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Schneider, Erwin#

* 1906, St. Joachimsthal (Tschechische Republik)

† 1987, Lech (Vorarlberg)


Bergsteiger
Himalaja-Kartograph und Erstbesteiger bedeutender Gipfel


Erwin Schneider
Erwin Schneider
© Archiv Senft

Der Pik Lenin
Der Pik Lenin
© Foto Senft

Sein Vater war Bergbaufachmann aus Hall in Tirol, wo der junge Erwin Schneider einen Teil seiner Jugend verbrachte.

Er besuchte die Realschule in Salzburg, maturierte 1924 und graduierte zehn Jahre später an der Technischen Universität in Berlin zum Diplomingenieur.

Schon während seiner Studienzeit war der besonders leistungsstarke Bergsteiger als Expeditionsmitglied sehr gefragt und bestieg als 22-Jähriger zusammen mit Wien und Allwein als erster den 7.134 Meter hohen Pik Lenin (im damals sowjetischen Pamir).


1930 konnte er als Teilnehmer an der deutschen Kangchendzönga-Expedition die vier schwierigen Siebentausender Ramtang Peak, Jongsong Peak, Nepal Peak und Dodang Peak erstbesteigen. 1932 bestieg Schneider sieben Gipfel in der Cordillera Blanca als erster, darunter den 6.768 Meter hohen Huascaran, den höchsten Berg Perus.



Er entwickelte sich nun zum Spezialisten für kartographische Gebirgsvermessung und begann 1955 mit der Aufnahme des Mount Everest-Gebietes - bekannt wurde er für die erste exakte Landkarte des Mount Everest-Gebietes im Maßstab 1:50.000.


Bis 1974 wurden unter seiner maßgeblichen Mitarbeit 11.000 Quadratkilometer extremes Hochgebirge in Ost-Nepal aufgenommen. Dazwischen entstanden 1963 seine Spezialkarten des Mount Kenya und 1964 der Cordillera Blanca in Peru.

Schneider musste bei diesen Tätigkeiten jeweils höchste bergsteigerische Leistungen vollbringen, galt es doch, unzählige sehr hoch gelegene Vermessungspunkte zu erreichen, nur ein extrem guter Bergsteiger konnte dies schaffen. Heute bedient sich das kartographische Vermessungswesen der Flugzeug- und Satellitenaufnahme.

Werke (Auswahl)#

  • Ostnepal-Kartenwerk 1:50.000 in sechs Blättern, bis 1974
  • Kathmandu Valley 1:50.000, Kathmandu City 1:10.000, Patan City 1:7.500 (mit R. Finsterwalder u.a.), 1971-1977

Literatur#

  • Hafner, ARBEITEN AUS NEPAL - Erwin Schneider zum Gedächnis (2004)

Quellen#


Redaktion: Hilde und Willi Senft