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Russegger, Josef von#

* 18. 11. 1802, Salzburg

† 20. 6. 1863, Schemnitz (Slowakei)


Montanist
Entdecker und Erforscher der Länder südlich von Ägypten


Josef von Russegger
Josef von Russegger
© Österreichische Nationalbibliothek, Wien
Josef Russegger wurde am 18. November 1802 als Sohn eines Magistratsrates in Salzburg geboren.

Er studierte von 1822 bis 1826 an der Berg- und Forstakademie in Schemnitz. Anschließend trat er in den Staatsdienst ein: er war beim Berg- und Hüttenamt in Mühlbach (Salzburg) und von 1827 bis 1835 im Gold-und Silberbergwerk von Böckstein bei Gastein tätig.

1831 wurde er hier zum Verwalter ernannt und auch mit der Leitung der Bergbaue im Rauriser Tal betraut.


Ab 1835 leitete er die "Österreichisch-Ägyptische Bergwerksexpidition", die Ägyptens Vizekönigs Mehmed Ali von Österreich erbeten hatte.

1836 erfolgte von Kairo aus der erste Vorstoß ins obere Nilgebiet; Khartum war die Basis für eine erste Unternehmung im südlichen Kordofan und für eine zweite im Gebiet des Blauen Nils.

Er untersuchte die Bodenschätze Kleinasiens, Syriens, Ägyptens, der Sinai-Halbinsel, Nubiens und Kordofans und kam 1838 am blauen Nil bis Fazogl. Nach Abschluss dieser Arbeiten studierte er auch die Eisen- und Kohlelager des Libanon, bereiste Nord- und Mittelsyrien, die Hochtäler des Taurus (Bleigruben von Tulek) und große Teile Europas (Griechenland, Türkei, Italien, England).

1841 kehrte er nach Wien zurück und wurde der Hofkammer im Münz- und Bergwesen zugeteilt. 1843 unternahm er im Auftrag von Herzog Franz IV. eine geologisch-bergmännische Reise im Bereich des nördlichen Apennins.


1850 wurde er zum Ministerialrat und zum Direktor der Berg- und Fortsakadmie in Schemnitz ernannt. Er wurde vielfach geehrt und ausgezeichnet, so wurde er u.a. 1848 korrespondierendes Mitglied der Akademie der Wissenschaften und wurde 1850 in den Adelsstand erhoben.



Russegger hat die Erforschung des Nilgebietes eingeleitet, drang er doch in das östliche Zentralafrika im Sudan bis 10 Grad nördlicher Breite ins Gebiet von El-Ais am Tumat vor.
Einer späteren Expedition des Fürsten Colloredo, des Grafen Neipperg und des Freiherrn von Gablenz sowie mehreren anderen Reisenden wurde dadurch der Zugang in die entlegensten Teile Afrikas und auch in das Hochland von Abessinien wesentlich erleichtert. Es wurden dabei auch wichtige Stützpunkte von österreichischer Seite geschaffen, so zum Beispiel Missionsstationen im Gebiet des oberen Nils in Khartum und am Weißen Nil in Gondokoro (1848 und 1849). Überdies richtete Österreich ein Konsulat in Khartum ein.

Sein Hauptverdienst lag aber wohl in der Förderung des österreichischen Bergbaues.

Paß von Suk-Barrada in Syrien
Paß von Suk-Barrada in Syrien
© Archiv für Kunst und Geschichte, Berlin

Werke (Auswahl)#

  • Reisen in Europa, Asien und Afrika ... unternommen in den Jahren 1835-41, 7 Teile, 6 beilagenbände (Karten, Ansichten, Abbildungen etc.), 1841-49


Literatur:

  • Gedenkbuch zur 100jährigen Gründung der k.k. Berg- und Forstakademie in Schemnitz, 1871

Quellen#

  • H.&W. Senft, Aufbruch ins Unbekannte, Stocker Verlag, Graz, 1999
  • Österreichisches Biographisches Lexikon
  • Allgemeine Deutsche Biographie


Redaktion: Hilde und Willi Senft, I. Schinnerl