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Skraup, Zdenko Hans#

* 3. 3. 1850, Prag ( Tschechische Republik)

† 10. 9. 1910, Wien


Chemiker


Skraup Zdenko Hans
Porträt von Ilse von Twardowska
Universität Wien, Arkadenhof
© Rainer Lenius

Zdenko Hans Skraup wurde am 3. März 1850 in Prag als Sohn des Domkapellmeisters Johann Skraup geboren.

Von 1860 bis 1866 besuchte er die Oberrealschule und studierte von 1866 bis 1871 an der Technischen Hochschule in Prag. In diesem Jahr absolvierte er den Wehrdienst als Einjährig-Freiwilliger.


1871 wurde er Assistent bei Heinrich Ludwig Buff in Prag, gab diese Stelle aber bald wieder auf und war kurz in einer Porzellanfabrik bei Karlsbad beschäftigt. Bald darauf trat er in das Wiener Punzierungsamt als Praktikant ein und wechselte in das Hauptmünzamt.


1873 wurde er Assistent am II. chemischen Laboratorium der Universität Wien u.a. bei Adolf Lieben und Friedrich Rochleder.


1875 erwarb er das Doktorat der Philosophie an der Universität in Gießen und 1878 legte er die Lehramtsprüfung für Realschulen für die Fächer Chemie und Physik ab.


1881 habilitierte er sich für allgemeine Chemie und unterrichtete als Professor an der Wiener Handelsakademie. 1886 wurde er als Professor für Chemie an die Universität Graz berufen und kehrte 1906 an die Universität Wien zurück.


Er beschäftigte sich hauptsächlich mit der organischen Chemie und erforschte Chinaalkaloide und Kohlehydrate. Er entdeckte die nach ihm benannte Chinolinsynthese, die Herstellung des teuren Chinolin aus einfachsten und billigen Stoffen - diese neue Methode bietet darüber hinaus die Möglichkeit, ebenso einfach eine Reihe dem Chinolin verwandte Stoffe, zum Beispiel das Chinin, zu synthetisieren (dieses fiebersenkende Mittel war bis 1925 das einzige wirksame Medikament gegen Malaria)

Skraup Zdenko Hans
Porträt von Ilse von Twardowska
Chem.-phys.Institut
© Rainer Lenius


Zdenko Hans SKRAUP starb am 10. September 1910 in Wien an einem Herzschlag.

Er ist auf dem evangelischen Friedhof Simmering (Gr.5/20-21) bestattet.


Im Arkadenhof der Universität Wien und im Chemisch-physikalischen Institut, Wien 9, Währinger Straße 38-42, sind Porträtreliefs von Ilse von Twardowska zu sehen und im 21. Bezirk ist eine Straße nach ihm benannt.

Auszeichnungen, Ehrungen (Auswahl)#

  • Ignaz Lieben Preis, 1886
  • Ehrendoktor der Deutschen Technischen Hochschule in Prag
  • Mitglied /Vizepräsident der Deutschen chemischen Gesellschaft, 1882 / 1889
  • Verleihung des Titels "Hofrat", 1889
  • ordentliches Mitglied Akademie der Wissenschaften , 1896

Quellen#

  • AEIOU
  • Uni Graz
  • F. Czeike: Historisches Lexikon Wien
  • Österreichisches Biographisches Lexikon
  • 625 Jahre Universität Wien



Redaktion: R. Lenius, I. Schinnerl