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Rupp, Sieghardt#


* 14. 6. 1931, Bregenz

† 20. 7. 2015, Wien


Schauspieler, Kammerschauspieler


Sieghardt Rupp wurde am 14. Juni 1931 als Sohn eines Schuldirektors in Bregenz geboren.

Nach dem Besuch der Handelsakademie in Wien begann er ein Studium an der Hochschule für Welthandel in Wien (heute Wirtschaftsuniversität), das er allerdings bald abbrach und stattdessen eine Schauspielausbildung am Max-Reinhardt-Seminar absolvierte.

1954 gab er sein Debüt in Klagenfurt, ab 1956 spielte er am Salzburger Landestheater, 1958 am Landestheater Linz, ab 1959 führten ihn Gastspiele in den Sommermonaten zu diversen Freilichtspielen (Bad Hersfeld, Wunsiedel, Melk, Stockerau, Perchtoldsdorf) und 1959 wurde er am Volkstheater Wien engagiert.

Hier wurde er von Vertretern der 'Rex Filmproduktion' entdeckt: eine seiner ersten Filmrollen spielte er 1959 in "Mädchen für die Mambo-Bar" unter Regisseur Wolfgang Glück. Ab den 1960ern versuchte man, Sieghardt Rupp unter dem Namen "Tommy Rupp" in Heimatfilmen wie "Die Försterchristl" zum Mädchenschwarm aufzubauen.

Er ließ sich allerdings nicht in Rollenklischees pressen - mit dem Film "Unter Geiern" wechselte er 1964 ins Western-Genre, in dem er mit "Für eine Handvoll Dollar" als Bösewicht Esteban Rocco unter Sergio Leone auch international bekannt wurde. In sechs Western verkörperte Sieghardt Rupp bis 1966 das Böse und prägte mit in diesen Rollen nachhaltig eine extreme Figur - er spielte u.a. mit Klaus Kinski ("Der rote Rausch", 1962), Lex Barker, Götz George und Stewart Granger ("Unter Geiern", 1964 und "Im Reich des silbernen Löwen", 1965). Erfolg hatte er aber auch mit Komödien (etwa "Die große Sause" mit Louis de Funès, 1966), Kriegsfilmen ("Steiner - das Eiserne Kreuz" mit Richard Burton, Robert Mitchum, Rod Steiger; 1977) und Literaturverfilmungen wie "Lulu" (1962) an der Seite von Hildegard Knef und Mario Adorf.

Den Helden beherrschte er ebenso wie den Schurken. Endgültig zum Star im deutschsprachigen Raum wurde er schließlich in den 1970ern durch seine Rolle als Zollfahnder Kressin im "Tatort". Er prägte in dieser Rolle das im deutschsprachigen Fernsehen bis dahin unbekannte Bild eines Ermittler, der sich sowohl über den Dienstweg hinwegsetzen als auch sich im Dienst seinem Privatleben widmen konnte.

Nach seinem "Tatort"-Ausstieg folgten noch weitere Auftritte in Krimis (u.a. in "Derrick"); hauptsächlich stand er aber wieder auf Theaterbühnen, wie dem Theater in der Josefstadt, und lehrte ab 1986 auch am Reinhardt-Seminar im Fach "Rollengestaltung". Für seine Darstellung des Dirigenten Willhelm Furtwängler im Theater in der Josefstadt von 1997 wurde er mit der Kainz-Medaille ausgezeichnet. Ende der 1990er zog Rupp sich gänzlich aus dem Theater- und Filmgeschäft zurück.

Zuletzt lebte er sehr zurückgezogen, selbst sein Tod wurde auf seinen Wunsch hin nicht bekanntgegeben. Bei den Vorbereitungen der Retrospektive anlässlich seines 85. Geburtstag wurde bekannt, dass Sieghardt Rupp bereits am 20. Juli 2015 in Wien verstorben war.

