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Rezniček, Emil Nikolaus Freiherr von#

* 4. 5. 1860, Wien

† 2. 8. 1945, Berlin (Deutschland)


Komponist, Dirigent (vor allem in Deutschland)


Emil Nikolaus von Reznicek
Emil Nikolaus von Reznicek, Photographie, 1.1. 1928
© IMAGNO / Österr. Theatermusuem

Emil Nikolaus von Reznicek wurde am 4. Mai1860 als Sohn des Feldmarschall-Leutnants Josef von Reznicekals in Wien geboren. Er war sozusagen ein typischer Bewohner der Donaumonarchie - in ihm mischten sich slawische, ungarische und byzantinische Vorfahren und ihre Einflüsse, was später auch seine Musik kennzeichnete.


Ursprünglich zum Juristen bestimmt, studierte er in Leipzig und Graz zuerst Jus, wandte sich aber dann der Musik zu und wurde Schüler Dr. Wilhelm Mayers (bekannt auch unter dem Namen W. A. Rémy) in Graz und am Leipziger Konservatorium, wo er bei Jadassohn und Reinecke 1884 seine Abschlussprüfung machte.

Daran anschließend folgte eine vieljährige Tätigkeit als Theaterkapellmeister in Zürich, Stettin, Berlin, Bochum und Jena und schließlich als Hofkapellmeister in Weimar und Mannheim.


Ab 1899 lebte Reznicek vorwiegend für die Komposition; 1902 zog er nach Berlin, wo er ohne Unterbrechung bis zu seinem Tod im Haus Knesebeckstraße 32 wohnte.

Er leitete die von ihm gegründeten Berliner Orchester-Kammerkonzerte und war 1907/08 Kapellmeister am Kaiserlichen Theater in Warschau und Dirigent der dortigen philharmonischen Konzerte. 1911 wurde er erster Kapellmeister der Komischen Oper in Berlin und war von 1919 bis 1929 Lehrer an der Staatlichen Hochschule für Musik, 1919 wurde er zum Mitglied der Akademie der Künste gewählt.


Ernst Nikolaus von Reznicek starb am 2. August 1945 in Berlin; sein Grab befindet sich auf dem Wilmersdorfer Waldfriedhof in Stahnsdorf.




Emil Nikolaus von Reznicek musste eigentlich immer um die Anerkennung seines Werkes ringen; nicht allen seinen Werken war der gleiche Erfolg beschieden wie der Oper "Donna Diana" (1894), deren Ouvertüre noch heute eine der meistgespielte Konzertouvertüren ist (sie war die Titelmusik der seinerzeit bekannten Fernsehratesendung Erkennen Sie die Melodie mit Ernst Stankowski).

Weitere Werke sind die Volksoper "Till Eulenspiegel" (1902), die Oper in 2 Akten "Holofernes" frei nach Hebbel (1922) und die komische Oper "Spiel oder Ernst" (1930). Darüber hinaus komponierte Reznicek Symphonien, Serenaden, Suiten, Violinkonzerte, Chorwerke und Lieder für Orchester und Klavier, darunter drei deutsche Volkslieder aus "Des Knaben Wunderhorn" (1904) und "Schlemihl" (1912).

Werke (Auswahl)#

Bühnenwerke
  • Die Jungfrau von Orleans, Oper in vier Akten, 1886
  • Satanella, Oper in drei Akten, 1887
  • Emerich Fortunat, Oper in drei Akten, 1888
  • Donna Diana, Oper in drei Akten,1894, Prag
  • Till Eulenspiegel, Volksoper in zwei Teilen und einem Nachspiel,1902 (Neufassung 1939)
  • Die verlorene Braut, Operette in zwei Akten, 1909 – 10
  • Die Angst vor der Ehe, Operette , 1913
  • Traumspiel, Schauspielmusik, 1915
  • Nach Damaskus III, Schauspielmusik zum dritten Teil der Trilogie, 1916
  • Ritter Blaubart, Märchenstück in drei Aufzügen, 1917 – 18
  • Holofernes, Oper in zwei Akten, 1922
  • Die wunderlichen Geschichten des Kapellmeisters Kreisler,: 1922, Berlin
  • Polizei, Schauspielmusik, 1926
  • Satuala, Oper in drei Akten, 1927
  • Benzin, Heiter-phantastisches Spiel mit Musik in zwei Akten, 1929
  • Spiel oder Ernst? Komische Oper (oder Kammeroper) in einem Akt, 1930
  • Der Gondoliere des Dogen, Oper in einem Akt, 1931
  • Das Opfer, Oper in drei Akten, 1932
  • Das goldne Kalb, Ballett in drei Bildern, 1935

Symphonien, Violinkonzerte, Chorwerke, Lieder für Orchester und Klavier

Literatur#

  • Österreichisches Biographisches Lexikon

Quellen#



Redaktion: I. Schinnerl