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Silberschneider, Johannes#

* 13. 12. 1958, Mautern (Steiermark)


Schauspieler

Silberschneider Johannes
Cooper, Silberschneider und Krassnitzer beim Dreh zu "Tatort"
Foto: petro domenigg. Aus: Wikicommons unter CC
Johannes Silberschneider wurde am 13. Dezember 1958 im obersteirischen Mautern geboren.

Er besuchte das musisch-pädagogische Realgymnasium Eisenerz, wo er bereits in der Bühnengruppe spielte und in einer Band sang.

Nach der Matura 1978 studierte er Schauspiel an der Hochschule für Musik und darstellende Kunst am Max-Reinhardt-Seminar in Wien. Seine ersten Engagements hatte Silberschneider zwischen 1983 und 1985 am Schauspielhaus Zürich.

Von 1986 bis 1988 spielte er am Württembergischen Staatstheater Stuttgart, ehe er von 1988 bis 1989 am Deutschen Schauspielhaus Hamburg auftrat. In den Jahren 1989 bis 1992 folgten Engagements am Bayerischen Staatsschauspiel München und am Münchner Volkstheater; von 1992 bis 1994 sowie 1997 spielte er an den Hamburger Kammerspielen. Dazwischen gehörte Silberschneider dem Berliner Ensemble (1995) und dem Stadttheater Klagenfurt (1998) an.

Seine Film- und Fernsehkarriere begann 1981 mit Axel Cortis Fernsehfilm "Ferry, oder wie es war", in dem er an der Seite von Armin Mueller-Stahl und Fritz Muliar brillierte. Mit Axel Corti drehte Johannes Silberschneider auch die Fernsehfilme "An uns glaubt Gott nicht mehr" (ersten Teil der TV-Trilogie "Wohin und zurück", 1982; wieder mit Armin Mueller-Stahl) und "Herrenjahre" (1983).

Seit Mitte der 1990er Jahre ist Silberschneider vorwiegend in Film- und Fernsehproduktionen zu sehen und arbeitete wiederholt mit Regisseuren wie Michael Haneke ("Das Schloss"), Peter Sehr ("Kaspar Hauser") und Harald Sicheritz ("Zwölfeläuten", "11er Haus") zusammen. Fernsehzuschauer kennen Silberschneider außerdem als Sandler Rudi in der Wiener Krimi-Serie "Trautmann" und aus Krimi-Reihen wie "Tatort", "Commissario Laurenti", "Der Staatsanwalt" und "Franziska Luginsland". 2001 spielte Silberschneider die Hauptrolle in Virgil Widrichs experimentellem Kurzfilm "Copyshop", der in der Kategorie "Best Short Film - Live Action" für den Oscar nominiert war. Zuletzt beeindruckte er u.a. als Hans Moser in Oskar Roehlers "Jud Süß - Film ohne Gewissen".

Weiters spielte Johannes Silberschneider ab September 2011 am Schauspielhaus Graz die Hauptrolle in der Uraufführung von "Geister in Princeton" - einem Theaterstück aus der Feder Daniel Kehlmanns. Im Sommer 2013 stand er als 'Armer Nachbar' in der Jedermann-Inszenierung bei den Salzburger Festspielen auf der Bühne; dist er mit den Dreharbeiten für die neue Wolf Haas-Verfilmung "Das ewige Leben" beschäftigt.

Johannes Silberschneider lebt derzeit in München.

Auszeichnungen, Ehrungen (Auswahl)#

  • Große Diagonale-Schauspielpreis, 2012
  • Großer Josef-Krainer-Preis, 2014

Werke (Auswahl)#

Filme und Fernsehen
  • Wohin und zurück - An uns glaubt Gott nicht mehr (1. Teil eines dreiteiligen Fernsehfilms), 1982
  • Herrenjahre, 1983
  • Die Fernsehsaga – Eine steirische Fernsehgeschichte (Zweiteiliger Fernsehfilm), 1995
  • Die rote Violine (The Red Violin), 1998
  • Werner – Beinhart!, 1990
  • Kaspar Hauser, 1993
  • Männerpension, 1995
  • Fernseh-Saga, 1995 (TV-Film)
  • Charms Zwischenfälle, 1996
  • Das Schloss, 1996
  • Comedian Harmonists, 1997
  • Kommissar Rex, 1997 (TV-Episode)
  • Das Mädchen deiner Träume, 1998
  • Geliebte Gegner, 1998 (TV-Film)
  • Kreuzfeuer, 1998 (TV-Film)
  • Liebe deinen Nächsten, 1998
  • Die Ehre der Strizzis, 1999
  • Die Jahrhundert-Revue, 1999 (TV-Film)
  • Zwölfeläuten, 2000
  • Jud Süß - Ein Film als Verbrechen, 2000 (TV-Film)
  • Trautmann - Nichts ist so fein gesponnen, 2001 (TV-Episode)
  • Anne Frank – Die wahre Geschichte (Anne Frank: The Whole Story), 2001
  • Copy Shop, 2001
  • Tigermännchen sucht Tigerweibchen, 2001
  • Zwölfeläuten (TV-Film), 2001
  • Trautmann - Das letzte Hemd hat keine Taschen, 2002 (TV Episode)
  • MA 2412 – Die Staatsdiener, 2003
  • Silentium, 2004
  • Der Bestseller: Wiener Blut, 2004 (TV-Film)
  • 11er-Haus, 2005
  • Trautmann (TV-Episode), 2005
  • Perl oder Pica, 2006
  • Ein Augenblick Freiheit, 2008
  • Desperados on the block, 2009
  • Hitler vor Gericht, 2009
  • Der Staatsanwalt – Das kleinere Übel, 2009
  • Die göttliche Sophie, 2009
  • Jud Süß – Film ohne Gewissen, 2010
  • Der Mann mit dem Fagott, 2010
  • Henri 4, 2010
  • Mahler auf der Couch, 2010
  • Willkommen in Wien (TV-Film), 2010
  • Uns trennt das Leben (TV-Film), 2011
  • Der Mediator – Die Hölle sind wir, 2012
  • Oben ohne, 2012
  • Soko Donau (TV-Serie, Folge), 2012
  • Tatort: Kein Entkommen (TV-Serie, Folge), 2012
  • Rommel (TV-Film), 2012
  • Die Schöne und das Biest (TV-Film), 2012
  • Alles Schwindel (TV-Film), 2012
  • Steirerblut (TV-Film), 2012
  • Frei (TV-Film), 2012
  • Bad Fucking, 2013
  • Der Clan. Die Geschichte der Familie Wagner (TV-Film), 2013
  • Tatort: Paradies (TV-Serie, Folge), 2014

Theater

  • Juno und der Pfau, 1987
  • Der nackte Wahnsinn, 1984
  • Der Kaufmann von Venedig, 1984
  • Wachet auf und rühmet, 1987
  • Familiengeschäfte, 1988
  • Verzogen, 1989
  • Apoll von Nichts oder Exzellenzen ausstopfen – ein Unfug (Herzmanovsky-Orlando), 1990
  • Der Verschwender, 1991
  • Der Stein der Weisen 1991
  • Figaro lässt sich scheiden, 1992
  • Mondlicht (Harold Pinter), 1995
  • Einmal Casanova sein, 1997
  • Es singen die Steine, 1998
  • Lumpazivagabundus, 2001
  • Schilf (Juli Zeh), 2007
  • Geister in Princeton, 2011

Quellen#


Redaktion: I. Schinnerl