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Sammer, Luis#

* 4. 5. 1936, Stainz bei Straden


Maler, Graphiker und Kunsterzieher


Luis Sammer wurde am 4. Mai 1936 als Sohn eines Arbeiters und Kleinbauern in Stainz bei Straden geboren.


Nach dem Besuch von7 Klassen Volksschule, 1 Klasse Hauptschule in Straden trat er 1950 in das Bischöfliche Gymnasium in Graz ein, wo bereits sein Zeichenprofessor Johann Dinawitzer seine Begabung erkannte und förderte.

1957 maturierte er, 1958 besuchte er 3 Monate lang die Polizeischule in Wien, ehe er von 1958 bis 1963 ein Studium an der Akademie der Bildenden Künste in Wien bei Robin Christian Andersen und Herbert Boeckl absolvierte.

Er besuchte die Meisterschule Krsto Hegedusic in Zagreb und unternahm zwischen 1959 und 1961 mehrere Studienreisen nach Skandinavien.

1961 heiratete er Eleonore Sticha, gemeinsam haben sie drei Töchter.
Er kehrte nach Graz zurück, wo er von 1964 bis 1989 als Professor am Bischöflichen Gymnasium unterrichtete.

Darüber hinaus war er von 1964 bis 1967 Mitglied des Grazer Werkbundes und von 1964 bis 1995 (mit Unterbrechungen) Mitglied der diözesanen Liturgie-Kunstkommission.


Luis Sammer lebt und arbeitet in Graz und Stainz bei Straden sowie auf Kreta.

Auszeichnungen, Ehrungen (Auswahl)#


  • 6 Akademiepreise und Stipendien
  • 1961 Geist- und Form-Preis
  • 1962 Kunstförderungspreis des Bundesministeriums für Unterricht und Kunst
  • 1963 Staatlicher Abgangspreis der Akademie der Bildenden Künste Wien
  • Joanneum-Ankaufspreis
  • 1967 Pannonia-Kunstpreis (Jugoslawien)
  • 1968 Ankaufsempfehlung beim Kunstpreis des Landes Steiermark für zeitgenössische Malerei
  • 1978 Kunstförderungspreis der Stadt Graz
  • 1992 Würdigungspreis des Landes Steiermark für bildende Kunst


Ausstellungen

  • Ausstellung im Rahmen der "religio 65" des Steierm. Kunstvereins Werkbund
  • Ausstellung "Junge Künstler" in der Neuen Galerie in Graz, hier auch 1970
  • Schweden, Stromstad 1959
  • Schweden, Aare 1961
  • in der Kath. Hochschulgemeinde in Wien (1961),
  • im Ecksaal des Joanneums in Graz (1964),
  • im Kulturhaus der Stadt Graz (1967),
  • in der Galerie Moser in Graz (1965 und 1979),
  • in der Galerie Beyvl in Linz (1966),
  • in der Galerie beim Minoritensaal in Graz (1973),
  • in der Galerie Moser in Graz 1979 (14 Ölbilder von 1966-78 und 22 Arbeiten in Mischtechnik von 1972-78)

Insgesamt hatte zahlreiche Ausstellungen u.a. in Graz, Linz, Wien, Zagreb, Osijek, Dubrovnik, Are, Bamberg, Berlin, München, Frankfurt, Venedig, Rom, Brüssel, Triest, Sarajevo, Bilbao.

Man kann einzelne Schaffensperioden deutlich unterscheiden:

  • Skandinavische Landschaften, 1959 - 1961
  • Gegenständlich gebundene Landschaften, 1964 - 1966
  • 1966 - 1973 Strukturbilder (Felsen)
  • Häuser, Bäume, Boote, Meer, 1974 - 1984
  • Der Dialog mit den vorgefundenen Zeichen, 1984 - 1985
  • Bilder der Ägyptenreise, 1985 - 1986
  • Gespräche mit Schiffen, 1986 - 1988
  • ab 1989 Oktopodi Bilder
  • Landschaftsspuren (Santorin, Israel, Portugal, Rhodos, Ägypten, Kreta), 1991 - 2002
  • Kreta: Serien "Sphakia", "Süd-Sud"-Bilder, "Fast flugtauglich", "Nikidas", 2000 - 2003
  • Spanien: Bilbao "Sweet up - grenzwertig", Montagen, 2004
  • 2004 Serie "Odysseus" (Kreta), 2004
  • Religiöse Themen (Graz), 2004
  • Serie "Trüffelhund" (Istrien), 2004
  • Materialmontagen "Odysseus" (Kreta), 2005
  • Anrufung des Großen Bären, Serie I. Bachmann (Rein), 2005
  • Serie "Tartuffi" (Istrien), 2005
  • Objekte für Stainz und Lissabon, 2006
  • SAMMERTIME (siehe Literaturverzeichnis), 2006
  • Gründung "Artgenosse" Straden, 2007
  • Serie "Crete Sud" (Kreta), 2007
  • Serie "Bricole" (Chioggia), 2007
  • Durchreibarbeiten (Grado), 2008
  • Großformatserie, Öl/Lwd. "E. Jandl" (Stainz), 2008
  • "Übermalungen" (Rein, Kroatien), 2009
  • Graz: Serie "Wer bin denn Du?", 2010

