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Thun-Hohenstein, Leo Graf#

* 7. 4. 1811, Tetschen, heute Děčin, Tschechische Republik

† 17. 12. 1888, Wien


Politiker


Thun-Hohenstein Leo Graf
Leo Graf Thun-Hohenstein. Lithographie von J. Kriehuber, 1850.
© Ch. Brandstätter Verlag, Wien, für AEIOU

Thun-Hohenstein Leo Graf
Denkmal von Karl Kundmann
Universität Wien, Arkadenhof
© Rainer Lenius
Trat in den Staatsdienst, wurde 1845 Sekretär in der NÖ Landesregierung, 1847 Mitglied der Galizischen Verwaltung und 1848 Statthalter in Böhmen.

1849 übernahm er das Ministerium für Kultus und Unterricht und setzte gemeinsam mit Franz Exner und Hermann Bonitz bis 1860 eine tiefgreifende Universitäts- und Mittelschulreform durch: unter anderem wurde die Mittelschule um die 7. und 8. Klasse ergänzt und das Angebot an Studien durch die Gründung neuer Fakultäten entscheidend erweitert.


Ein Höhepunkt seiner Karriere war 1855 die Mitwirkung am Konkordat, das der katholischen Kirche großen Einfluss bescherte (und 1868 durch die Maigesetze modifiziert wurde). 1860 wurde das Unterrichtsministerium als Zentralstelle aufgelassen und Thun-Hohenstein seines Amtes enthoben.

Ab 1861 war Mitglied des Herrenhauses und Abgeordneter im Böhmischen Landtag.


Er starb am 17. Dezember 1888 in Wien und wurde in der Johanneskapelle seines Schlosses in Děčin bestattet.


Thun-Hohenstein Leo Graf, Singerstraße
Gedenktafel Singerstraße 17
© Rainer Lenius

Im Arkadenhof der Universität Wien ist ihm ein Denkmal von Karl Kundmann gesetzt, und am Standort des ehemaligen Unterrichtsministeriums in Wien 1, Singerstraße 17, erinnert eine Gedenktafel an sein Wirken.


Quellen:

  • AEIOU
  • F. Czeike: Historisches Lexikon Wien
  • 625 Jahre Universität Wien
  • Allgemeine Deutsche Biographie


Redaktion: R. Lenius