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Schweiger, Heinrich#

* 23. 7. 1931, Wien

† 14. 7. 2009, Salzburg


Kammerschauspieler und Regisseur



Heinrich Schweiger wurde am 23. Juli 1931 in Wien geboren.


Er absolvierte das Max-Reinhardt-Seminar in Wien und wurde 1948 am Theater in der Josefstadt engagiert, im Jahr darauf, als 18-Jähriger, gab er bereits sein Debut am Wiener Burgtheater.


1956 wurde Schweiger an das Bayerische Staatsschauspiel München und an das Düsseldorfer Schauspielhaus verpflichtet, 1961 wurde er am Burgtheater engagiert und kehrte nach Österreich zurück.


Heinrich Schweiger war sowohl auf der Bühne wie auch im Film ein begnadeter Schauspieler und Darsteller komplexer Charaktere.


Ob als Komödiant in Nestroy-Stücken, als Charakterdarsteller in Schnitzler-Rollen oder auch in Shakespeare-Stücken hat Heinrich Schweiger das Wiener Theater mit seiner Vielseitigkeit wesentlich mitgestaltet.


Zu seinen wichtigsten Rollen gehörten die Titelfiguren von Shakespeares Dramen "Othello" und "Richard III.", als Puntila in Bertolt Brechts "Herr Puntila und sein Knecht Matti" überzeugte Schweiger ebenfalls durch die Darstellung des Charakterwandels.


Als Teufel und Mammon gehörte er zwölf Jahre lang zum Ensemble des Salzburger Festspiel-"Jedermann". Er führte auch mehrmals Regie, so 1979/80 bei Nestroys "Mädl aus der Vorstadt" (Akademietheater) und bei den Perchtoldsdorfer Sommerspielen.


Im Fernsehen trat Schweiger u.a. in "Tatort"-Folgen, in den Serien "Ringstraßenpalais" (1981) und "Kommissar Rex" sowie im "Seniorenclub" auf. Zu seinen Kinoerfolgen zählen u.a. die Hauptrolle in "Franz Schubert - ein unvollendetes Leben" (1957) und Franz Antels Filmreihe "Der Bockerer" (1981, 1996, 2000, 2003). Darin mimte er den Sowjetobersten Novotny.


Zuletzt war der Kammerschauspieler als Tiefenbach in Thomas Langhoffs "Wallenstein"-Inszenierung an der Burg, im "Land des Lächelns" an der Volksoper (2008) sowie in der ORF-Serie "Der Winzerkönig" zu sehen.

Mit dem Fotoband "Bilder eines Schauspielers" machte sich der Hobbyfotograf auch als Theaterchronist einen Namen.


Seit 1983 war Schweiger in dritter Ehe mit der Bezirksvorsteherin des Ersten Bezirks Ursula Stenzel verheiratet.


Der Wiener Kammerschauspieler Heinrich Schweiger verstarb am 14. Juli 2009 in Salzburg.


--> Historische Bilder zu Heinrich Schweiger (IMAGNO)

Auszeichnungen, Ehrungen (Auswahl)#

  • Kainz-Medaille 1967
  • Österreichisches Ehrenkreuz für Wissenschaft und Kunst I. Klasse
  • Goldene Ehrenmedaille der Stadt Wien
  • Ehrenmitgliedschaft am Burgtheater
  • Ehrentitel Professor, 2003

Werke (Auswahl)#

Film, Fernsehen:
  • Franz Schubert - ein unvollendetes Leben, 1957
  • Professor Bernhardi (Fernsehen), 1964
  • Frau Wirtin hat auch einen Grafen1968
  • Kinderarzt Dr. Fröhlich, 1971
  • Die Elixiere des Teufels, 1976
  • Ringstraßenpalais (Fernsehserie), 1980
  • Der Bockerer, 1981
  • Endstation Wien (Fernsehserie Kommissar Rex),1994
  • Der Bockerer II – Österreich ist frei, 1996
  • Der Bockerer III – Die Brücke von Andau, 1999
  • Der Bockerer IV – Prager Frühling, 2003
  • Am Scheideweg (Fernsehserie Der Winzerkönig), 2006

Buch:

Bilder eines Schauspielers, 1995 (mit U. Stenzel)

Quellen#



Redaktion: I. Schinnerl