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Reithmann, Christian#

* 9. 2. 1818, St. Jakob (Tirol)

† 1. 7. 1909, München (Deutschland)


Uhrmacher, Erfinder


Christian Reithmann war der Sohn eines "Mühlarztes" und Landuhrmachers, der nebenbei eine Landwirtschaft betrieb und technisch interessiert war. Schon als Kind baute Christian Reithmann Wasserräder und half in einer Uhrmacherwerkstätte. Später erlernte er die Buchbinderei, für die er die Werkzeuge selbst herstellte. Von 1836 bis 1839 machte er eine Tischlerlehre in Salzburg und ging dann nach München, wo er von 1841 bis 1848 den Betrieb einer Uhrmacherswitwe in Schwabing führte. 1848 gründete er als Uhrmacher eine eigene Firma, deren Erfolg ständig Vergrößerungen erforderte. Die zur Herstellung der Uhren erforderlichen Geräte stellte Reithmann selbst her.


Nachdem er die Konzession zur fabrikmäßigen Herstellung von Uhren erlangt hatte, entwickelte er neue Arten - wie 1865 Uhren mit einem vom Räderwerk unabhängigen Pendel (Silberne Medaille bei der Pariser Weltausstellung), elektrisch betriebene Wanduhren und Haustelegraphen (Auszeichnung auf der Wiener Weltausstellung 1873). Für seine Erfindungen erhielt er Medaillen und Auszeichnungen, 1874 ernannte ihn König Ludwig II.zum königlich–bayrischen Hofuhrmacher.


1852 bis 1874 arbeitete Reithmann an der Konstruktion und Herstellung eines Verbrennungsmotors (1852 Wasserstoffgasmotor, den er 1858 auf Leuchtgas umbaute) 1867 entstand ein Flugkolbenmotor, der durch mehrere Verbesserungen in einen Viertaktmotor umgewandelt wurde. 1883 wurde Reithmann in einen Patentstreit gegen die Firma Deutz (Nikolaus August Otto und Eugen Langen) verwickelt. Er erhielt 25.000 Mark - das war etwa das 35-fache eines Jahreslohns -und verzichtete auf weitere Ansprüche.


1899 schuf Christian Reithmann das Glockenspiel am Münchener Rathaus.

Quellen#


© TMW
  • Technisches Museum Wien, Archiv (Personenmappe)
  • Gemeinde St. Jakob in Haus
  • ORF
  • Maria Habacher: Österreichische Erfinder. Werk und Schicksal. Wien 1964


Redaktion: hmw