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Regschek, Kurt#

* 29. 6. 1923, Wien

† 26. 7. 2005, Wien


Maler

Kurt Regschek
Kurt Regschek

Kurt Regschek wurde am 29. Juni 1923 als Sohn eines Bankbeamten in Wien geboren, wo er auch aufwuchs.

Nach dem Besuch von Volkschule und Gymnasium legte er Anfang Juni 1940 die sogenannte "Kriegsmatura" ab, wurde zum Jägerbataillon in Berchtesgaden eingezogen und machte den Krieg im Kaukasus und in Afrika mit.

1943 erhielt Kurt Regschek Studienurlaub für die Akademie der schönen Künste in München und wurde hier wegen "Fraternisierens mit einer Französin" des Landesverrats angeklagt und saß acht Monate Untersuchungshaft ab.

Ende 1943 wurde er wieder an die Front geschickt, geriet in britische Gefangenschaft und kam dann bis Kriegsende in die französische Fremdenlegion.

Nach seiner Entlassung aus der Fremdenlegion lebte Kurt Regschek fünf Jahre in Paris, wo er vier Jahre lang an der "École nationale supérieure des beaux-arts" studierte. In dieser Zeit hat ihn, neben den französischen Kubisten, besonders Picasso fasziniert und geprägt.

1951 ging er wieder nach Wien zurück, heiratete und bekam eine Tochter (- die Ehe ging bald auseinander, die Tochter starb jung an einem Gehirntumor). 1955 studierte Kurt Regschek als Gast an der Wiener Kunstakademie bei Robin Christian Andersen und Herbert Boeckl.

In all diesen Jahren lebte Regschek von Gelegenheitsarbeiten, als Gebrauchsgraphiker, Skilehrer sowie Graphiker und Statist beim Film, wo er u.a. auch Fritz Muliar kennenlernte.


Nach seiner Heirat mit Lisl Dohnal (1958) konnte sich Kurt verstärkt der Malerei zuwenden, da seine Frau mit ihrer Arbeit als Näherin und Kostümbildnerin erheblich zum Lebensunterhalt beitrug.


1958 gestaltete Kurt Regschek seine erste Ausstellung bei Ernst Fuchs, der auch sein Trauzeuge wurde. Als dann die ersten Erfolge und Ankäufe einsetzten, war Regscheks Erfolg als bildender Künstler nicht mehr aufzuhalten und es war wohl seine Genugtuung, dass er bis zu seinem Tod am 26. Juli 2005 ausschließlich von seiner Kunst leben konnte.

Nach Erhalt des Förderpreises der Stadt Wien (1960) und der Verleihung des Theodor-Körner-Preises (1962) wurde er Mitglied des Wiener Künstlerhauses. Durch seine Initiative kam 1963 die berühmte Ausstellung der gesamten Wiener Schule in der Galerie Basilisk zustande, bei der jeder der Aussteller mit einem Bild vertreten war. 1965 kam es allerdings zu einem Bruch mit den Kollegen. Regschek blieb bei seinem phantastisch-gegenständlichen Stil, im Gegensatz zu der in dieser Zeit stärker werdenden Tendenz zu abstrakter Malerei.


Ende der 1970er Jahre wandte sich Regschek von Tafelbildern der Aquarellmalerei zu und arbeitete zunehmend mit Fotografen zusammen.

In die 1980er Jahre fiel auch der Beginn seiner Lehrtätigkeit an einigen Sommerakademien.


Der Maler Kurt Regschek hatte wie seine Kollegen Arik Brauer, Ernst Fuchs, Rudolf Hausner, Wolfgang Hutter und Anton Lehmden bald nach dem Krieg an der Wiener Kunstakademie eine gründliche handwerkliche Ausbildung genossen. Sie alle suchten in altmeisterlicher Malweise eine Brücke zwischen Traum und Wirklichkeit herzustellen. Gemeinsam war den Künstlern die akribische, detailtreue Übersteierung der Wirklichkeit, das malerische Phantasieren.

Kurt Regschek hat in seinem kreativen Leben weit über tausend Werke geschaffen. Viel davon finden sich in der Bilddatenbank Kurt Regschek und in seiner Biographie:

Peter Diem/Anton Wladar: Kurt Regschek - Meister der GegensätzeLeben und Werk des "Wienerischsten" der phantastischen RealistenPeter Diem et al.Molden VerlagWien2006
Leben und Werk des "Wienerischsten" der phantastischen Realisten, Molden, Wien 2006

Auszeichnungen, Ehrungen (Auswahl)#

  • Förderpreis der Stadt Wien, 1960
  • Ordentliches Mitglied des Wiener Künstlerhauses, 1962
  • Verleihung des "Dr. Theodor Körner Preises«"
  • Hugo von Montfort-Preis, 1966
  • Ernennung zum Professor, 1987

Ausstellungen (Auswahl)#

  • Einzelausstellung in der Galerie Fuchs, 1959
  • ab 1962 Teilnahme an zahlreichen Gruppen- & Einzelausstellungen u.a. in San Francisco, Austin, Washington, New York, Chicago, Tokio, Paris, Salzburg, Wien, München, Hannover & Vaduz
  • Ausstellung »Surrealismus – Phantastische Malerei der Gegenwart«, Künstlerhaus Wien, 1962
  • Galerie Il Bilico, Rom, 1963
  • Baukunst Galerie, Köln, 1969, 1974, 1990
  • Galerie Norbert Blaeser, Düsseldorf, Unterreuthen/ Allgäu, Steffeln/ Eifel, 1974, 1980, 1989
  • Künstlerhaus Wien, 1993
  • Schloss Pötzleinsdorf, 2003

Weiterführendes#


Redaktion: P. Diem, I. Schinnerl