Werke (Auswahl)#

Bischöfliches Seminar Graz
  • Das Triptychon "Sterben und Leben im Kreuz", Öl auf Leinwand 1994, 100x140cm, 100x100cm, 100x140cm

Öffentliche Aufträge

  • 1965 Glasfenster für die Kapelle des Bischöflichen Seminars in Graz
  • 1968 Glasfenster für die Pfarrkirche Weißenbach bei Liezen
  • 1971 Glasfenster für die Taufkapelle Straden
  • 1972 Gestaltung der Bischöflichen Kapelle in Graz
  • 1975 bis 1976 Keramische Wandgestaltung des Hallenbades im Bischöflichen Seminar in Graz
  • 1982 Glasfenster für Dirnbach/Steiermark (mit Lore Sammer)
  • 1984 Gestaltung des Eingangsbereiches des B.S.Z. Bad Aussee
  • 1985 Keramische Wandgestaltung des Messerklingerhauses, Graz
  • 1986 Glasfenster für die Pfarrkirche Mitterdorf
  • 1988 Glasfenster für Göss, Kapelle
  • 1989 Fresko für Göss, Kapelle
  • 2009 Glasfenster für Stadtpfarrkirche Bad Radkersburg

Das unerschöpfliche Thema Landschaft, dem sich Sammer mit Leib und Seele verschrieben hat, läßt ihn nicht los. Große Farbkreise befinden sich oftmals im Zentrum der Arbeiten, wobei sie sich aus nebeneinander liegenden Farbflächen zusammensetzen. Sammer ist ein Meister der Farbkontraste: wie einst den Impressionisten, gelingt es dem Künstler, die von ihm verwendeten Farben so zu kombinieren, dass eine harmonische Komposition entsteht.


"Land Schaffen":

Es ist keine abgemalte Landschaft, keine topographische Wiedergabe des Gesehenen, sondern eine malerische Umsetzung der inneren Vision jener Eindrücke, die die Landschaft bei mir hinterlässt; Arbeiten, die zwar unmittelbar an Ort und Stelle entstehen, aber mit dem Rücken zum Motiv, damit mir dieses nicht zu sehr die Bilder in Kopf und Seele durcheinander bringt. Es ist ein Einstieg in eine neue, innere Landschaft, ein Suchen nach mehr Wirklichkeit, fern vom gewohnten äußerlichen Erscheinungsbild, ein Entblättern, Haut um Haut, um Äußerlichkeit abzustreifen, der Landschaft auf den Grund zu gehen und dabei mich selbst einzubringen in dieser Spannweite von Realität und Abstraktion.Sämtliche Bilder kommen aus der Landschaft. Sie entstehen in einer unaufhörlichen Wechselwirkung von erfahrener Wirklichkeit und geschaffenem Bild. Sie ist der andauernde Dialog zwischen der realen Welt und dem, was ich daraus mache. Jede bildhaft festgehaltene Facette des bereits Gesehenen ist mir Anlass, das bisher Geschaute unter veränderten Aspekten neu zu betrachten. So wächst mit dem zunehmenden Vertrautwerden des Objekts zugleich aber das des jeweils noch Unentdeckten. Und immer bleibt das noch Unerkannte eine über das konkrete Bild hinausreichende Realität. Die bewusste Beendigung des Malvorganges bedeutet für mich somit nicht, dass mein Motiv formal oder inhaltlich ausgeschöpft ist, sondern dokumentiert lediglich die innere Disziplin, eine Askese des Endlichen ohne Schmälerung der schöpferischen Lust. Das heißt, nicht die Komposition als solche ist fertig, sondern ich bin als Maler mit meinem Bild zu Ende. Ich habe nichts Unverzichtbares mehr hinzuzufügen...(Luis Sammer)

Literatur#

  • R. List, Kunst aus dem Reichtum der Natur in Südost-Tagesp., 6. Febr. 1973
  • Koren, Johannes (Hg.), Luis Sammer. 40 Jahre Malerei. Mit einem Text von Ilse Lichtenegger. Steirische Verlagsgesellschaft m.b.H., Graz 1999. ISBN-3-85489-021-4
  • Gschwend, Erich, Der Maler Luis Sammer, in: Steirische Berichte, 10.Jg., Nr.4, Graz 1966
  • Fuchs, H.: Die österr. Maler des 20. Jahrhunderts. - Wien. Bd 4. S-Z. 1986, S. K10-11
  • Kaindl, Franz, Luis Sammer - Logik des Malerischen, in: Kat. Luis Sammer: Landschaftsspuren, Neue Galerie am Landesmuseum Joanneum, Graz 1991; List, 3, 870
  • G. Pochat, J. Rauchenberger, E. Fiala, Das künstlerische Werk Luis Sammer. Verlag Bibliothek der Provinz, Weitra

Quellen#


Redaktion: A. Geiger, I. Schinnerl