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Ponger, Elisabeth#

* 2. 8. 1947, Nürnberg


Filmemacherin, Fotografin, Autorin


Lisl Ponger wurde am 2. August 1947 in Nürnberg geboren.

Sie absolvierte die Graphische Lehr- und Versuchsanstalt (Fotoklasse) in Wien und arbeitete als Fotografin und Medienkünstlerin. Der Durchbruch gelang ihr nicht zuletzt als Fotografin zahlreicher Aktionen der Wiener Aktionisten wie Peter Weibel, Otto Mühl oder Hermann Nitsch.



Die Jahre von 1974 bis 1978 verbrachte sie in den USA und in Mexiko, wo sie mit einer geliehenen Kamera ihren ersten Film drehte. Nach Wien zurückgekehrt, drehte sie eine Reihe von weiteren Filmen im Format Super 8 ("Space Equals Time - Far Freaking Out", 1979, "The Four Corners of the World", 1981 oder "Lichtblitze", 1988).

1991 erschien der Fotoband "Doppleranarchie" mit Lisl Pongers Fotos der Wiener Künstlerszene aus den turbulenten Jahren 1967- 1972. 1993 produzierte der Wieser Verlag in Klagenfurt ihr bisher erfolgreichstes Fotobuch "Fremdes Wien", das die Vielfalt der in Wien lebenden Nationalitäten zeigt. Zu dem Buch ist auch eine CD erschienen, auf der die Photos mit filmischer Dramaturgie montiert sind.

1995 folgte der Band "Xenographische Ansichten". Er enthält Fotos und Texte von und über Wienerinnen und Wiener, die sich so stark mit einer anderen Kultur identifizieren, dass sie diese leben.

1999 folgte, gemeinsam mit Felicitas Heimann, der Fotoband "Wiener Einstellungen", in dem sie auf der Basis eines rekonstruierten Stadtplans des jüdischen Wiens der 1930er Jahre die heutigen Gebäude und Plätze fotografiert. Ebenfalls 1999 erschien "Frauen in Wien", der erste Band des Projekts "Frauen sichtbar machen" vom Frauenbüro der Stadt Wien.

Zuletzt legte sie 2007 mit "Imago Mundi" eine im 17. Jahrhundert angesiedelte Abhandlung über die Diskussionsgeschichte der Menschheit vor - passend zur gleichnamigen Einzelausstellung in der Landesgalerie Linz.


Immer wiederkehrende Themen ihrer Arbeiten sind das Spannungsfeld zwischen Fremdem und Heimatlichem, zwischen Erinnerung und dem Vergessen.

Ponger war auch für Konzept und Organisation der Avantgardefilmschau "Die Schatten im Silber" im Jahr 1987 verantwortlich. Sie ist überdies Gründungsmitglied des Filmverleihs "sixpackfilm" und war 2007 im Filmprogramm der documenta 12 vertreten.


Nicht zuletzt ist Lisl Ponger Mitglied der Wiener Sezession und war 1998/99 und 2001/02 Gastprofessorin an der Universität für angewandte Kunst in Wien.

Lisl Ponger lebt und arbeitet in Wien.

Auszeichnungen, Ehrungen (Auswahl)#

  • Österreichischer Förderungspreis für Filmkunst, 1988
  • Österreichischer Würdigungspreis für Filmkunst, 1994
  • Niederösterreichischer Würdigungspreis für Bildende Kunst, 2003
  • Preis der Stadt Wien für Bildende Kunst, 2005
  • Golden Gate New Vision Award des San Francisco International Film Festivals, 2005

Werke (Auswahl)#

Publikationen
  • Doppleranarchie, Wien 1967 - 1972, 1990
  • Fremdes Wien, 1993
  • Xenographische Ansichten, 1995
  • Wiener Einstellungen, 1999
  • Lisl Ponger Fotoarbeiten, 2000
  • Phantom Fremdes Wien, 2004
  • Foto-und Filmarbeiten, 2007

Filme

  • Space Equals Time – Far Freaking Out, 1979
  • Film – An Exercise in Illusion I., 1980
  • The Four Corners of the World, 1981
  • Souvenirs, 1981
  • Film – An Exercise in Illusion II., 1983
  • Tendencies To Exist, 1984
  • Container – Contained, 1985
  • Sound of Space, 1986
  • Substantial Shadows, 1987
  • Train of Recollection, 1988
  • Lichtblitze, 1988
  • Semiotic Ghosts, 1991 (Produzent)
  • Passagen, 1996
  • Panorama, 1998
  • déjà vu, 1999
  • Phantom fremdes Wien, 2004
  • Imago Mundi – Das Gültige, Sagbare und Machbare verändern, 2007 (Regie, Koproduktion)

Quellen#



Redaktion: I. Schinnerl