Werke (Auswahl)#

  • Mädchen für die Mambo-Bar, 1959
  • Wegen Verführung Minderjähriger,1960
  • Am Galgen hängt die Liebe, 1960
  • Die Glocke ruft, 1960
  • Heimweh nach dir, mein grünes Tal, 1960
  • Der Orgelbauer von St. Marien, 1961
  • Der Teufel spielte Balalaika, 1961
  • Deutschland - deine Sternchen, 1962
  • ...und ewig knallen die Räuber, 1962
  • Die Försterchristel, 1962
  • Der Rote Rausch, 1962
  • Lulu, 1962
  • Mariandls Heimkehr, 1962
  • Wilde Wasser , 1962
  • Waldrausch , 1962
  • Das Feuerschiff, 1963
  • Ein Alibi zerbricht, 1963
  • Der letzte Ritt nach Santa Cruz, 1964
  • Für eine Handvoll Dollar, 1964
  • Tim Frazer jagt den geheimnisvollen Mister X, 1964
  • Unter Geiern, 1964
  • Sie nannten ihn Gringo, 1965
  • Das Geheimnis der drei Dschunken, 1965
  • Die Liebesquelle, 1965
  • Im Reiche des silbernen Löwen, 1965
  • Drei Bruchpiloten in Paris (La grande vadrouille) , 1966
  • Ich suche einen Mann, 1966
  • Der Weibsteufel, 1966
  • Wer kennt Johnny R.?, 1966
  • Sartana , 1966
  • Unbezähmbare Angélique, 1967
  • Der Gürtel, 1967
  • Nur kein Cello (TV-Film), 1967
  • Hochspannung (TV-Film), 1967
  • Mittsommernacht, 1967
  • Die Pagode zum fünften Schrecken , 1967
  • Du stirbst um sechs in Tetuan, 1967
  • Bübchen , 1968
  • Zucker für den Mörder, 1968
  • Engel der Sünde, 1968
  • Angélique und der Sultan, 1968
  • Immer nur Mordgeschichten (TV-Film), 1968
  • Heintje – Ein Herz geht auf Reisen, 1969
  • Alle Kätzchen naschen gern, 1969
  • Komm, liebe Maid und mache, 1969
  • Spion unter der Haube (TV-Film), 1969
  • Sieben dreckige Teufel, 1970
  • Die Nacht der Mörder (TV-Film), 1970
  • Der Kurier der Kaiserin (TV-Serie, Folge "Die Brunnenvergifter"), 1970
  • Heißer Sand (TV-Film), 1971
  • Hamburg Transit (TV-Serie, Folge "Neue Medikamente"), 1971
  • Tatort (10 Folgen der Fernsehreihe), 1971–1973, 1990
    • Kressin und der Tote Mann im Fleet
    • Kressin und der Laster nach Lüttich
    • Kressin stoppt den Nordexpress
    • Der Fall Geisterbahn
    • Kressin und der Mann mit dem gelben Koffer
    • Kressin und die Frau des Malers
    • Die Samtfalle
    • Tote Taube in der Beethovenstraße
    • Kressin und die zwei Damen aus Jade
    • Seven Eleven, 1990
  • Käpt'n Rauhbein aus St. Pauli, 1971
  • Novellen aus dem wilden Westen, 1972
  • Der Tod des Ministers, 1972
  • Wer stirbt schon gerne unter Palmen?, 1974
  • Hallo - Hotel Sacher ... Portier! (TV-Serie, Folge "Besuch aus USA"), 1974
  • Steiner - Das eiserne Kreuz II, 1979
  • Der Bockerer, 1981
  • Derrick (TV-Serie, 3 Folgen), 1983–1985
    • Nur Ärger mit dem Mann aus Rom
    • Gregs Trompete
    • Lohmanns innerer Frieden
  • Weiningers Nacht, 1989
  • Peter Strohm (TV-Serie, Folge "Der Mohr hat seine Schuldigkeit getan"), 1989
  • SOKO 5113 (TV-Serie, Folge "Mit letztem Einsatz"), 1990
  • Etwas am Herzen, 1994
  • Die spanische Fliege (TV-Film), 1995

Quellen#


Redaktion: I. Schinnerl