebiet der Ohrenheilkunde - übernahm Adam Politzer 1873 die Leitung der neu gegründeten Wiener Universitäts Ohrenklinik, der ersten derartigen Einrichtung der Welt, und wurde 1894 zum ordentlichen Professor ernannt.


Er verfaßte eine "Geschichte der Ohrenheilkunde" und Lehrbücher, wies erstmals die Ursache von Schwerhörigkeit nach und entwickelte ein Verfahren zur deren Behandlung; er führte die Perturbation der Tuba Eustachii mit Hilfe eines Gummiballons ein.

Er baute die Klinik und Diagnostik der Ohrenkrankheiten entscheidend aus und veröffentlichte unzählige wissenschaftliche Arbeiten.

Am 10. August 1920 starb Politzer.

Er wurde auf dem Zentralfriedhof (isr. Abt. Gr, 8/1/45) bestattet. Im Arkadenhof der Universität Wien ist seine Büste von József Kampfl aufgestellt.


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Werke (Auswahl)#

  • Anatomie und Histologie des menschlichen Gehörgangs, 1889
  • Geschichte der Ohrenheilkunde, 2 Bände, 1907/13 (Neudruck 1967)

Quellen#

  • AEIOU
  • F. Czeike: Historisches Lexikon Wien
  • 625 Jahre Universität Wien
  • Österreichisches Biographisches Lexikon



Redaktion: R. Lenius, I. Schinnerl