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Schoy, Johann Jakob#

* 20. 7. 1686, Marburg a. d. Drau (Maribor, Slowenien)

† 4. 4. 1732, Graz


Hofkammer- und landschaftlicher Bildhauer


Lehrer von Joseph Thaddäus Stammel

Er war - wie J. V. Hauck, Andreas Trost und der Maler Vogl - ein Zögling der Schule in Maria Rast; über seinen künstlerischen Bildungsgang und seine sonstigen Lebensverhältnisse ist nichts bekannt.


Dass er ein Künstler von großer Begabung war, zeigen seine Werke; er war der "führende Grazer und steirische Bildhauer in der Ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts" (Vriser).


Er wäre bei seinen Talenten vielleicht ein Plastiker ersten Ranges geworden, wenn er in einer Stadt mit größeren künstlerischen Anregungen gelebt hätte, als Graz sie bieten konnte.

Seine Witwe, Anna Katharina, heiratete am 18. September 1733 dessen Schüler Philipp Jakob Straub.


"Mit Marx Schokotnigg hatte die Provinz Untersteiermark, mit Johann Jakob Schoy ihre Hauptstadt Marburg künstlerisch von der steirischen Hauptstadt Graz Besitz ergriffen. Ging ein Großteil des Ruhmes Schokotniggs auf effektvolle Pose, wenn nicht gar Theatralik zurück, so erklärt sich die tiefe nachhaltige Wirkung der Werke Schoys aus seiner beseelten Innigkeit, seinem künstlerischen Ernst, seiner echten Religiosität" (Kohlbach, Bildh., 179).

Werke (Auswahl)#

Graz:
  • Hochaltar des Domes, (die Kalksteinfiguren im Aufsatz des Hochaltars: vier Evangelisten, drei Christliche Tugenden, Marienkrönung), 1730-33 (Hauptwerk)
  • geschnitztes Vesperbild in Außennische der Bürgerspitalskirche (vielleicht)
  • Johann-Nepomuk-Gruppe in der Zentralfriedhofskirche; Hochaltar in der Straßganger Pfarrkirche
  • die Immaculata in einer Außennische (früher auf dem Hochaltar) der Altersheimkirche (vermutlich 1716 und jene, die Schoy für die Grazer Dreifaltigkeitssäule geschaffen hat) (vermutlich)
  • die steinerne Kreuzigungsgruppe vor der Andräkirche (um 1720-30, früher an der Radetzkybrücke)
  • die Schnitzstatue der Mater dolorosa im Elisabethinerkloster
  • die St.-Antonius-von-Padua-Statue außen an der Kapellennische am Chorschluß der Franziskanerkirche (1719, gleichfalls für die Dreifaltigkeitssäule geschaffen)
  • die Sandsteinfigur des Gegeißelten Heilands, Christus und Pilatus an der Kirchenstiege am Kalvarienberg (1722/23), (vermutlich)
  • die geschnitzte Konsolenfigur der Mater dolorosa (um 1720) an der Nordwand der Karmelitinnenkirche, die von der Murbrücke stammende St.-Franziskus-Statue in der Nordost-Ecke des Arkadenkreuzgangs des Minoritenklosters zu Mariahilf (1728)
  • ein Teil der (verlorengegangenen) Barockausstattung der Stadtpfarrkirche zum Hl. Blut
  • die steinerne St.-Johann-Nepomuk-Statue in der Rundbogennische am Stiegenende des Aufgangs zur Stiegenkirche (um 1720),
  • die von der Karlauer-Brücke stammende 1900 übertragene Gruppe des Brückensturzes des hl. Johannes Nepomuk in der nördlichen Arkadenhalle des Zentralfriedhofs (1726 vermutlich)
  • der auf einer Eckkonsole befindliche Christus als Schmerzensmann ("Herrgottsruh") am Haus Franziskanerplatz 11 und
  • die Immaculata am Eckhaus Südtirolerplatz 5 (um 1720)
  • acht steinerne Statuen für die Grazer Dreifaltigkeitssäule (1727, Ende des 18. Jahrh. entfernt)
  • die seit 1882 in den Nischen des Obergeschosses der Mariatroster Kirche befindlichen Statuen St. Johannes Baptist und St. Joseph des ehemaligen Hochaltars der Grazer Franziskanerkirche (1718)
  • der Hochaltar mit Dreifaltigkeit, Engeln und zehn Flachreliefs in der Pfarrkirche Straßgang (1727/28)

Steiermark:

  • Dreifaltigkeitssäulen in Leoben und Vordernberg
  • Statuen für die Pfarrkirche Schönberg bei Knittelfeld
  • Kanzel mit Brüstungsreliefs in der Pfarrkirche Deutschfeistritz (um 1720)
  • wahrscheinlich der Hochaltar und die aus dem Grazer Paradeiskloster dorthin gebrachte Kanzel der Pfarrkirche Nestelbach bei Graz (um 1716)
  • sechs Steinstatuen für die Pfarrkirche Schönberg bei Knittelfeld (etliche davon verschollen)

Wien:

  • Nepomukstatue vor dem Eingang zum Österreichischen Barockmuseum im Belvedere

Untersteiermark:

  • Altar für Maria-Rast (Ruse), 1728
  • Altar für die Pfarrkirche in Windischgraz (Slovenj Gradec) (erst nach seinem Tod vollendet)

Literatur#

  • Vriser, Barockplastik in Slowenien, VI, XIV-XV, XXXIX, 25
  • Zahn, historische Blätter III
  • Wilh. v. Kalchberg: Der Grazer Schloßberg
  • Wastler, Künstler-Lex. 152 u. Mittlg. 32, 69;
  • R. List, Kunst und Künstler der Steiermark, Band 3, 1974

Quellen#



Redaktion: A. Geiger, I. Schinnerl