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Schruf, Toni#

* 26. 9. 1863, Mürzzuschlag (Steiermark)

† 16. 2. 1932, Mürzzuschlag


Skipionier


Toni Schruf
Toni Schruf
© Th. Buhl, F. Preitler

Sein Name ist in der Sport-Geschichte untrennbar mit der Einführung des Skilaufens in Mitteleuropa verbunden.

Im Winter 1890 gelang es ihm, erste erfolgreiche Touren auf Skiern in den Bergen der Steiermark zu unternehmen und bereits drei Jahre später veranstaltete er (zusammen mit dem Grazer Sektfabrikantensohn und Alpinisten Max Kleinoscheg) das erste internationale Skiwettlaufen in Kontinentaleuropa.

Seinem unermüdlichen Einsatz war es zu verdanken, dass 1904 in Mürzzuschlag Nordische Spiele durchgeführt wurden, die als Vorläufer der heute bekannten Olympischen Winterspiele gesehen werden.


Schruf war aber mehr als nur Wintersportpionier. Geprägt durch seine Jugendzeiten in Wien, Venedig, London und an der Côte d’Azur kehrte er nach Mürzzuschlag zurück und prägte das Stadtbild ganz markant. Er veranstaltete Theaterabende, Lesungen, ließ Hütten bauen, förderte den Fremdenverkehr und errichtete Denkmäler. Im Zuge der Enthüllung des Robert Hamerling-Denkmals 1897 wagte Toni Schrufs bester Freund Peter Rosegger den Ausspruch "Mürzzuschlag voran – Graz hinten dran."


Der aus einfachen Verhältnissen stammende Toni Schruf war zeitlebens interessiert für Kunst, Literatur und Kultur. Seit seiner frühesten Jugend wollte er Schauspieler werden und stand sein ganzes Leben lang immer wieder mit Hauptrollen auf der Bühne. Nicht nur in seiner Heimat, auch im Raimundtheater in Wien, im Grazer Opernhaus und in den Stadttheatern von Dresden oder Litoměřice konnte er sein Publikum hinreißen.


Wenn Schruf auf der Bühne stand, tat er dies für einen guten Zweck, z.B. für die Errichtung der Evangelischen Heilandskirche in Mürzzuschlag, der Waldschule in Alpl oder der Suppenanstalt in St. Kathrein am Hauenstein. Hierbei unterstütze er die Pläne seines Freundes Rosegger, zu dessen Ehren er im Jahr 1900 die Rosegger-Gesellschaft gründete.


Einer der wichtigsten Pfeiler seines Wirkens war die Forcierung des Bewusstseins um Brauchtum und Tracht. Schruf machte es sich zur Aufgabe, heimatliche Tradition in Brauch und Sitte, Kleidung, Lied und Wort zu wahren. Unter ihm lebten der Steirer-Janker in seiner alten Form, der Erzherzog Johann-Hut sowie alte Volksspiele wieder auf.

Die von Schruf ins Leben gerufenen "Pretuler Bauernspiele" auf dem Bärenkogel waren die ersten ihrer Art und die Naturszenerie konnte sich als Europas höchstgelegene Freilichtbühne rühmen. Als Schriftsteller und Vertreter der Heimatdichtung hinterließ Schruf eine Vielzahl an Gedichten und Texten, die den Zeitgeist des ausgehenden Fin de Siècle widerspiegeln.


Neben der Verleihung des Titels Kommerzialrat und der Ehrenurkunde des Landes Steiermark wurde Toni Schruf die Ehre zuteil, dass postum Straßen in Graz-St. Peter, Mitterdorf und Mürzzuschlag nach ihm benannt wurden.

Literatur#

  • C. Mittermayr, T. Schruf 1863-1932, Diplomarbeit, Wien 1990
  • Th. Buhl, F. Preitler, Toni Schruf - die Biographie: Sein Leben, sein Werk, sein Mürzzuschlag, Steirische Verlagsgesellschaft, 2009

Quellen#



Redaktion: Th. Buhl, F. Preitler, I. Schinnerl