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Schneider, Robert#


* 16. 6. 1961, Bregenz (Vorarlberg)


Schriftsteller


Robert Schneider wurde am 16. Juni 1961 in Bregenz geboren und wuchs im Vorarlberger Dorf Meschach als adoptiertes Kind eines Bergbauernehepaars auf.

Nach der Matura 1981 am Gymnasium Feldkirch ging er nach Wien, wo er Kompositionslehre, Kunstgeschichte und Theaterwissenschaft studierte. 1986 brach er das Studium ab und kehrte in sein Heimatdorf zurück, wo er einige Zeit als Fremdenführer und Organist arbeitete.

Nachdem Robert Schneider jahrelang sozuagen für die Schublade geschrieben hatte, erschien 1992 sein Debütroman "Schlafes Bruder" der ein Sensationserfolg wurde.
Der Roman, der die erfundene Geschichte des Musikers Johannes Elias Alder erzählt, der sich durch Schlafentzug das Leben nimmt, wurde ein internationaler Erfolg – nachdem ihn zuvor mehr als 20 Verlage abgelehnt hatten, weil ihnen die Geschichte zu sehr auf die vorarlbergische Heimat des Autors eingeengt schien. Das Buch wurde bislang in 36 Sprachen übersetzt, wurde 1995 (unter der Regie von Joseph Vilsmaier) verfilmt und 1996 für den Golden Globe nominiert. Der Roman diente als Vorlage für ein Ballett, eine Oper und mehrere Schauspielfassungen.

Neben seinen Romanen verfasste Robert Schneider auch einige Theaterstücke und Gedichtbände und erhielt für seine Veröffentlichungen zahlreiche Preise, u.a. den Eliette-von-Karajan-Literaturpreis der Salzburger Festspiele.

In den vergangenen Jahren zog er sich als Person aus der literarischen Öffentlichkeit zurück; 2007 erschien sein bisher letztes Buch.

2015 erklärte Robert Schneider, dass er mit einem Partner eine Filmfirma (Mediavita Film) gegründet hat und sich künftig nur mehr dem Filmemachen widmen wird.

Robert Schneider ist verheiratet, hat 3 Söhne und lebt mit seiner Familie in Meschach, wo er sich nun in seinem Haus ein eigenes Studio eingerichtet hat, um hier vom Filmschnitt bis zum Komponieren der Filmmusik alles selber machen zu können.

Auszeichnungen, Ehrungen (Auswahl)#

  • Dramatikerstipendium des Bundesministeriums für Unterricht und Kunst, 1988, 1989 und 1992
  • Preis des Landes Baden-Württemberg für Volkstheaterstücke, 1990
  • Abraham-Woursell-Award zur Förderung junger europäischer Autoren, 1990
  • DramatikerInnenpreis der Potsdamer Theaterwerkstatttage, 1993
  • Robert-Musil-Stipendium des Bundesministeriums für Unterricht und Kunst, 1993-96
  • Eliette-von-Karajan-Literaturpreis der Salzburger Osterfestspiele, 1994
  • Premio Grinzane Cavour Turin, 1994
  • Marieluise-Fleißer-Preis, 1995
  • Phantastik-Preis der Stadt Wetzlar, 2008

Werke (Auswahl)#

Romane
  • Schlafes Bruder, 1992
  • Die Luftgängerin, 1998
  • Die Unberührten, 2000
  • Der Papst und das Mädchen, 2001
  • Schatten, 2002
  • Kristus. Das unerhörte Leben des Jan Beukels, 2002
  • Die Offenbarung, 2007

Dramen

  • Der falsche Prinz. (Komödie nach dem gleichnamigen Märchen von Wilhelm Hauff), 1983
  • Hitler mein. Eine Liebesrede, 1989
  • Dreck, 1993
  • Alte Tage, 1994
  • Komödie vom deutschen Heimweh, 1999

Lyrik

  • Gegengebet, 1995
  • acht preisungen, 2006

Literatur#

  • H. Ohrlinger, Der Organist als Schriftsteller, in: Bühne 12, 1992
  • M. Möckel, Erläuterungen zu R. Schneiders "Schlafes Bruder", 1997
  • R. Moritz (Hg.), Über "Schlafes Bruder", 1998

Quellen#


Redaktion: I. Schinnerl